#868 - Für Dich, Alex

Veröffentlicht 19 September 2024

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#868 - Für Dich, Alex

Veröffentlicht 19 September 2024

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Chris

Happy Shooting, Folge 868. Für dich, Alex. Ja, meine Lieben, heute müssen wir die Sendung leider ein bisschen außerhalb der Reihe mit einer sehr traurigen Sache beginnen. Und zwar hat uns vor ein paar Tagen die Nachricht erreicht, dass unser Community-Mitglied Alex, auch als Alphora bekannt, leider nicht mehr lebt. Das hat uns ziemlich heftig getroffen, auch ziemlich sprachlos gemacht. Aber vor allem hat das auch die Klostergeister ziemlich mitgenommen, denn gerade in Inzikofen war Alex ja ein wichtiger Stammgast, wichtiger Bestandteil des Workshops, wirklich nicht wegzudenken.

Immer positiv, immer gut drauf, immer viel Humor kein Ego, vor allem immer hilfreich, immer konstruktiv und generell war Alex einfach ein ganz, ganz feiner Mensch und, ja, er hat bei uns allen, die ihn kannten, wirklich gute Eindrücke und Spuren hinterlassen und wir sind jetzt einfach sehr, sehr traurig und falls ihr Falls ihr Alex kanntet und das jetzt noch nicht über den Slack erfahren hattet, wir sammeln im Kanal WS Klostergeister gerade Fotos und Erinnerungen für seine Frau. Das wäre also vielleicht für die einen oder anderen unter euch auch mal eine Gelegenheit, mal durchs Archiv zu gehen, da vielleicht was beizutragen. Und ja, das sind zumindest mal so unsere Versuche mit der Situation umzugehen, weil lieber ein bisschen konstruktiv und nicht den Kopf in den Sand stecken. Muss ja auch weitergehen. Und.

Ja, dieses mit der Situation umgehen, das geht vielleicht auch tatsächlich am besten gemeinsam mit anderen, die ihn kannten. Und damit sind natürlich alle, auch die Nicht-Klostergeister, eingeladen, in den Kanal zu kommen, falls ihr Redebedarf habt oder falls ihr das Gefühl habt, was tun zu wollen. Oder falls ihr das Gefühl habt, das Bedürfnis habt, euch einfach mal mit anderen auszutauschen. Kommt da einfach rein. Wer ist Klostergeister? Boos und ich sind da auch. Ja. Genug der Vorrede. Jetzt machen wir ein Happy Shooting. Seht es uns bitte nach, falls es heute vielleicht nicht so mit so ganz so viel Elan und Blödelei daherkommt wie sonst. Aber wir tun unser Bestes und ich glaube ja eh, dass wir Alex lieber feiern sollten, statt jetzt die Köpfe in den Sand zu stecken. In diesem Sinne jetzt die Happy Shooting-Folge. 868. Die heutige Sendung ist für dich, Alex.

Boris

So schaut's nämlich aus.

Chris

Ja, heute ein bisschen gedämpfter, ne?

Boris

Bisschen gedämpfte Stimmung. Ich würde dazu allerdings auch gerne ergänzen, dass das sicherlich normal ist, dass wir jetzt ein bisschen gedämpft sind in unseren Gefühlen. Aber Alex eben genau das Gegenteil davon war. Und seine Frau hat ja auch gesagt, dass er bis zum Schluss eigentlich immer positiv war, immer konstruktiv war, wie du schon eingangs auch gesagt hast. Und ich glaube, er hat das nicht verdient, dass wir in Trauer versinken, sondern er hätte sehr gerne gesehen, dass wir ihn feiern. Und das sollten wir auch tun.

Chris

Ja, Happy Shooting. Wir sind's. Der Fotopodcast ist jetzt schwierig so einen harten Schnitt zu machen, aber wir versuchen es mal. Ihr findet uns an den üblichen Plätzen, happyshooting.de, Feedback auf happyshooting.de. Das haben unter anderem der Jürgen gemacht. Der schrieb nämlich, hallo Boris, hallo Chris, ich habe derzeit richtig Gas auf ein neues Objektiv. Es gibt ein neues Canon RF Mount Objektiv von Lomo. Habt ihr darüber schon mal gesprochen?

Boris

Haben wir meines Wissens nicht.

Chris

Haben wir meines Wissens nicht. Pass auf, ich bin natürlich super vorbereitet.

Boris

Und meine erste Frage war auch direkt, was für ein RF-Objektiv, also was für ein Objektiv mit RF-Mount von Lomo? Ich versuch das gerade mal eben schnell auf dem Bildschirm zu ziehen.

Chris

Gib mir mal eine Sekunde.

Boris

Das ist ein Objektiv irgendwie mit 64 Millimetern, Offenblende bis 2.

Chris

Warte mal. So, da ist es. Ja, das ist so Triplet, nur Triplet V2.0, 64 Bokeh, Control Art Lens, Aluminium, Schwarz, Canon RF Mount. Also es ist, naja, wie bezeichnet man das? Es ist so ein altertümliches Objektiv. Also sie werben damit, belebe das Erbe des faszinierenden, aber vergessenen Gelehrten Ibn al-Haytham und werde mit diesem einzigartigen Objektiv zum Meister des Lichts. Sie packen da sehr große Töne in die Landschaft. Jetzt ist meine Frage an dieser Stelle, lieber Jürgen, was ist unsere Aufgabe hier jetzt? Ist es dir das einzureden oder ist es dir auszureden?

Boris

Ja, das wäre jetzt gut zu wissen.

Chris

Das ist tatsächlich, ich glaube, eine ganz wertvolle Frage, weil wir können beides tun.

Boris

Also wahrscheinlich schon. Also ich kann ja mal kurz vorab sagen, du hast ja dir das schon ein bisschen genauer durchgelesen. Ich hatte mal so ein bisschen rübergescrollt über die Seite und dachte mir, oh mein Gott, das ist im Prinzip wieder so ein Lensbaby-Ding, also schon in einer besseren Qualität, aber wieder so ein Lensbaby-Ding mit austauschbaren Blenden, die man da einsetzen kann, um dann halt gewisse Unschärfe und Bokeh-Effekte zu erzeugen. Was soll ich damit?

Chris

Und Muster im Bokeh und solchen Geschichten.

Boris

Ja, also Schärfe ist was anderes, sondern hier geht es halt um künstlerische Unschärfe. Aber dann, aber dann habe ich runtergescrollt und habe gesehen, das gibt es im Messinggehäuse.

Chris

Ja, dass du da drauf abgehst, war mir klar, aber jetzt fangen wir mal vorne an. Fangen wir mal vorne an.

Boris

Ich habe natürlich gedacht, das müsst ihr gleich bestellen.

Chris

Also Face Value, einfach nur mal die Fakten. Es ist ein manuelles Objektiv, hat 64 mm Brennweite, hat eine RF-Maut und kostet 400 Euro. Dann habe ich mir mal diesen, der hier so hochgehalten wird, den Ibn al-Haytham angeguckt.

Boris

400 in Alu.

Chris

In der Alu-Version, ja. Habe ich mir mal diesen Ibn al-Haytham angeschaut, der wird hier, auf Wikipedia steht, dass der 965 in Basra geboren, nach 1040 in Kairo, war ein Mathematiker, Optiker und Astronom. Er verfasste grundlegende Beiträge zu Optik, Astronomie, Mathematik und Metrologie. Vater der modernen Optik wird er auch genannt. Das heißt, wir reden hier von einem uralten Objektivdesign. Eben Triplet, das sind wahrscheinlich drei Linsen da drin. Und ja, mir kommen diese Werbesprüche so ein bisschen krumm. Werde mit diesem einzigartigen Objektiv zum Meister des Lichts. Really?

Boris

Das ist halt Marketing.

Chris

Ja, aber bitte.

Boris

Du kannst ja nicht da hinschreiben, hier kommt ein wunderschön unscharfes Objektiv. Hab Spaß damit. Da musst du ja schon ein bisschen Gas geben. Da muss ein bisschen Text hin.

Chris

Ja, also das ist so ein bisschen Licht. Licht ist halt was anderes. Das Objektiv fängt das zwar ein, aber du musst es schon noch sehen. Was ich gut finde an dem Ding ist, es hat eine stufenlose Iris-Blende. Es hat da keine Klicks, so wie ich das gesehen habe. Das ist für Video super. Und dann hat es halt diese Drop-In-Blendenplatten. das.

Boris

Muss man aber glaube ich austauschen objektiv abmachen auf der rückseite irgendwie so eine fassung austauschen dann kannst du die stufenlose blende gegen diese einlegescheiben.

Chris

Irgendwie so und und dann hat es noch hat es noch so eine über und unter korrektur des sphärischen aberationen steht hier noch das heißt du hast ja so ein regler mit dem kannst du also sphärische aberationen dass Die machen quasi, wie das Bokeh aussieht. Und auch da ist halt das Marketing wieder ziemlich blumig, weil sie reden dann vom Seifenblasen-Bokeh, was nichts anderes ist als das, was wir so als Donut-Bokeh bezeichnen, was eigentlich die meisten erstmal vermeiden möchten.

