Audioplayer

Jetzt hören

#937 - Farbdiät

Veröffentlicht 2 April 2026 · Länge 2:04:56

0:00-0:00
Lautstärke
Geschwindigkeit

Transkript
Boris

Happy Shooting, Folge 937, Farbdiät. Die heutige Folge wird euch präsentiert von Villa Workshops.

Einspieler

Hier ist eine weitere Ausgabe von Happy Shooting, der Fotopodcast.

Boris

Ja, guten Morgen, lieber Christ. Willkommen in der Sommerzeit.

Chris

Gehen, gehen, gehen. Achtung, Achtung, Achtung.

Boris

Habt ihr alle eure Kameras schon umgestellt?

Chris

Was macht ihr von selber?

Einspieler

Wir sind eure Moderatoren.

Chris

Ganz allein.

Einspieler

Boris und Chris.

Boris

Jetzt kommen die ersten wieder aus dem Gebüsch. Jetzt kommen die ersten wieder aus dem Gebüsch gesprungen und sagen, wir haben uns so auf UTC stellen, da musst du nicht dauernd umstellen, zweimal im Jahr. Ja.

Chris

Nein, der Trick ist doch, du packst einfach auf einem der Fotos machst du eine Uhrzeit drauf, eine aktuelle und dann hinterher schiebst du alles parallel in Lightroom auf diese Uhrzeit, also von diesem einen Bild Ja.

Boris

Den noch ein Bearbeitungsschritt ist klar.

Chris

Ja, aber das ist super und dann hast du schwupp und dann ist alles Du, das musste ich schon oft anwenden, wenn ich irgendwo unterwegs war so Reise, andere Zeitzone und vergessen hab die Kamera umzustellen, weil ich hab das oft vergessen und dann hast du halt hinterher noch schnell mit der alten Uhrzeit von dort noch ein Bild gemacht und das kannst du hinterher korrigieren, und dann ist Lightroom zumindest also Lightroom Classic zumindest, schlau genug, um alle anderen mitzunehmen, Und dann stimmt das wieder. Also in den Metadaten, in Lightroom. Deshalb kann ich nie Lightroom loswerden, weil da die ganzen virtuellen neuen Zeiten drinstehen. Aber es ist interessant, von den Metadaten her brauche ich viel häufiger die, Location, also sprich den Ortsnamen, noch nicht mal Geolocation, nur den Ortsnamen. Ich brauche immer wieder, das hat da mit den Büchern zu tun, Brennweiten. Und Kameras, aber die Uhrzeit, die war noch wirklich, noch nicht wirklich Thema, also hat, aber das ist ja egal, also wir wissen ja, jedes Metadatum ist für irgendjemanden besonders wichtig, also deshalb will ich da jetzt gar nicht werten, sondern einfach nur sagen, was, was, alles, alles, was ich mache, ist richtig und alles, was ihr macht, ist falsch.

Boris

Man muss da auch mal eine Linie fahren.

Chris

So sage ich das nicht. Bevor wir hier richtig loslegen. Wir sind Happy Shooting, der Fotopodcast. Ich bin der Chris.

Boris

Ich bin der Boris.

Chris

Und bevor es richtig losgeht, noch mal eine kleine Erinnerung. Dieser Podcast hat aktuell keine Sponsoren, deshalb freuen wir uns riesig über eure Unterstützung. Und falls ihr ein paar Euro übrig habt, dann schaut mal in die Shownotes. Da gibt es diverse Wege, uns zu unterstützen.

Boris

Ja. Das hilft.

Chris

Einer der Wege, uns zu unterstützen, ist, auf einen unserer Workshops zu kommen. Und das hatten wir jetzt. am Wochenende. Boah, ich bin heute der König der Übergänge.

Boris

Wahnsinn.

Chris

Ich bin aber heute auch echt wacher als gestern. Also wir hatten Seewerkstatt hier in der Villa. Warte mal, ich packe mal das Gruppenbild hier auf den Bildschirm.

Boris

Was etwas eskaliert ist?

