#753 – Ich werde berichten oder fluchen



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3 Antworten auf „#753 – Ich werde berichten oder fluchen“

  1. Ist Computational Photography echte Fotografie? Natürlich nicht! Alles, was nach der Lochkamera-Daguerreotypie kann man da doch nicht mehr Ernst nehmen. Alles neumodischer Mist… (hier bitte Clown-Smiley einfügen).

    Ich sehe das ganze Thema sehr gelassen. Ich würde sogar behaupten, das war eigentlich immer schon irgendwie da. Es wurde nur nicht so wahrgenommen, weil die Bildkorrekturen schon vorab berechnet und dann in die Linsensysteme eingearbeitet wurden. Weil genau das ist es doch im Wesentlichen, es ging halt früher nicht anders.

    Im Endeffekt hat ein optisches System nur einen Zustand der idealen Abbildung. Gestalte ich das System variabel (Blende, Brennweite, Farbtreue, …) muss ich schauen wie ich die durch die Variabilität entstehenden Abbildungsfehler korrigiere. das geht im Objektiv nur mit mehr oder weniger Kompromissen. Aber irgendwo muss man halt immer Abstriche bei der Abbildungsleistung machen.

    Früher, als wir noch diese chemischen Einwegsensoren hatten, deren Pixel sich nicht verschieben ließen, musste eben alles schon im Objektiv korrigiert werden.

    Dieser Zwang ist bei den neuen DSLM-Systeme so nicht mehr vorhanden (und genau deshalb werden wir da auch keine Bodies mit Film mehr sehen). Daraus ergeben sich aber eben auch ganz neue Möglichkeiten, die jetzt genutzt werden. Wenn ich Verzeichnungsfehler nicht mehr im Objektiv auskorrigieren muss, dann kann ich den daraus entstehenden Spielraum für die anderen notwendigen Korrekturen besser nutzen. Und habe zusätzlich noch die Möglichkeit die Verzeichnungsfehler abhängig von weiteren Parametern (Brennweite, Blende) unterschiedlich korrigieren zu lassen, um jeweils zum besten Ergebnis zu kommen. Der Korrekturschritt ist damit nur an eine andere Stelle des Bildgebungsprozesses gerutscht. Da war er schon immer.

    Analog könnte man es auch damit vergleichen, dass man bisher bei RAWs mit bestimmten Bildparametern (Linsen, etc.) in LR erst mal bestimmte Presets drübergebügelt hat, um bestimmte Fehler grundlegend zu kompensieren. Ob das nun in gleich der Kamera oder später am Rechner in der Post passiert ist doch egal.

    Canon zeigt hier übrigens sehr gut, was mit dieser neuen Vorgehensweise möglich ist: Das RF 14-35 macht von der Verzeichnungskorrektur in der Kamera regen Gebrauch, liefert dafür aber auch im UWW-Bereich eine Abbildungsschärfe bis in die Ecken, die einfach beeindruckend ist, das schon sehr gute hauseigene EF 16-35/4 schlägt und selbst gute Festbrennweiten in dem Brennweitenbereich gnadenlos an die Wand spielt. Oder in Kurzform: Teuer, aber leider geil!

    Und natürlich sind die Ergebnisse heute noch nicht alle perfekt, gerade bei Smartphones. Bezüglich der Computational Photography stehen wir ja gerade erst am Anfang. Als hätte man bei der Daguerreotypie gerade erst angefangen mehrere optische Linsen für Objektive zu kombinieren. Da wird sich die nächsten Jahre und Jahrzehnte noch sehr viel tun und die Ergebnisse noch besser werden.

    P.S.: Canon EF 16-35/4 zu verkaufen….

  2. Ich find computational Photography grundsätzlich nicht problematisch. Ich benutze selbst inzwischen viel häufiger das Handy als die große Kamera, einfach weil es die Kamera ist, die ich immer dabei hab. Meistens hab ich die DSLR auch nur auf Reisen dabei und selbst da war am Ende meine Foto-Auswahl immer mehr eine Mischung aus den Bilder beider Kameras. Fällt eigentlich auch nie auf.

    Ein Problem hab ich am Ende nur, wenn es für mich als Kunde ein Nachteil wird. Wenn die berechnete Korrektur zusammen mit dem guten Objektiv ein perfektes Bild erzeugt, ist das das Beste, was einem passieren kann. Ich find es auch OK, wenn das Objektiv zu meinen Gunsten deutlich einfacher gebaut werden kann, wenn es zum Beispiel dadurch deutlich leichter oder deutlich billiger wird. Der beschränkte Platz im Handy hat ja für viel Entwicklung auf dem Gebiet gesorgt.

    Wenn aber der Hersteller geringere Herstellungskosten nur in die eigene Tasche stecken würde, gäb es auch eine Grenze. Ich übertreibe mal, aber der sprichwörtliche Flaschenboden als Linse kann dann nicht ein paar Tausend Euro kosten. An der Stelle würde ich mich betrogen fühlen.

    Zweites Problem wäre, wenn ich dadurch gezwungen würde, eine bestimmte Software zu benutzen. Wenn ich zum Beispiel nur noch mit dem Raw-Entwickler des Herstellers an die Bildinformation in brauchbarer Qualität komme, würde das den Workflow so weit stören, dass ich dann eher auf die neue Kamera verzichten würde.

  3. Moin,
    Ich muss mal kurz meckern. Höre gerade die #753 und ihr redet in den „basics“ über Motive und Objekte, die ihr permant und beharrlich subjekte nennt. Ich glaube chris hat es geschafft, dieses falsche Wort gleich 20x in einer Minute zu sagen und da musste ich spontan mein leeres wohnzimmer anschreien: „das Subjekt beim Fotographieren betägt den Auslöser!“

    Sorry fürs Klugscheißen und es mag ja auch verwirrend sein, wenn man öfters auch mit englischen Texten zu tun hat, aber gerade im Kapitel für Anfänger oder zur Wiederholung wäre korrkte Wortwahl schon von Vorteil.
    Ich bin sonst nicht so, ehrlich, aber die geballte Ladung subjekte war mir gerade bisschen viel 😉

    Ansonsten : danke für den unterhaltsamen und informativen podcast. Ihr macht das schon gut 😉

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