Boris

Es wirkt in der Regel, also in den meisten Fällen wirkt es übertrieben hart und lenkt vom Motiv ab. Es mag diese Ausnahmen geben, wo das ganz reizvoll sein kann, wenn du irgendwelche Stadtlichter nachts hast oder sowas.

Chris

Du kannst das auf jeden Fall rein und raus drehen. Also das ist das, was es, glaube ich, von manchen anderen Objektiven unterscheidet, dass du die Stärke dieses Bokeh oder die Ausprägung so ein bisschen regeln kannst.

Boris

Ja, da gibt es auch von anderen Herstellern diese Artlinsen, wo du so ein extra Regler hast, um das Bokeh zu beeinflussen. Und das wird in diese Richtung gehen.

Chris

Tja, und insofern, also ich würde es mir nicht kaufen. Du würdest es jetzt kaufen, weil es aus Messing ist.

Boris

Ja, aber Jochen schreibt auch, für Messing ist schon wieder ein 100 Euro Aufpreis.

Chris

Jürgen, nicht Jochen.

Boris

Doch, Jochen schreibt hier im Slack.

Chris

Ach so, Entschuldigung.

Boris

Jetzt bin ich völlig verwirrt.

Chris

Das Ursprüngliche kommt von Jürgen. Jürgen hat das.

Boris

Genau, Jürgen hat es geschrieben, Jochen hat es kommentiert. Aber jetzt quasi 500 Euro auszugeben für ein Objektiv, was ich vielleicht einmal im Jahr benutze oder so. Ich weiß nicht.

Chris

Also für mich wäre das was, was wahrscheinlich schön in der Vitrine aussieht.

Boris

Also ich würde die Messing-Version jemandem für einen halben Preis abkaufen. Also wenn jemand von euch damit schon Spaß gehabt haben sollte oder Spaß gehabt haben wird und dann sagt, es war ganz nett, aber brauche ich nicht, dann mach mir mal zum halben Preis ein Angebot.

Chris

Also ich bin jetzt einfach mal, ich spiele jetzt einfach mal Devil's Advocate und sage, das wird eine Woche Spaß machen und dann liegt es irgendwo im Regal.

Boris

Außer man ist halt sehr spezialisiert in so, Arzi-Styles.

Chris

Also ich kann mir schon vorstellen, dass Jürgen da mehr rausholt aus so einem Ding.

Boris

Da bin ich mir, eigentlich bin ich mir da sicher. Sicher, ja. Also ich glaube, wenn das bei irgendjemandem in guten Händen ist, dann sicherlich bei Jürgen. Also Jürgen hat mit Sicherheit schon eine Projektidee im Kopf dafür.

Chris

Also das hat jetzt dir wahrscheinlich nicht weitergeholfen, Jürgen. Aber gut.

Boris

Also ich entwickle gerade so eine Projektidee bei mir im Kopf. Ich weiß nur noch nicht, ob ich die Muße dazu hätte, es umzusetzen. Weißt du, wenn ich mir jetzt vorstelle, ich würde mir das draufschneiden, natürlich die Messing-Variante, also ich bitte dich. Und dann würde ich hier über die Dörfer tingeln und würde halt die ganzen Landwirtinnen und Landwirte fragen, ob sie Lust haben, dass ich quasi Familienfotos und Fotos bei der Arbeit von ihm mache. Also quasi Landwirtschaft, heute aber im Stil von damals fotografiert.

Chris

Würdest du machen? Da bräuchte ich mich das machen würden.

Boris

Aber das ist spontan.

Chris

Da bräuchte ich aber hintendran auch eine entsprechende Kamera mit einem entsprechenden Film und entsprechend...

Boris

Nein, natürlich das digital gemacht, selbstverständlich. Also schon die Modelle.

Chris

Dann ist es ja nur das Objektiv. Genau. Das spielt ja alles zusammen. Nein, das reicht Und im Jahr 900 und ein paar hat es ja quetscht, da hatten die eh noch keine Kameras, um Dinge festzuhalten. Da war das höchstens ein Fernrohr oder so.

Boris

Leinwand und Pinsel hauptsächlich dann.

Chris

Tja.

Boris

Aber impressionistische Fotos dann zu machen mit so einer Linse, warum denn nicht?

Chris

Der Mensch hat ja das ja damals quasi als Vater der modernen Optik sich schon ausgedacht irgendwie.

Boris

Ich muss mal ein bisschen drüber kauen. Vielleicht gehe ich so ein Projektthema an. Ich werde ja auch nicht jünger.

Chris

So, die zweite, den zweiten Input über happyshooting.de hat uns der Lukas geschrieben. Das ist mal ein Follow-up. Hallo ihr beiden, ich habe heute festgestellt, dass ich euch seit circa zwei Jahren ein Follow-up zu einer Frage schulde.

Boris

Okay.

Chris

Spät, also mal schauen, ob wir uns daran erinnern. Ich hatte damals gefragt, ob es ein Programm gibt, mit dem man aus einem RAW und einem bearbeiteten JPEG ein Preset back-engineeren kann. Also es geht darum, Lightroom, was ein Bild, was aus Lightroom kommt, kann ich damit irgendwie rausfinden, wie das in Lightroom bearbeitet wurde. Also welche Regler wo standen und so. Und schreibt jetzt, ich habe eine noch einfachere Lösung gefunden, bei der Website pixelpeeper.com reicht der Upload eines JPEG mit Metadaten, um daraus ein Preset herzustellen. Also du...

Boris

Ja, das Sternchen ist halt mit Metadaten.

Chris

Mit Metadaten, genau. Also du musst hier was auf den Bildschirm bringen. Hier bei Pixelpeeper wirfst du quasi hier ein JPEG rein und dann analysiert der das und wirft dann nicht nur hier rechts die Regler raus, also die ganzen Kurven und Regler und so weiter, sondern erlaubt ja auch noch das dann tatsächlich als Lightroom-Preset runterzuladen. Das kannst du dir dann in Lightroom reintun. Ich habe es jetzt nicht mit den aktuellen Versionen getestet. Und es gibt ja auch nicht alles. Er sagt dann, du musst dich da noch einloggen, um alles zu kriegen. Ich weiß nicht, ob das dann was kostet, vermutlich. Aber wenn das dein Anwendungsfall ist, dann funktioniert das wahrscheinlich.

Boris

Aber wie gesagt, Sternchen mit Metadaten, das heißt, wenn aus dem Lightroom heraus ein JPEG exportiert wurde mit allen Metadaten, weil dann steht die Bearbeitung, aller einzelnen Regler als Metadaten in dem JPEG-Header mit drin. Und das, was dieses Tool tun wird, ist, das wieder in einer lesbaren Form rauszuschreiben Eben so, dass Lightroom daraus ein Preset erzeugen kann. Wenn man jetzt einfach nur ein JPEG hat, ohne diese Metadaten, und dann zu sagen, versuch mal herauszufinden, wie hier an den Kontrastreglern und so weiter oder an den Farbreglern gearbeitet wurde, das geht halt nicht.

Chris

Richtig. Also ich habe das auch noch mal getestet. Du kriegst bei den, ich glaube, auch Default-Einstellungen von Lightroom-Export, steht da, glaube ich, eh nur Copyright oder so was drin. Und dann sagt er halt hier, no Lightroom Edits, da sind keine XMP-Daten drin, ich kann nichts machen damit. Du musst also tatsächlich wirklich beim Export ganz runter in dem Dropdown, wo du einstellst, welche Metadaten du exportierst, sagst alle Metadaten und erst dann funktioniert das auch. Es ist schwierig, dann irgendwelche beliebigen Bilder sich online rauszusuchen und dann, Zu Reverse-Engineeren, das ist wahrscheinlich bei den meisten nicht möglich, weil viele der Metadaten halt rausgenommen werden.

Boris

Ich könnte mir vorstellen, dass es da zunehmend KI-Tools geben wird, die dann eben eine Bearbeitung daraus vermeintlich erkennen. Das bringt ja nur was.

Chris

Wenn du das Original hast.

Boris

Ja eben, es ist ein bewegliches Ziel, du hast ja keinen Vergleich. Aber ich könnte mir vorstellen, dass eine KI mit entsprechenden Trainingsmaterial durchaus eine gute Annahme davon bringen kann, wenn du da irgendwelche Sachen hast.

Chris

Halte ich zumindest für sehr schwierig, weil das ist ja schon, das Bild kann ja allein schon durch andere Lichtverhältnisse grundlegend anders aussehen.

Boris

Ja natürlich.

Chris

Auch in den Kontrasten und in allem.

Boris

Selbstverständlich. Aber man kann da halt Annahmen treffen. Das ist ja nichts anderes, als was eine KI mit irgendwie Millionen und Milliarden von Trainingsbildern tut. Und dann halt zum Ergebnis kommt. Das wird halt nie perfekt sein, aber meine Güte.