Chris

Ja, das ist ja minimal eskaliert. Warte mal, wo ist es denn? Da ist es. Ähm, Ja, also wir hatten Spaß, wie man sieht. Warte mal, ist nämlich uns wieder mit auf dem Bildschirm. So ist es doch besser. So nicht? So jetzt aber. Ja, also wir hatten Seewerkstatt hier in der Villa und das war der erste Live-Workshop. Also es gab ja schon einen, den Villa-Workshop online und das war jetzt der erste Präsenz-Workshop, wo alle sich zusammentreffen und der ging Samstag bis Sonntag, war das Wochenende hier, ausverkauft, zehn Leute, mehr gehen da hier auch nicht rein, also das ist dann schon ganz gut gefüllt. Und ja, wir haben zwei Tage hier richtig Spaß gehabt mit so Themen wie.

Naja, also wir waren ja in der Vergangenheit, ich sag mal so ein eher handwerkslastiger Podcast-Workshop-Anbieter. Also Licht-Workshop, Mensch-Workshop und so weiter und haben das ja so für dieses Jahr mal so ein bisschen durchgeführt.

Bisschen erweitert und da geht es halt auch darum, Thema Aufmerksamkeit, Thema Dinge bemerken und umsetzen und wie ist dieser Weg dahin, was kann man drumherum machen. Wir haben geredet über was macht uns den Bilder kaputt, also nicht im Sinne von der Technik, sondern die inneren Attentäter, der innere Zensor, der innere Schweinehund, das sind ja so Dinge, die einem dann doch immer wieder mal in die Quere kommen. So dieses, nee, das ist ja langweilig, das mache ich jetzt nicht, das Bild oder was, wenn sie alle lachen und so weiter. Und wie man damit umgeht und wie man diese Stimmen im Kopf so ein bisschen besänftigen kann oder vielleicht sogar umpolen, umprogrammieren kann. Viele Übungen haben wir gemacht, viele Besprechungen und dann haben wir jetzt ja auch dieses Jahr ein neues Workshop-Feedback-Formular und das erste Feedback ist schon da und ich darf es sogar vorlesen. Es war mein erster Workshop, es war in Summe eine tolle Erfahrung und überraschend zu sehen, wie befruchtend und horizonterweiternd eine Gruppe von Gleichgesinnten für das liebste Hobby sein kann. Und das ist mal ein schönes ein schöner Satz von jemandem, der vorher noch nie auf einem Workshop war ja und sehr treffend.

Also die Informationen, die man so oder das Feedback, was man so mündlich bekommt, das kriegen wir immer wieder. Und ja, in diesem Kontext war das dann schon gut so. Und dann habe ich dich ja noch wegrationalisiert. Also eigentlich brauchen wir dich jetzt gar nicht mehr.

Boris

Wir haben jetzt ein schönes Tool. Da hast du fleißig was gebastelt für unsere Bildbesprechungen und die Bildreviews. Das war halt bisher so, dass ihr die Speicherkarten dann zu mir gebracht habt. Ich habe dann da mit meinem Mac gesessen und dann haben wir die in Lightroom eingelesen, mussten dabei dann gegebenenfalls, wenn viele Bilder auf der Karte sind, erst noch raussuchen, welches Bild und dann importieren. Dann hat sich eine Schlange hinter mir gebildet und bis dann alle Bilder so durch Lightroom durch waren, also immer eingelesen, Karte wieder auswerfen, Nächster. Manche haben es dann schon per Airdrop gesendet, dann musste ich es dann aus dem Download-Ordner dann rüberziehen und, und, und. Und Chris hat da jetzt tatsächlich was ziemlich Cooles gebaut. Das werden wir jetzt für die Workshops weiter benutzen. Und da kannst du erzählen, wie das jetzt läuft.

Chris

Naja, also du warst bisher der Bottleneck sozusagen, die serielle Engstelle, was immer super funktioniert hat, aber wenn du jetzt einfach einen kleinen QR-Code hast während des Workshops und die Leute dann da einfach ihre Bilder hochladen können, ist das schon ganz cool. Und wenn du dann so die Häkchen siehst, also neben den Namen, es ist gerade eine Demo auf dem Bildschirm, aber wo dann quasi einfach bling, hast du sofort einen Überblick, wer schon abgegeben hat, wer noch nicht, was so ein total interessantes Nebeneffekt hatte, dass das dann so ein bisschen zum Wettbewerb wurde, wer schneller abgegeben hat.

Boris

Ich sehe gerade, du hast das Tool schon erweitert. Gibt es da jetzt so ein Tachell für den schnellsten?

Chris

Genau, ich habe noch ein Krönchen hier reingepackt für die erste Person für eine Aufgabe, die abgibt.