Chris

Tja.

Boris

Aber man wird sehen, was da die Zeit noch bringt. So finde ich es erstmal relativ unspektakulär. Ich meine, es ist schön zu wissen, dass es da so ein Tool gibt, was diesen Schritt vereinfacht. Also es ist relativ unspektakulär, weil es steht in Klartext in den Metadaten drin.

Chris

Ja, ich sage mal, Einwendungsfall ist halt eventuell, du hast deine Bilder irgendwo mal exportiert und weißt nicht mehr, was mit denen gemacht hast, weil du die History nicht mehr hast oder in einem anderen Tool bist oder sonst was. Und vielleicht kannst du dir da noch so ein bisschen deine Presets nochmal zum Leben erwecken. Möglicherweise. Ja. Aber was da natürlich nicht drin ist, sind so Sachen wie Lokalkorrekturen. Hier war aufgehellt, da mit der KI irgendwelche Sachen rausgedingst.

Boris

Da weiß ich nicht, wie weit die Metadaten gehen. Weil gerade jetzt bei Lightroom mit diesen neuen Maskierungsmöglichkeiten und den KI-Maskierungsmöglichkeiten, da werden ja auch noch mal in einer eigenen Seitendatenbank noch mal diese ganzen Masken mit abgespeichert. Ich glaube nicht, dass die alle in den Metadaten drinstehen.

Chris

Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Das sind relativ viele und große Daten.

Boris

Das sind ja dann Pixel-Masken, die sind relativ groß.

Chris

Und die einfach im JPEG-Header noch rein zu quetschen, dann hast du plötzlich ein JPEG, was seine Funktion nicht mehr erfüllt, nämlich klein zu sein.

Boris

Auch so Fleckenstempeln und sowas, das wird da wahrscheinlich nicht drinnen sein. Aber ich weiß es nicht.

Chris

Kommen wir zu den News. Es gibt eine neue Kamera.

Boris

Ja, wo wir gerade bei einem alten Objektiv sind, kommen wir zu einer alten. Ach nee, sie scheint nur alt zu sein. Sie sieht nämlich aus wie eine analoge Kamera, eine Leica.

Chris

Sie sieht aus, M11-D, beziehungsweise Minus-D.

Boris

Also man liest es, würde ich sagen, tatsächlich Minus-D, weil es ist kein Display dran. Also die M11 ohne Display.

Chris

Ich glaube nicht, dass das so gedacht ist, aber das ist eine schöne Interpretation des Ganzen.

Boris

Und da fehlt halt auf der Rückseite das Display, das Rückschau- oder Vorschau-Display. Und damit ist es halt eine Messsucherkamera wie eine alte analoge Leica-Messsucherkamera, wo man halt sein Foto macht und dann zu Hause schaut, was man geschaffen hat. Also es geht ein bisschen schneller als analog, weil der Film nicht erst entwickelt werden muss. Man kann natürlich einfach die Speicherkarte in den Rechner stecken oder das Gerät über USB anschließen. Es ist auch möglich, das Ganze über Bluetooth direkt mit dem Tablet zu verbinden. Made for iOS oder iPhone.

Chris

Technisch nicht ganz uninteressant, finde ich. Also zum einen kommt es ja mit einem 60 Megapixel Vollformat daher.

Boris

Oh ja, ganz wichtig. Das ist ja mein Lieblingssensor, weil das ist ja der Sensor, der eine variable RAW-Auflösung hat. Also du kannst ihn umschalten zwischen 60, 36 und 18 Megapixeln bei voller Fläche, aber du hast eben echte RAW-Files. Das ist ja das, was ich so vermisse bei der Kano.

Chris

Genau, dann kommt es mit fest eingebauten 256 GB Speicher daher.

Boris

Das ist ordentlich.

Chris

Und kann zusätzlich noch SDXC-Karten, also da kannst du auch nochmal...

Boris

Bis 2 TB.

Chris

Ja, also richtig aufbohren, den Speicher, was du wahrscheinlich im Normalfall dann eben gar nicht brauchen wirst. Ja. Sie hat, ja genau, dieses MFI-Zertifizierung, also Made for iPhone, iPad, damit wird sie zumindest im Apple-Universum wahrscheinlich sang- und klanglos einfach funktionieren. Davon ist auszugehen. Und dann hat sie das Content-Credentials-System drin als Hardware-Implementierung.

Boris

Ja, das hat Leica ja schon eingebaut als eine der ersten. Richtig.

Chris

Was ist Content Credentials? Es ist ein Chipset, das die Bildmetadaten verschlüsselt und dann in Einklang mit diesem C2PA abruft Algorithmus. Also das ist ja quasi dieser eine Standard, der sich da entwickelt. Und das soll dann dazu dienen, dass du weißt, das Bild hat ein Mensch mit einer Kamera gemacht.

Boris

Und ist keine KI und ist nicht bearbeitet oder was auch immer.

Chris

Arbeitet oder so. Und das ist natürlich, also dass da Leica relativ schnell und weit vorne dabei ist, das zu implementieren, da halte ich sogar für ziemlich logisch, weil die machen nun mal Fotografie und sind ja quasi der Inbegriff der Fotografie für viele Menschen. Und deshalb bin ich da relativ, ja, hat es mich nicht überrascht, dass die das jetzt schon drin haben. Wie gut das dann ist und ob das knackbar ist. Das ist alles erstmal.

Boris

Wird die Zeit zeigen.

Chris

Wird die Zeit zeigen, aber sie wollen halt wirklich, sie haben jetzt eine Technologie eingebaut, mit der du erstmal ziemlich zweifelsfrei sagen kannst, jupp, das Bild ist ein Foto. Und wir sehen ja täglich, wie schnell die Dinger besser werden. Die KIs, also insofern ist das ist das schon dann irgendwann auch wichtig, dass Menschen, die fotografieren, nachweisen können, dass sie ein Foto gemacht haben. Sei das jetzt, ob du bei einem Fotowettbewerb irgendwie mitmachen möchtest und die sich sicher sein sollen oder du bist halt Journalist und musst das irgendwie deiner Publikation so überreichen, dass die nicht dran zweifeln. Tja. ISO 64 bis 50.000.

Boris

Hinten auf der Rückseite statt des Displays ist jetzt übrigens das ISO-Rad, wo du den ISO-Wert verstellen kannst.

Chris

Genau. Das ist auch ein sehr eigenwilliges Design.

Boris

Aber sieht tatsächlich sehr klassisch aus.

Chris

Das ist ein ganz klassisches Design. Früher waren an dieser Stelle gerne mal solche Räder, die nichts gemacht haben, sondern die einfach nur als Merker dienten dafür, was für einen Film du drin hast.

Boris

Oder halt diese Einschübe, wo man so ein Stück aus dem Filmkarton reinschieben konnte, damit man wusste, welcher Film gerade da ist.

Chris

Aber diese runden Räder, die gab es schon bei vielen Analogkameras, wo du quasi dann auch gedreht hast.

Boris

Als Merker.

Chris

Als Merker, dass du weißt, dass jetzt ein ISO 200 Film drin ist oder so.

Boris

Apropos Rückseite. Oben rechts, wo der Daumen halt kommt, da ist ja dann noch so ein Einstellrädchen. Aber dieser Nachbau vom Spannhebel.

Chris

Hebel da.

Boris

Also zum Halten für den Daumen, den gibt es hier tatsächlich nicht mehr. Den haben sie bei dieser Variante weggelassen. Ich weiß nicht, ob das Zubehör noch passt. Ich weiß, es gibt von Leica nochmal so einen extra Daumenhalter, ob man den hier dransetzen kann. Wäre mal zu recherchieren.

Chris

Ansonsten, das Ding hat ein kleines Preisschildchen von 9.350 Euro. Ohne Objektiv. Die M11, also nicht die M11-D, sondern die M11 drunter oder davor kostet 8.750 und die M10-D kostet 7.500. Also das ist jetzt wirklich eine Ansage.

Boris

Das ist immer wieder, also das sind so die Momente, wo ich dann mich gerne dazu hinreiße, auch mal zu lästern. Also man lässt das Display weg und zahlt 600 Euro mehr als für die gleiche Kamera mit Display. Da muss ich schon sagen, du weißt aber doch, mehr ist nicht immer mehr. Nein, aber ganz ehrlich, ist das wirklich nötig? Also es gibt Dinge, die möchte ich dann auch gar nicht mehr verstehen. Also bei aller Liebe zu zu Leica und zu Handarbeit und geringen Auflagen. Aber es gibt so Momente, da sage ich auch, jetzt schnappen sie über. Und bei der MC ...

Chris

Letztendlich entscheidet das der Markt, weißt du?

Boris

Ob der Markt das annimmt oder nicht. Ja, natürlich. Aber ich habe trotzdem eine Meinung dazu, egal, was der Markt macht. Die können denen das aus den Händen kaufen und aus den Regalen ziehen mit fliehenden Fahnen und mit Geldbündeln, die da nur so im Homeoffice, im Central Office da durch die Gegend geworfen. Ist mir alles egal. Meine Meinung dazu ist, die haben echt ein Rad ab. Wirklich. Nein, sie haben ein Rad dran. Sie haben ein Display ab. Unfassbar. Die M10 minus D halt, die ist 2016, das ist 2018. Vor vier Jahren ist die rausgekommen mit 7500 Euro. Auch schon kein Schnapper. Und 1850 Euro in vier Jahren. Ja gut, kann man machen. Ich bin mir nicht sicher, ob das so ist.

Chris

Wer das haben möchte, die Leute kaufen sich auch Klamotten von Dior.

Boris

Ich kenne mindestens einen Menschen, der sehr, sehr leidenschaftlich mit Leica fotografiert, der wahrscheinlich sehr, sehr einen hohen Reiz hat, sich das zu holen. Wenn ich ihn mal treffe, werde ich ihn darauf ansprechen. Mal gucken. Ab und an läuft er mir über den Weg. Dann schauen wir mal. Und das ist einer derer, wo ich sage, Da ist die Leica auch wirklich in guten Händen. Also weißt du, das ist so jemand, der hat mir mal Fotos gezeigt, die er halt gemacht hat mit seinen diversen Leicas, also analoge wie eben auch digitale. Und der weiß wirklich, was er tut damit. Also der macht Landschaftsfotografie und hier und da eben auch mal ein paar Tiere oder Personen. Sohn. Aber das sind wirklich, wirklich gute Fotos, die er da macht. Er hat da wirklich ein Auge und auch die Geduld, irgendwie hundertmal zum selben Platz zu spazieren, in der Hoffnung, dass das Licht dann jetzt passt. So, was ist so einer? Und da sage ich mir so, da ist das auch wirklich gut aufgehoben. Und er hat halt eh diesen Sammlertick. Ich weiß nicht, welche Leicas er nicht hat, aber so.

Chris

Und selbst das ist aber doch, wie man so schön sagt, in die die Eye of the Beholder. Das magst jetzt du alles toll finden, aber vielleicht gucken sich das andere an und sagen, naja, okay. Also jedes Menschen eine eigene Entscheidung, wofür er sein Geld ausgibt.

Boris

Ich sage, Leica, ihr habt mit diesem Preis wirklich für meinen Geschmack deutlich die Schraube überzogen. Aber, und das muss man auch dazu sagen, ich bin absolut nicht die Zielgruppe für diese Kamera. Und insofern habe ich trotzdem eine starke Meinung dazu. Das ist mir einfach zu viel, wirklich. Unglaublich. Ach, den roten Punkt haben sie übrigens auch nicht drauf. Das haben sie bisher, meine ich, nur gemacht bei der Monochrom, bei der Leica Monochrom. Dass sie da eben auch ein schwarzes Leica-Logo haben, das haben sie jetzt hier bei dieser auch. Also sie ist unauffälliger auf jeden Fall. Für Street bestimmt, tolles Ding. Und Objektive von Leica hat man ohnehin in der Schublade liegen. Deswegen braucht man auch nur die 9.350 rechnen.

Chris

Du hast doch so wie jeder andere ordentliche Mensch auch eine Leica-Schublade, oder?

Boris

Selbstverständlich. Mit rotem Samt ausgekleidet.

Chris

Gehen wir mal in die nächste News.

Boris

Sollen wir mal günstiger werden?

Chris

Ja, ein bisschen geht.

Boris

Ein bisschen günstiger. Wir reden über 1.300 Euro. Canon hat nämlich ein neues Objektiv vorgestellt, was ich gar nicht so unspannend finde. Und zwar ist es das 28 bis 70 Millimeter mit einer durchgehenden Offenblende von 2.8, hat Bildstabilisator und einen Stepper Motor, also leiser Autofokus. Und das ist natürlich insofern interessant, als dass es, würde ich sagen, im direkten Mitbewerb zu dem Canon 24-70mm F2.8 steht, was ich habe, weil F2.8 ist einfach eine sehr, sehr schöne Offenblende, also zum einen ist sie lichtstark, zum anderen ermöglicht sie eben auch bei Weitwinkel noch sowas wie eine Freistellung, also gerade am Vollformat, und dann reden wir hier aber von einem Objektiv, was eben nur knappe 500 Gramm wiegt.

Chris

Ist die USM, also die Ultraschallmotoren Scharfstellung, so viel größer und schwerer als so ein Stepper-Motor?

Boris

Das ist die große Frage, was da den Ausschlag gegeben hat, ob es die 24 Millimeter, Weitwinkel sind oder ob es der Motor da drin ist. Ich kann es dir hier nicht sagen. Aber wir haben hier 500 Gramm. Wir haben hier etwas über 9 Zentimeter von der Bauform, von der Länge her. Und wir haben einen Durchmesser von 77 Millimetern, ein Filtergewinde von 67. Und wenn wir das mal kurz vergleichen mit dem 24 bis 70 äquivalent. Da haben wir dann 900 Gramm, das sind also mal schlanke 400 Gramm mehr, also heftig, nicht ganz das Doppelte. Das 24-70 ist mit 12,5 Zentimetern auch 3,5 Zentimeter länger. Das macht sich schon bemerkbar in der Tasche, vor allem wenn du es angesetzt hast an die Kamera. Und es hat 82 Millimeter Filtergewinde, das heißt die Filter sind auch relativ teuer für das große Objektiv. Das heißt, an allen Ecken und Enden kann man hier sparen, wenn man auf 4 mm Weitwinkel verzichten kann. Und das finde ich gar nicht so unspannend. Wir haben hier auch 15 Linsen in 12 Gruppen. Das sage ich deswegen gerne dazu, weil das halt schon bedeutet, dass da allerhand an Korrektur drin sein wird. Ich habe noch keine Bilder daraus gesehen. Ich kann mir vorstellen, dass die Bildqualität nicht an das 24 bis 70 heranreichen wird.

Da wird Canon sicherlich auch preislich irgendwo Grenzen ziehen. Aber es sind zwei UD-Linsen und zwei asphärische Linsen drin. Also Korrekturen sind schon dabei. Also so ganz schlecht kann es nicht sein. Und wie gesagt, wir reden hier über 1.300 Euro. Das ist jetzt nicht super günstig, aber im Vergleich mit dem 24-70, das sind wir bei über 2.000 bis 2.200 Euro.

Chris

Also 1.000 mehr fast.

Boris

Fast 1.000 mehr, ja. Ja, also das ist schon nicht schlecht. Ist ab sofort wohl verfügbar. Also September 24 ist angegeben. Ich weiß nicht, ob man es jetzt schon kriegt. Ich finde es nicht unspannend. Also wenn ihr auf dem Weg seid für einen RF-Mount, einen Weitwinkel bis leichtes Telezoom haben zu wollen mit einer hohen Lichtstärke, das 24-70 finde ich über jeden Zweifel erhaben. Das ist ein richtig, richtig gutes Objektiv, aber eben auch richtig, richtig teuer und schwer und groß. Und vielleicht seid ihr ja eher die Zielgruppe dann vom 28 bis 70 und ich weiß nicht, wenn es das damals schon gegeben hätte, ob ich nicht damit eingestiegen wäre. Ja, ich finde es spannend.

Chris

Tja, sehr schön. Magst du mit deiner Fotografie mal so richtig viel Kohle einsacken?

Boris

Oh ja, gerne. Wo?

Chris

Bei CEWE.

Boris

Bei CEWE?

Chris

Ja, bei CEWE. Da sind die mit den Fotolaboren und Büchern und was weiß ich allem. Und die, ja, also einer der großen Dienstleister in Deutschland, die zwar auch nicht mehr so groß sind, wie sie mal in analogen Zeiten waren, aber immer noch wichtig sind. Und die sind so wichtig, dass die den CW-Foto-Award ausrichten. Und der CW-Foto-Award hat insgesamt Preise im Wert von über 250.000 Euro, eine Viertelmillion.

Boris

Aber okay, insgesamt, nicht eine Viertelmillion als einen Preis. ist.

Chris

Nein, nicht als Einpreis. Wenn du alle 250.000 Euro gewinnen wolltest oder Dinge im Wert von dem, dann müsstest du auch alle Preise absahnen. Das geht wahrscheinlich nicht. Ja, und das Ganze findet dann jetzt bald statt. Also wird hier als größter Fotowettbewerb der Welt bezeichnet.

Boris

Läuft das dann in verschiedenen Kategorien oder wie ist das aufgebaut?

Chris

Vermute ich mal, ich habe es mir jetzt nicht im Detail angeschaut, aber hier steht doch zehn Kategorien, Natur, Wildlife, Tiere, Menschen und diverses anderes. Neue Kategorien, erstmals gehören auch Fotos zu den Themen Close-Up und Makrofotografie, Nature und Wildlife und Streetfotografie eingereicht werden.