Boris

Das war ganz schön, weil jetzt konnten die Leute direkt von ihrem Smartphone oder von ihrem Rechner mit einem QR-Code bei uns im lokalen Netz, also auch alles sicher, die Bilder schnell hochladen, sind automatisch gesammelt worden. Du hast sie direkt sortiert zur passenden Aufgabe und, und, und. Das ist schon sehr cool. Und trotzdem war ich natürlich als Backup da. Wir hatten da jetzt auch einen Teilnehmer, der eben jetzt nicht mit Smartphone und Notebook da war, was ja auch jetzt keine Voraussetzung war. Dafür sind wir ja da.

Chris

Dafür kann man dann immer noch mal sich gegenseitig irgendwie...

Boris

Genau, dafür sind wir dann ja immer noch da mit unseren Rechnern und können dann für euch den Import machen.

Chris

Aber das hat erstaunlich viel Entspannung reingebracht.

Boris

Ja, das hat sehr viel entzerrt und sehr viel Ruhe reingebracht.

Chris

Genau, also es war viel entspannter und das Tool ist dann gleichzeitig auch noch da, um Bilder darüber zu präsentieren. Das hatte ich dann schon beim Online-Workshop im Einsatz.

Boris

Da kommt das Tool ja her. Da kommt es ursprünglich her.

Chris

Dass man mal schnell ein Bild vorzeigen kann, Und dann dieses Bild oder auch mehrere Bilder miteinander gruppieren, vorzeigen kann und dann kannst du eben, ich zeige das jetzt hier nicht, aber dann kannst du im Prinzip das machen, was man eigentlich immer machen möchte. Mal hier ein Kringel was zeigen, hier mal ein Kringel draufmalen, hier mal ein Pfeil, hier mal eine Linie. Auch mal mehrere Bilder in eine unterschiedliche Sequenz bringen und gucken bei so Sequenzierungsaufgaben.

Boris

Das war super praktisch, weil auch schnell mal einen Crop machen oder sowas, das konnten wir in Lightroom auch. Was zeigen, halt gegebenenfalls im Schattenriss. Aber wenn es dann halt darum ging, so mal zwei Bilder gegenüberzustellen oder eine Serie von drei Bildern und dann mal die Reihenfolge festzulegen und so weiter. Das ist in Lightroom dann doch immer ein ganz schöner Heckmeck gewesen. Dann ging es dann immer darum, ja, und wie sortiere ich das jetzt? Wer hat die Bilder abgegeben? Wo finde ich das andere Bild? Und das hat wirklich eine Menge Entspannung reingebracht.

Chris

Das hat schneller gemacht alles. Also das ist immer noch gut erweiterbar.

Boris

Aber ich bin echt gespannt auf den Klostergeister-Workshop. Wir hatten jetzt zehn Teilnehmende und auf dem Klostergeister sind es dann doch ein paar mehr. Und da bin ich schon sehr gespannt, weil das muss so viel einfacher werden beim Abgeben der Bilder.

Chris

Und das macht es ja auch dann insgesamt nicht nur entspannter, sondern auch schneller. Man kann dann auch mehr Aufgaben machen, weil einfach das Einsammeln nicht mehr irgendwie 20 Minuten dauert, sondern halt parallel passiert.

Boris

Es ist immer diese Zwangspause bei der Abgabe. Die ersten langweilen sich dann, bis die letzten die Bilder abgegeben haben. Das ist immer ein bisschen stressig. Oder wenn ich noch unterwegs bin, fotografieren können wir nicht anfangen mit dem Einlesen, bis ich da bin. Das alles ist jetzt raus. Da freue ich mich wirklich sehr drauf. Also nochmal Chapeau. Das war eine super Idee. Klasse.

Chris

Mal gucken, wie das dann bei Klostergeister funktioniert, aber ich habe da eigentlich jetzt keine Bedenken. Und, Dann haben wir noch das Gruppenbild gemacht und das war ganz lustig, weil wir das jetzt tatsächlich mal zum Spaß einfach mal mit etwas Neuem gemacht haben, was hier rumliegt, was eine 360-Grad-Kamera ist. Und da kannst du halt dann richtig lustige, verbiegende Sachen machen. Also Little Planet und so, das ist dann ein Ding. Jürgen fragt, ob es noch Plätze beim Klostergeister gibt. Ja, es gibt noch Plätze beim Klostergeister.

Boris

Ja, es gab kurzfristig ein oder zwei Absagen aus beruflichen eine und die andere aus familiären Gründen.

Chris

Genau, also solltet ihr überhaupt mal Bock auf sowas haben, happyshooting.de slash workshops, guckt mal rein, wie ihr, Wir hatten auf jeden Fall sehr viel Spaß am Wochenende und es wird dieses Jahr noch diverse andere Workshops geben. Anderes Tool, an dem ich übrigens gebastelt habe, du erinnerst dich. Also wenn ich sage gebastelt habe, heißt das, ich habe gevibecodet. Also das ist jetzt nicht, dass ich jetzt hier plötzlich der begnadete Softwareentwickler wäre, aber ich weiß, wie man mit Softwareentwicklern redet, weil das habe ich früher im Job tatsächlich viel gemacht. Und damit ist das tatsächlich ein ganz interessanter Weg und wir hatten das letztes Mal, war das in einem Kommentar, dieses Thema, Schlüsselwörter, Keywords für Lightroom und so weiter und da hatten wir noch so ein bisschen rumgewitzelt dass ich dass man das ja auch bei KI machen kann, es gibt ja auch Tools die das tun für einen Ja. So Exire und Co. machen das, ja.

Boris

Mein Einwand war dann ja immer, ich will meine Stichwortliste nicht mit allem möglichen Müll auffüllen, den die KI so trifft. Und du hast gesagt, naja, da gibt es auch eine Taxonomie, an die man sich halten könnte und so.

Chris

Eben, also das Thema Taxonomie ist ja tatsächlich, also eine Taxonomie, wie definiert man das, ist im Prinzip ein Wortraum, der ein gewissen abgegrenztes Ding, also es gibt zum Beispiel für, das Tierreich gibt es eine Taxonomie mit Hierarchien und so weiter. In der Küche könntest du eine Taxonomie machen, wo du das ganze Geschirr und Essen und was weiß ich alles aufzählst. Und auch für Bilder kannst du für dich eine Taxonomie bauen. Jetzt ist aber die Frage, wie kriegst du eine Taxonomie auf deine Bilder verteilt? Und auch da habe ich mir einfach mal den Spaß gemacht und mal geguckt. Also ein Lightroom-Plugin schreiben lassen ist nicht schwer.

Boris

Das ist die Lua-Sprache.

Chris

Das ist Lua.

Boris

Die ist nicht schwer, das ist eine Skript-Sprache.

Chris

Genau, und da gibt es eine dokumentierte API dafür und da kannst du quasi so einen .lr-Plugin-File schreiben lassen und in den richtigen Ordner legen und dann ist das ein Plugin und das kann dann auch mit Bildern was machen. Und dann habe ich tatsächlich mir überlegt, okay, wie könnte ich das machen und so eine KI, genau, und dann habe ich eine lokale KI installiert, die Bilder kann. Jetzt ist mein Rechner aber nicht besonders, hat nicht besonders viel Speicher und ist auch nicht so schnell. Das heißt, die waren nicht ganz so gut, aber es geht theoretisch schon, dass du quasi, dann diese Lightroom-Bilder jeweils diese KI präsentieren lässt und der KI nicht nur eine Frage mitgibst, so ein Prompt von wegen, hier mach mal Stichworte und gib die zurück, sondern, hier ist eine Taxonomie. Guck mal, ob die Bilder zu dieser Taxonomie, was von dieser Taxonomie zu dem jeweiligen Bild passt. Und das hat erstaunlich gut funktioniert. Nicht mit dem Lokalen. Ich habe dann noch das irgendwie, also meine Testbilder mal so an ich glaube es war.

Boris

Hat sie nicht einen Gemini genommen?

Chris

Was war es denn? Gemini. Genau, also dieses Google-Modell was nicht viel kostet und so weiter und habe das mal testhalber auf ein paar Bilder losgelassen. Und das hat tatsächlich ganz gut funktioniert. Also das gibt ja dann, die Begriffe aus deiner Taxonomie zurück, die zu diesen Bildern passen. Dann wollte ich aber auch noch ein paar Gegenstände haben und habe gesagt, okay, und noch die fünf wichtigsten Gegenstände in dem Bild. Also hier mit meinen Musikern, Trompete und Hut und was weiß ich.

Boris

Ja, weil man da unter Umständen ja mal nach suchen will. Wo sind die Fotos, wo die Trompete drauf war?