Boris

Oha, okay.

Chris

Und noch eine besondere Neuerung, sie führen den Young Talent Award ein, der junge Fotografierende zwischen 16 und 25 Jahren dazu dazu ermutigt, ihre Sicht auf die Welt zu teilen.

Boris

Haben die mich gerade alt genannt?

Chris

Die nicht, aber dich gerade selber, ja. Außerdem wollen sie 10 Cent Spende pro eingereichtem Foto an SOS Kinderdörfer. Geben.

Boris

Kann sich auch schnell läppern.

Chris

Ja, wie das, also bei Fotowettbewerben allgemein, guckt euch die entsprechenden ja, die entsprechenden Terms and Conditions an, was da, die haben mit Sicherheit wieder so eine Klausel drin, dass sie diese Bilder auch verwenden dürfen, müssen sie ja auch, weil die müssen ja damit werben.

Boris

Und wenn sie es irgendwo zeigen wollen, wer gewonnen hat.

Chris

Sonst was, Das wird da mit Sicherheit drin sein.

Boris

Aber mal nachgucken, ob es halt zum Zwecke dieses Wettbewerbs genutzt werden kann oder eben auch unentgeltlich darüber hinaus für endlos. Da würde ich dann schon mal ein Auge drauf haben. Und dann entscheiden, wie wichtig ist einem das Bild, mit dem man da jetzt teilnimmt. Kann einem ja auch völlig egal sein unter Umständen. Aber lest es euch wenigstens durch.

Chris

Aber ja, guckt euch das mal an. Das ist jetzt gerade erst hier rausgekommen. Wie gesagt, Link packen wir mal in die Shownotes.

Boris

Also wer von euch mitmacht, ich drücke euch kräftig die Daumen.

Chris

Ja.

Boris

Das wäre doch mal was. Solltet ihr da mitmachen und etwas gewonnen haben, meldet euch mal bei uns. Würde mich mal interessieren, wie das denn so abgelaufen ist.

Chris

Genau. So, ein rechtliches Thema haben wir zugespielt bekommen kommen. Von, Tobias, von Uwe, von Eichhornpapa, von Rolf. Außerdem habe ich es noch gefunden. Du hast es irgendwie auch noch gesehen. Diverse Social Media Posts sind durchgerauscht. Es geht mal wieder um die Fototapete. Hier die Website vom Bundesgerichtshof zum Thema urheberrechtliche Zulässigkeit und Nutzung von Abbildungen einer Fototapete. Also es ging darum, warum eine Frau ihre Ferienwohnung beworben hat. Und im Hintergrund der Bilder für diese Werbung war eben an der Wand eine Fototapete. Und dann wurde sie von dem Fotografen gleich mal verklagt wegen urheberrechtlichen Gründen und Geld hier und so weiter. Der Bundesgerichtshof hat jetzt entschieden, dass die Nutzung von Fototapeten im Internet keine Urheberrechtsverletzung darstellen. Gut so, Bundesgerichtshof. Die Klägerin war wie gesagt ein Unternehmen dieses Berufsfotografen, haben das beansprucht, aber...

Selbst im gewerblichen Kontext, also privaten und gewerblichen Kontext, ist das wohl okay. Man redet hier rechtlich irgendwie von einer sogenannten konkludenten Einwilligung des Urhebers. Also es wird angenommen vom Gericht, dass der Urheber damit dann schon einverstanden sein muss, dass das in einem anderen Kontext auftaucht. Die haben ja nicht die Tapete abfotografiert, um sie zu reproduzieren, sondern sie haben Bestandteil der Umgebung. Und deshalb verzichtet, sagt das Gericht der Urheber durch sein Verhalten auf das Urheber Benennungsrecht.

Boris

Ich finde das große Klasse, dass der Bundesgerichtshof Happy Shooting hört und unserer Meinung gefolgt ist, wir haben ja den Vorschlag gegeben, dass wir gesagt haben, wenn man eine Tapete kauft, deren Zweck es ist, an die Wand tapeziert zu werden, dass wenn man hinterher ein Foto von dem Raum macht, wo man eine Tapete an die Wand tapeziert hat, dass das ja kein Urheberrechtsverstoß sein kann, wenn man sagt, guck mal, wie schön dieser Raum aussieht. Weil hier ist jetzt eine Tapete an der Wand. Guckt mal her. Das kann ja nicht sein. Und der Bundesgerichtshof ist dem jetzt quasi im Großen und Ganzen genauso gefolgt, wie wir es ja vorgeschlagen haben. Und das finde ich ganz große Klasse. Endlich jemand mit Menschenverstand.

Chris

Und dass der Bundesgerichtshof das entschieden hat, bedeutet übrigens auch, dass das in keine höhere Instanz mehr gehen kann. Das heißt, das ist jetzt endgültig entschieden und damit macht Fototapeten an eurer Wände und packt sie in eure Fotos in den Hintergrund, so viel ihr wollt. Der Bundesgerichtshof hat entschieden und das ist endgültig. Da kann keine Berufung mehr eingelegt werden. Das ist höchstrichterlich entschieden. Fertig. Das heißt auch, dass dieses Thema hier nicht mehr auftaucht. Vielen Dank.

Boris

Und ich bin gespannt, welche Sau dann als nächstes durchs Dorf getrieben wird von irgendwelchen übereifrigen Fotografinnen und ihren RechteverwerterInnen. Wollen wir mal schauen. Aber ich bin so froh, dass nach diesen Jahren des Kampfes, also dass es überhaupt jemand gemacht hat, da zu kämpfen, weil das ist ja auch ein hohes finanzielles Risiko. Aber dass da jetzt dieses Ergebnis hinten dran steht das hat mir so ein bisschen ein bisschen Mut gemacht und ein bisschen Vertrauen in die Menschheit zurückgegeben tatsächlich ein kleines bisschen wenigstens.

Ja, Jochen schreibt schon jetzt ist eine Fototapete, aber was wenn ein gerahmtes Bild an der Wand hängt ja da gab es ja auch schon Diskussionen von Möbelhäusern die dann halt Bilder aufgehängt haben im Hintergrund und dann wurde da dann geklagt, Darauf wird sich jetzt dieses Urteil wahrscheinlich nicht beziehen. Aber die Frage ist, ob man nicht mit diesem Urteil in der Hinterhand dann sagen kann, Leute, komm, wenn ich jetzt hier irgendwo ein Bild kaufe, wo der Zweck ist, dass das irgendwo an der Wand hängt und ich mache da ein Foto von dem Raum, wo das Bild an der Wand hängt, verstehst du? Ich sehe halt immer den Unterschied, ist da der Raum abgebildet, um den Raum zu bewerben? oder ist da ein 1 zu 1 Foto von dem Bild, wo du eine Repro von machen kannst? Das ist für mich einfach ein wichtiger Unterschied. Naja, ich bin mal gespannt. Leute, Leute, endlich ist da eine Klärung dran.

Chris

Auch deine Zeit. Okay, kurz in eigener Sache. Klostergeister 2025. Wir, beziehungsweise ich habe vor einer Woche mit dem Kloster telefoniert, vor fast einer Woche. Da wusste man das mit dem Alex noch nicht. Und die haben gebeten darum, dass wir den Buchungsprozess, weil wir haben immer so eine Sonderwurst gehabt mit Anfang November und mit exaktem Termin und so weiter, dass wir diesen Buchungsprozess in die normalen Prozesse eingliedern. Die wollen halt auch optimieren und so weiter. Das heißt, es wird die Buchung schon ab 15. Oktober stattfinden, also ein Buch 14 Tage vor dem typischen Termin.

Boris

In einem Monat.

Chris

In einem Monat. Heute ist der 17. September.

Boris

Also 15. Wie das aus der Konserve holt, ist der 19.

Chris

Ich muss gerade mal gucken, was das dann für ein Tag ist. Der 15. Oktober wäre dann der 15. Dienstag. Wäre der Dienstag. Ja, also Happy Shooting Tag. Und zwar so gegen 8 Uhr morgens. Die machen quasi, die Workshops schalten die frei. Zeit versetzt. Also unserer wäre dann am 15. Oktober so gegen 8 Uhr, also um gegen 8 Uhr werden die quasi so von Hand einzeln freigeschaltet, die dann da stattfinden und das kann dann noch plus minus 5 Minuten sein, aber sollte funktionieren. Also diesmal habt ihr noch früher die Chance, euch einen Platz zu sichern. Wir werden parallel Holzbildhauer und Kalligrafie haben. Die Holzbildhauer, die haben sich ja, die haben uns ja letztes Mal sogar gefragt, wann wir denn kommen, weil es gab da bei denen drei Termine und die wollten also unbedingt, dass wir parallel mit ihnen wieder sind. Das ist auch dieses, das kommende Jahr ist das auch, glaube ich, eine ganz gute Möglichkeit, da mal ein bisschen was so übergreifendes zu machen. Vielleicht mal gemeinsam auch auch irgendwie was zu machen. Also habe ich schon so ein, zwei kleine Sachen im Hinterkopf, ob man da vielleicht was zusammenbringen kann. Das wäre ganz schön. Bei der Kalligrafie weiß ich, also da gehe ich davon aus, dass das wieder der Andreas Lux wird.

Boris

Wahrscheinlich, ja.

Chris

Ist ja auch eine altbekannte Parallelgruppe, mit der wir auch immer viel Spaß haben. Das ist auch richtig gut. Gut. Ja, dann werden wir natürlich 2025 das Thema Gestaltung wieder, also das haben wir dieses Jahr schon gemacht mit der Gestaltung, also das Thema schon ein bisschen konzentrieren auf das, wie sieht es aus, wie wirkt es und so weiter. Wir rücken aber immer noch so ein bisschen an dem Konzept, da geht also noch ein bisschen mehr. Aber natürlich Fokus auf Fotografie, Kreativität, Gestaltung, ohne dass die Technik irgendwie hinten runterfällt. Also die ist natürlich auch immer wichtig. Und wir haben zwei Dinge, die wir mal so ein bisschen, ich sag mal, umgestalten oder umkrempeln wollen in dem Workshop. Das eine ist, das nenne ich jetzt mal die Happy Shooting Sehschule. Okay. Sehen ist nun mal das Wichtigste an der Fotografie. Wenn du es nicht siehst, dann kannst du auch kein gutes Bild davon machen. Und dazu gehören dann so Dinge wie Wahrnehmung. Vor allem, wie nehmen wir wahr und wie nehmen die anderen wahr? Weil du kannst dann bessere Bilder machen, wenn du weißt, wie das Bild beim Gegenüber ankommt. Da steckt eine ganz große Menge an Wissen drin.

Und es sind natürlich viele altbekannte Themen. Subjekt, Licht, Setting, Komposition und so weiter. Wie gehen wir mit den Details im Bild um? Wie fangen wir Stimmungen ein? Wie erzeugen wir Emotionen und so weiter? Aber das Ganze war bisher immer so ein bisschen weit über den Workshop verstreut. Und das möchte ich diesmal so ein bisschen bündeln unter dieser Happy Shooting See Schule. Das, glaube ich, ist ganz interessant. Das andere, was, ja, ich habe mir viele Gedanken gemacht nach dieser, war es die vorletzte Sendung, wo wir über die Verkaufszahlen geredet haben, also wo die ganzen großen Kamerahersteller seit dem Peak irgendwie 90 Prozent Einfluss hatten. Wo die Verkäufe tatsächlich von 120 Millionen Stück auf 10 Millionen Stück eingebrochen sind. Und das Ganze natürlich dank... Diese Geräte in unseren Taschen.

Boris

Du hältst ein Smartphone in die Kamera.

Chris

Die Smartphones sind immer dabei und werden auch bei vielen von uns in immer mehr Situationen zur Hauptkamera.

Boris

Oh ja, ich habe gerade vor ein paar Tagen ganz spontan so eine Mini-Portrait-Session gemacht von einer guten Freundin, die eine neue kleine Hündin hat, noch ein Welpe. Und Und gerade mit ihr unterwegs ist, damit die eben auch die großen Tiere, so die Pferde mal kennenlernt, ohne dann Angst davor zu haben. Und da habe ich ganz spontan so ein Minishooting gemacht. Und was hast du dabei? Das Smartphone hast du dabei. Dann habe ich ein Foto von ihr mit dem kleinen Welpen gemacht und tatsächlich auch bearbeitet am Gerät und habe ihr das dann direkt schicken können. Also du hast einfach Möglichkeiten. Tja, große Kamera war nicht dabei.

Chris

Naja, du hast Möglichkeiten, du hast aber natürlich auch eine Technik Und deshalb ist die natürlich auch überall und bei allen kommt das an. Du hast eine Technik, die dir natürlich unglaublich viel abnimmt, die ganz viele Entscheidungen für dich trifft. In der Regel gute Entscheidungen, aber nicht immer. Und das Verstehen, was diese Dinger können, warum sie es können, wie sie es machen, das ist natürlich grundlegend dafür, um dann auch zu wissen, wie kann ich es beeinflussen in meine Richtung. Dann haben die Dinger natürlich auch, Einschränkungen, wo andere Kameras einfach besser sind, dann musst du wissen, wo das ist, damit du dann nicht irgendwie Zeit verplemperst mit Sachen, die da einfach nicht gehen, sie haben aber auch Möglichkeiten, also diese kleinen Kisten haben auch schon die eine oder andere geheime Superkraft die du mit deiner großen Kamera gar nicht hinbekommst und, ja, dann gibt es das Thema sonstige Besonderheiten Zubehör und so weiter, und deshalb wollen wollen wir im nächsten Jahr auf dem Klostergeister-Workshop dem Smartphone ein bisschen mehr Raum einräumen. Das heißt nicht, bitte lasst eure großen Kameras nicht zu Hause, die sind wichtig, die brauchen wir.

Boris

Ja, ich will die alle sehen.

Chris

Aber auch da wird es einen gebündelten Block geben, der sich tatsächlich mal damit beschäftigt, aus diesen kleinen Kisten so viel rauszuquetschen, wie er das vielleicht gar nicht unbedingt für möglich haltet.

Boris

Genau, was so geht.

Chris

Die zwei Dinge, Happy Shooting Seeschule. Uwe hat gefragt, ob man dann da auch das Seepferdchen machen kann. Ja, natürlich. Kriegst du so einen Aufnäher so auf die Fotografen-Badehose quasi.

Boris

Du hast jetzt gerade ein großes Versprechen. Aber das wäre so cool. Wenn jemand...

Chris

Ach du, Seepferdchen Aufnäher kann ich organisieren.

Boris

Ja, aber nicht die Seepferdchen, sondern die Seepferdchen. Also mit...

Chris

Ja, natürlich. Seepferdchen bei Seeschule. Ich verstehe das schon.

Boris

Schon klar. Aber da ein Aufnäher. Das wäre so cool. Ich bin schon echt am überlegen.

Chris

Da kriegt dann Uwe einen Credit dafür. Hat da jemand Ideen für Design.

Boris

Dann schickt mal.

Chris

Ja, und natürlich Thema interdisziplinäres Arbeiten. Also die Parallelkurse, wie gesagt, da bin ich, da werde ich vielleicht im Vorfeld auch schon mal Kontakt aufnehmen. Vielleicht können wir da so ein bisschen was einfädeln schon mal. Und wie immer, auch da der Austausch findet bei uns im Slack im Kanal WS Klostergeister statt. Das das ist der richtige Ort für gemeinsame Planung, für Neue, die dabei sein wollen, vielleicht auch mal zum Reinschnuppern und ein bisschen Kontakt aufnehmen, vielleicht auch.

Die einen oder anderen finden vielleicht auch schon mal ein Projekt im Vorfeld. Wir werden diesmal ein bisschen intensiver da drauf schauen, weil wir natürlich auch und uns vielleicht sogar ein bisschen einmischen schon im Vorfeld. Besonders toll wird es nämlich dann, wenn es halt auch so in das Workshop-Konzept reinpasst, was wir auch so ein bisschen massieren an der einen oder anderen Stelle. Und falls jemand ein größeres Projekt mitbringen möchte oder eine größere Idee hat, also ich denke so letztes Jahr an Jürgens großer Kamera auf Rädern oder seine Ausstellung oder so, dann nehmt am besten mal vorher mit uns Kontakt auf, weil sowas begrüßen wir sehr, aber vielleicht lässt sich sowas dann auch noch besser ins Gesamtkonzept integrieren. Also ich möchte den Workshop noch so ein bisschen mehr aus einem Guss daherkommen lassen. Das ist so der Gedanke. Also, der Workshop findet statt vom 19.05. Bis zum 24.05.2025. Anmelden könnt ihr euch ab dem 15.10. ab 8 Uhr und zwar auf der Volkshochschul-Webseite, das ist die hier, vhs-inzigkofen.de.

Boris

Wir linken die Shownotes nämlich an.

Chris

Werden wir natürlich auch nochmal verlinken, auch jetzt mehrfach in den nächsten Sendungen nochmal. Und wenn ihr dort seid, der ist jetzt noch nicht drauf, der wird auch da tatsächlich erst erscheinen. Ich versuche mal vorab den Link schon zu bekommen, der dann da freigeschaltet wird, aber falls nicht, dann geht der einfach hier links oben auf Kurse und dann auf Fotografie und da wird er dann in der Liste auftauchen. Ja, außerdem, Alles wird teurer, aber Klostergeister ist seit Jahren stabil und wird es auch 2025 bleiben.

Boris

Guck an.

Chris

Jaja. Also, kommet zu Hauf, macht euch einen Merker in den Kalender, 15. Oktober. Und dann gucken wir mal.

Boris

Ja, dann sehen wir uns.