Chris

Genau. Und das noch in Kombination zu den Schlüsselwörtern, die ich eh schon draufgepackt habe, nämlich wie heißt die Band, was ist das für ein Event gewesen und so weiter. Das packe ich eh immer dazu. Hat schon echt ganz ordentlich funktioniert. Jetzt muss man sich natürlich im Klaren sein, also die Bilder werden quasi jeweils kleinkomprimiert, damit die nicht viel, damit die schnell übers Netz können. Ja, nicht ganz, aber so ich glaube 512 Pixel lange Kante.

Boris

Icons sind größer.

Chris

Und Und dann quasi die dann tatsächlich an Gemini irgendeins von den Modellen geschickt, ein günstiges. Und das hat erstaunlich gut funktioniert. Also auf dem lokalen Rechner hier bei mir hat das ProBild... Ich weiß nicht, eine halbe Minute gedauert. Also es war nicht schnell.

Boris

Das war ziemlich langsam.

Chris

Und die Qualität war auch nicht besonders gut. Wie gesagt, wenig Speicher.

Boris

Man müsste größere Modelle nehmen und dann wird es noch langsamer.

Chris

Gut, wenn man jetzt eine dicke Nvidia-Karte hat und einen Windows-Rechner, da geht das dann wahrscheinlich besser. Aber ich habe halt hier nur ein MacBook.

Boris

Vielleicht gibt es auch irgendwelche optimierten Modelle für ein Mac, die diese Neural Engine da ausnutzen. weiß ich aber nicht, aber da könnte man sich es geht zumindest mit lokalen Modellen.

Chris

Es gibt gerade auch noch mal irgendeine Innovation, die wahrscheinlich das Ganze alles noch mal schneller macht und so weiter Jedenfalls mit dem Online mit der Online-KI war das tatsächlich so eine, 2-3 Sekunden pro Bildgeschwindigkeit, also da kannst du dann schon mal was laufen lassen drüber Das ist alles noch hat noch Ecken und Kanten Und das ist auch so, dass das noch irgendwie lokal noch irgendwas braucht, um die Bilder runterzurechnen. Also ich könnte das jetzt einfach online stellen, aber dann würden die meisten wahrscheinlich nichts mit anfangen können. Aber ich gucke mal, ob ich das vielleicht bis nächste Woche mal noch so einpacke, dass das zumindest halbwegs sinnvoll nutzbar ist. Aber man braucht dann auf jeden Fall, um das sinnvoll zu nutzen, entweder eine lokale, dickere KI oder so ein API-Key für die entsprechende Modelle.

Boris

Das Kleinrechnen müsste eigentlich Lightroom selbst in der Lage sein, das zu tun.

Chris

Nee, ist es nicht. Da dachte ich ja. Du kannst von Lightroom per API tatsächlich ein JPEG anfordern, also ein Preview-Bild. Du kannst dem sagen, welche Größe du hättest und wenn es die nicht hat, aber was Größeres, gibt es dir das Größere zurück. Und die API, um die Previews rechnen zu lassen, ist nicht zuverlässig.

Boris

Okay.

Chris

Also du musst es extern kleinrechnen lassen. Anders geht es leider nicht. Ich hätte jetzt gedacht.

Boris

Dass es eine Schnittstelle für den Export gibt.

Chris

Nee, gibt es nicht. Ist aber jetzt auch egal. Jedenfalls, ich gucke mal, ob ich das bis nächste Woche, zumindest für die, die spielen wollen, basteln. Also das kann man ja dann auch auf seinem eigenen Rechner dann irgendwie mit Claude-Code einfach verändern lassen oder so. Ist aber schon mal ein Anfang und hat bei mir erstaunlich gut funktioniert. Und zwar so gut, dass ich wahrscheinlich das jetzt in Zukunft auch verwenden werde, um einfach so ein Grundrauschen auf meine Bilder draufzupacken, auf die, wo es sinnvoll ist und die ich auch wiederfinden möchte. Also es ist nicht ganz...

Boris

Interessant.

Chris

Unmöglich ist es nicht. Und es hat auch nicht so lange gedauert. Also ich habe vielleicht ein Stündchen investiert und dann lief das Ding.

Boris

Wenn du da was hast, sag gerne mal Bescheid. Oder wir versuchen es auf dem Klostergeist dann mal. Keine Ahnung. Dann kann ich das ja mal bei ein paar von meinen rennen lassen und mal gucken, was da rauskommt.