Chris

Gut, was haben wir denn noch? Warte mal, ich packe noch kurz ein, zwei Sachen in die...

Boris

Na, wir haben natürlich, wo wir schon bei Fotografie waren und bei Wettbewerben, wo jetzt auch die Straßenfotografie nur dabei ist, da haben wir natürlich Kai Wong, der auch Straßenfotografie gemacht hat. Und zwar ist er losgezogen mit der neuen Rollei 35 AF. AF, das ist halt die analoge Kleinbildkamera, über die wir gesprochen haben, die halt der originalen Rollei 35 nachempfunden ist, aber wie man in dem Video dann auch ganz gut sehen kann, nicht wirklich ein 1 zu 1 Nachbau ist.

Chris

Das Video mag hier gerade nicht öffnen, aber okay. Also der Kai hat sich die 35 AF geschnappt und da hatten wir ja ein bisschen drüber geredet, wo ich so ein bisschen skeptisch war. Nachbau der Rollei 35, also der alten Rollei 35. Fand ich ganz interessant in diesem Video. Du siehst halt, also er sagt, er hat die gestellt bekommen von der Firma, Mint heißt die, die das quasi macht und auch lizenziert hat, den Namenroller lizenziert hat. Und das sieht halt schon schwer danach aus, dass es nicht einfach nur irgendwie wir holen uns den Namen und stecken da irgendwelche Technik rein, sondern es ist tatsächlich eine ja, es ist quasi ein kompletter Kameraneubau ah, hier ist der Link dazu, alles klar dann mache ich das mal kurz auf in der Hoffnung, dass wir dafür keinen Strike bekommen ja, also es ist ein komplett komplett neues Innenleben. Es ist nicht nur einfach irgendwo ein, naja, ich sag mal, ja, da wird irgendwelcher Schrott reingemacht, dann verkauft man das teuer, weil sie ist teuer, muss man sagen. Die kostet, glaube ich, über 600 Dollar oder so. Sondern es ist ein modernes Innenleben drin. Dazu gehört, dass sie Autofokus hat, dass sie wohl offensichtlich auch im Low-Light ganz gut funktioniert.

Boris

Autofokus über ein LiDAR-System übrigens.

Chris

Über ein LiDAR-System, genau.

Boris

Und ja, hier kannst du mal kurz Stop drücken auf dem Video ein Stück zurück. Da sieht man nämlich ganz gut den Vergleich zur originalen Rollei 35. Und da sieht man, die originale ist schon nochmal in Zacken kleiner und schmaler. Und die neue Version, der Nachbau, ist halt einfach ein bisschen dicker, ein bisschen breiter, ein bisschen höher. Ist alles ein bisschen größer, aber ist halt optisch sehr gut der alten Kamera nachempfunden. Auch der Spannhebel und alles. Das ist schon, wenn man sie nicht direkt im Vergleich hat, dann weiß man es vielleicht nicht so genau. Bei Kai ist es so, der kennt halt offensichtlich die alte ganz gut, die 35T hat er da und er sagt, sie fühlt sich irgendwie vertraut an und irgendwie nicht, weil sie ist halt eben einfach ein kleines bisschen größer, ist nicht ganz so kompakt.

Chris

Ja, ansonsten, also er hat sehr warme Worte für diese Kamera und ohne zu verschweigen, dass es halt wirklich nicht billig ist, also ich werde sie mir nicht kaufen, aber für Leute, die da dran hängen aus nostalgischen Gründen und sagen, hier eine abgedatete, moderne Version davon, ja, warum nicht?

Boris

Also ich war auch ganz überrascht.

Chris

Vor allem, dass da ein Autofokus drin ist, das finde ich schon ganz faszinierend.

Boris

Der ist nicht rasend schnell, auch das erzählt er im Video. Also guckt euch das Video mal an, ich war tatsächlich ganz überrascht. Also er scheint da wirklich ganz angetan davon zu sein. Ist jetzt auch nicht überschwänglich so, aber ganz offensichtlich hat er da eine sehr, sehr hohe Ausbeute. Chris, da hatten wir ja auch drüber gesprochen bei der Halbformat von Pentax, wo ja auch so Automatismen eingebaut sind. Und auch hier in der Kamera ist eine automatische Belichtung und so weiter drin. Und offensichtlich führt das dazu, dass man eben recht gut zu vernünftigen Ergebnissen da rauskommt und auch das ist natürlich, ja, das ist ja angenehm, wenn du dann analog unterwegs bist und hast zumindest die Sicherheit, dass es von der Belichtung her schon passen wird.

Chris

Ich finde vor allem seine Klamotte klasse und muss da erstmal lachen, weil er so richtig, wirklich Touri-mäßig da läuft. Ich glaube, er ist in Hongkong, glaube ich. Und wirklich, wie der Touri rumkommt. Und dann ist mir aber klar geworden, Mensch, genau das, lässt dich ja dann auch in der Menge verschwinden. Du fällst ja nicht auf, wenn du so eine kleine Kamera in der Hand hast und dann hier Street machst. Der wird quasi unsichtbar. Alleine dadurch, dass er sich da hier so einen Hut aufsetzt und ein paar bunte Klamotten anhat. Weil auf dem Markt, auf dem er da unterwegs ist, da rennen halt auch eine ganze Menge andere Leute rum. Und die Fotos, die dann rauskommen, die er dann zeigt, die sind auch, echt gut. Also auch Auch das Fotografieren kann er ja. Insofern mag ich das.

Boris

Er weiß schon, was er tut, auf jeden Fall. Kai sagt, die Kameras von Mint sind alle nicht billig, ist eben auch eine Manufaktur.

Chris

Eben, das siehst du auch so ein bisschen am Anfang des Videos. Da siehst du ein bisschen, da ist er irgendwie bei denen, die sind da in Hongkong, da ist er so ein bisschen bei denen in der Werkstatt. Und da siehst du schon, dass da halt gefertigt wird und viel von Hand natürlich.

Boris

Weiter.

Chris

Das ist jetzt auch wahrscheinlich keine Kamera, die in super hohen Stückzahlen rausgeht.

Boris

Wahrscheinlich.

Chris

Das muss die wahrscheinlich auch ein bisschen teurer sein.

Boris

Ich meine da auch schon gelesen zu haben, dass es da schon Rückstau gibt, also Wartezeiten, wenn man bestellt. Also sie sind wohl auch etwas überrascht worden von der Nachfrage.

Chris

Ja.

Boris

Ich finde sie aber tatsächlich für eben jetzt eine neue analoge Kleinbildkamera, eine kompakte, tatsächlich attraktiv. Und das sage ich als als überzeugter Digitalfotograf. Aber das ist halt eine, wo ich sage, das gefällt mir, weil sie ist Kleinbild, sie ist kompakt, das hat den echten Retro-Charme, aber es ist eben eine moderne Kamera mit modernen Helferleinen drin. Und ja, kann ich mir gut vorstellen, dass man da sehr viel Spaß mit haben kann.

Chris

Jo. So, wir machen heute keine so lange Sendung, aber wir haben jetzt für den Schluss noch ein Ding, was mir Das wollen wir jetzt in Echtzeit machen. Machen wir jetzt in Echtzeit, genau. Überschrift ist 1000 Jahre Belichtung.

Boris

Ja, aber tausend Jahre gibt es ja noch keine Fotografie.

Chris

Nö, aber es wird tausend Jahre Fotografie geben, wenn die Menschheit nicht ausrottet. Also das ist ein Kunstprojekt und das finde ich ganz interessant, weil die Frage natürlich immer ist, was will Kunst? Und das Einzige, was mir, also ich gehe gleich darauf ein, worum es geht, aber das Einzige, was mir davor so in einer ähnlichen Richtung aufgefallen ist, ist von John Cage, As Slow As Possible. Sagt dir das was?

Boris

As slow as possible. Das ist ein Musikstück, wo in der Notation, in der Partitur drin steht, so langsam wie möglich und das wird in irgendeiner Kirche gespielt und da hast du was weiß ich für Monate oder Jahre einen Ton und dann kommen sie alle, wenn der nächste Ton gewechselt wird oder so.

Chris

Exakt, wir verlinken euch in den Show Notes mal einen Link zu einer Podcast-Episode von 99% Invisible.

Boris

Und ich weiß jetzt gerade nicht, ob das Sorgen machen sollte, dass ich mich daran erinnere. Weißt du, wie viele Jahre das her ist, dass ich da mal eine Dokumentation drüber gesehen habe?

Chris

Es war kürzlich mal wieder ein Wechsel vom Ton in diesem Stück. Also John Cage hat ein Stück geschrieben, da steht drin As Slow As Possible und dann wurde das eben, wie das so ist, wenn jemand ein Stück schreibt, dann wird das interpretiert von Künstlern, von anderen und dann gibt es tatsächlich eine Gruppe Künstler, die gesagt haben, ja, das spielen wir so langsam wie möglich. Die erste Version davon war für Klavier komponiert, aber ein Klavier hat halt eine begrenzte Tondauer und dann hat der nochmal eine neue Komposition gemacht für Orgel. Und in Halberstadt steht seit 2001 in einer Kirche, eines Nonnenklosters oder einer Kapelle, eine Orgel, die dieses Stück spielt. Und wir reden hier von Akkordwechseln, Also jetzt gerade war einer, der letzte Akkordwechsel davor war 2022, der nächste wird im August 2026 sein. Das Stück geht noch bis 2640, also insgesamt 639 Jahre lang. Und das klingt so verrückt, aber das Kunstprojekt natürlich und das.

Also das Spielen Tag und Nacht, diese Orgelpfeifen, weil der Akkordwechsel ist halt irgendwann und da wird dann auch nicht irgendwo auf einer Tastatur eine neue Taste gedrückt, sondern da wird halt in diese Orgel eine neue Pfeife eingehängt, und die Ventile sind so mit Sandsäcken aufgehalten, damit die immer offen sind und so. Und da kommen Menschen aus der ganzen Welt, um das zu hören, um das zu erleben, auch gerade so bei so einem Akkordwechsel. Also solche Projekte haben schon eine, ja, die regen schon auch das Nachdenken an und dieser Podcast, der ist bei diesem letzten Akkordwechsel dabei und die lohnt sich, die Folge, weil so ein bisschen, also das ist ein Kunstprojekt, das aber irgendwie finde ich ziemlich abgefahren. Das ist abgefahren.

Boris

Das ist die Definition von abgefahren.

Chris

Jedenfalls gibt es einen Fotografen, Jonathan Coates, nee, Jonathan Keats heißt der. Und der hat, der baut die sogenannten Millennium Cameras. Das sind Lochkameras. Hier sieht man sie, das sind so Messingkapseln.

Boris

Messing.

Chris

Eigentlich ist das so was wie diese, Solar Can, diese Dose, die man irgendwo wo mit.

Boris

So einem Stück Film dann ihr ganzes Jahr irgendwie Sonnenauf- und Untergang belichten und sowas.

Chris

Ja, aber der sagt halt, diese Lochkamera, die wird dann an verschiedenen Stellen aufgebaut, also sind ja irgendwelche, Ausblicke, irgendwelche Hotspots, irgendwelche Spots in irgendwelchen Nationalparks und so, werden da mit einer Tafel, die erklärt, was das ist, dahingestellt und dann soll die mal tausend Jahre lang belichten.

Boris

Tausend Jahre?

Chris

Ein tausend Jahre lang belichten. Die Kamera verwendet ein lichtempfindliches Pigment aus Färberkrab. Das ist also eine Färberpflanze, eine Naturfarbepflanze. Pigment ist quasi so von der Lichtempfindlichkeit so, dass das wohl hinhaut. Das Projekt nennt sich Deep Time Photography und naja das Ziel ist halt so eine Diskussion über die Zukunft zu initiieren, weil keiner von uns wird diese Bilder jemals sehen und auch ob die zukünftigen Generationen irgendwann mal diese Bilder sehen werden ist natürlich völlig fraglich, weil was weißt du denn was in 300 Jahren mit diesen komischen Dingern passiert oder ob es uns da überhaupt noch gibt.

Boris

Ich frage mich erstmal, ob das Material in tausend Jahren überhaupt noch eine Lichtempfindlichkeit aufweist oder sich fixieren lässt oder so.

Chris

Das ist übrigens ein Kupferzylinder und die Folie mit dem Loch ist eine Goldfolie. Also die sollten, wenn das jetzt nicht gerade irgendwie alles eingeschmolzen wird durch einen Vulkanausbruch oder so, sollte das schon tausend Jahre durchhalten können. Und ja, der plant jetzt da so ähnliche Kameras weltweit zu installieren in, diversen Plätzen und ja, also ich finde es spannend als so ein künstlerisches Statement, das ist kein technisches Ding, das ist halt, es regt halt so ein bisschen vielleicht auch an, drüber nachzudenken, was wir denn so, langfristig mit unserer Umgebung machen, wenn du so ein Ding da siehst und Und was wird diese Kamera ablichten? Also wahrscheinlich einen Brei, natürlich.

Boris

Also ich muss ja jetzt sagen, es gibt Kunst, die sich mir sofort erschließt, weil ich das einfach persönlich sehr ansprechend finde. Und es gibt Kunst, die mich überhaupt nicht erreicht.

Ist das Kunst oder kann das weg? Dieses Ding hier ist jetzt eins, was mich zwar jetzt nicht sofort anspringt oder anspricht, aber das ist ein Projekt, was ich verstehen kann. Also wie du gerade sagst, es wird ja vorrangig gar nicht darum gehen, dass das Ding jetzt tausend Jahre lang Fotos, also eine Belichtung macht und dass in tausend Jahren irgendwie das Wissen weitergegeben wurde, wie dieses Bild zu fixieren ist und was damit zu tun ist und wer der Urheber war und zeitkapseltechnisch. Das ist ein netter Nebeneffekt, wenn das tatsächlich mal erreicht werden sollte, aber es geht ja, wie du hier sagst, ganz eindeutig darum, eine Diskussion loszutreten. Ja. Wie schnell mein Hirn schon angefangen hat, als du das mir schon in der Sendung, in der Vorbereitung der Sendung erzählt hast, was dieser Titel hier sollte. Hier steht ja nur 1000 Jahre Belichtung. Das hätte jetzt auch eine historische Herleitung sein können oder so. Also was da in meinem Kopf schon losgegangen ist, um zu überlegen, ja, aber warte mal, was ist denn mit den Naturkatastrophen, die wir haben? Ist überhaupt noch jemand da in tausend Jahren, der das sieht? Und wenn ja, wie sieht die Landschaft dann aus? Ist das alles verstrahlt? Wird es Kriege geben, die die Dinger zerstören? Oder fangen wir uns als Menschheit so ein, dass diese Dinger da quasi angebetet werden oder beschützt werden als Beweis der Vergangenheit? Also da geht so viel im Kopf los. Und ich glaube, das ist genau das, worum es geht. Was ist unsere Verantwortung für die Zukunft?

Chris

Gibt es da überhaupt noch eine Zukunft? Kann man diese Bilder irgendwann vielleicht noch sehen?

Boris

Und das ist ja so ein Punkt, das ist vermeintlich jetzt eine banale Planung. Ja, mach mal ein Foto für 1000 Jahre, natürlich. Aber es geht ja nicht darum, ein Foto für 1000 Jahre zu machen, sondern es geht ja darum, eine Zukunft zu schaffen, in der wir in 1000 Jahren noch darüber sprechen können, ob diese Bilder was geworden sind. Und das, also am Anfang, als du das erzählt hast, habe ich gedacht, was für eine Kappes-Idee so. Und dann hat das sofort gerattert im Hirn und jetzt bin ich überzeugt und sage, das ist einfach nur genial, weil das regt auf so eine vorurteilsfreie Weise an, über die Zukunft der Menschheit zu diskutieren. Das finde ich toll. voll.

Chris

Und das ist natürlich Kunst im besten Sinne, was sie anregt zum Nachdenken, dass sie in diesem Fall auch überhaupt erklärt, vielleicht uns eben ein bisschen klarer macht, dass wir eine Verantwortung für die Zukunft haben. Stell dir mal vor, in tausend Jahren, da sind ja diese ganzen Schilder und so, die da mal irgendwie noch dran waren, nicht mehr da, sondern da liegt irgendwo so eine Kapsel und dann kommt so ein Roboter und der guckt sich das an und macht das auf und sieht dann da ein Bild drin. Also.

Boris

Ja, wie witzig wäre das denn?

Chris

Aber auch in tausend Jahren verändert sich die Landschaft. Also was macht das mit dem Bild? Und so weiter.

Boris

Was wird das sein?

Chris

Ich finde es ein total geiles Projekt. Genauso wie ich das John Cage Projekt super finde. Wir verlinken mal beides in den Shownotes. Und ihr habt...

Boris

Ja, so völlig unterschiedliche Dinge. So ähnlich die Ansätze sind. Dinge lange laufen zu lassen. Bei diesem Musikding, das ist halt tatsächlich so ein Get-Together von Begeisterten. Und ich glaube, da geht es dann auch um das Networking, um das Reden über Musik und über Kunst. Da geht es um alles Mögliche.

Chris

Und wie gesagt, die Podcast-Folge 99% Invisible ist sagenhaft gut.

Boris

Ist sowieso gut.

Chris

So, heute wie gesagt ein bisschen kürzer. Nächstes Mal wieder ein bisschen ausführlicher. Und dann Dann sage ich mal, schön, dass ihr dabei wart. Und wie gesagt, Klostergeisterkanal, BS-Klostergeisterkanal ist offen für alle, falls ihr euch ein bisschen austauschen wollt. Und in diesem Sinne wünschen wir euch eine gute Woche und bis zum nächsten Mal.

Boris

Bis dahin. 3, 2, 1. Happy Shooting.

Shownotes


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