Chris

Ich kann es dir einfach geben, das Ding. Auf dem Mac müsste das laufen. Das benutzt lokal, um Bilder kleinzurechnen, ein SIP-SIP von Mac. Das ist ein Stück Software, was an der Kommandozeile Bilder kleinrechnet.

Boris

Ja, können wir offscreen klären.

Chris

Also funktioniert. Gut, also wir hatten Spaß mit Software und so weiter und dann kam auch noch die Frage beim Workshop. Ob wir nicht auch mal ein Licht-Mensch-Workshop machen?

Boris

Ja, ob wir den nicht mal wieder anbieten. Das haben wir tatsächlich dieses Jahr nicht gemacht. Weil das Problem ist ja immer, habt ihr überhaupt noch Interesse daran oder nicht?

Chris

Und dann haben wir letztes Jahr gemerkt, dass das gar nicht mehr so ein großes Ding war.

Boris

Genau, es gab wenig Anmeldungen.

Chris

Genau, das ist jetzt einfach die große Frage. Wir haben ja unter anderem das ganze Ding mal so ein bisschen erweitert, Weil diese rein handwerklichen Workshops nicht mehr so gefragt waren. Ich vermute, das kommt daher, dass die Kameras einfach viel besser werden. Das heißt noch lange nicht, dass die sich damit Licht gut auskennen oder damit wie ein Mensch vor der Kamera funktioniert. Aber irgendwie scheint das Interesse an diesen mehr handwerklichen Workshops einfach auch abgenommen zu haben.

Boris

Aber ist zumindest eine Interpretation, eine andere könnte auch einfach sein, unglücklicher Zeitpunkt gewählt. Weil was willst du machen, wenn die Leute keine Zeit haben an dem Wochenende, haben sie keine Zeit an dem Wochenende. Es ist immer so ein bisschen die Schwierigkeit, interessierte Menschen zu finden, die zum selben Zeitpunkt Zeit haben. Möglichst zu einem Zeitpunkt, wo wir zwei auch Zeit haben.

Chris

Jetzt wäre es aber vielleicht nicht uninteressant. Also wir haben bisher einen Mensch-Workshop gemacht, einen Licht-Workshop gemacht. Ob wir das nicht vielleicht mal in einem Workshop kombinieren?

Boris

Sie überlappen sich ja sowieso. Also das wäre jetzt auch mein Vorschlag, mal ein Wochenende wirklich Druckbetankung mit Blitzlicht zu machen. Und da werden wir ohnehin Menschen fotografieren und werden das Thema Mensch dann einfach mit reinnehmen. Und dann sagt man eben mal so, das ist jetzt ein Lichtworkshop und da machen wir Blitzlicht, Dauerlicht, natürliches Licht. Mal ein Wochenende wirklich auf Licht und Menschen achten. Das können wir machen. Also ich habe da großen Spaß daran, vor allen Dingen an der Blitzlichtgeschichte, hätte ich großen Spaß daran, das wieder Leuten zu vermitteln, die das entweder nochmal auffrischen möchten oder ganz neu mal lernen möchten. Es geht ums entfesselte Blitzen, also Blitze runter von der Kamera.

Und ich sage ja immer, es ist am Anfang vielleicht eine Hürde, weil man halt glaubt, das ist alles wahnsinnig schwierig und so. Aber ich verspreche euch, wenn ich euch zeige, wie das funktioniert, dann werdet ihr überrascht sein, wie einfach es sein kann. Und wenn man die Grundlage, wenn man diesen ersten Schritt hat, den ersten Blitz extern aufbauen und die Belichtung einmessen. Wenn das einmal Klick gemacht hat im Kopf, wie das funktioniert und ich verspreche euch, das ist nicht schwer, dann eröffnet sich da wirklich eine ganz, ganz neue Welt. Dann habt ihr euer Studio immer dabei, wenn ihr das wollt. Und das muss nicht teuer sein, das ist nicht groß, das muss nicht kompliziert sein. Also wer da Interesse dran hat an einem Lichtworkshop, wo wir ganz sicher auch Blitzlicht auspacken werden, und dann natürlich auch auf das Thema Mensch eingehen, also ein bisschen mit dem Mensch interagieren vor der Kamera, einfache Posen. Es geht so wirklich um Familienfeier, um einfache Porträts. Wie kann man ein bisschen mehr rausholen aus dem Bild oder den Menschen ein bisschen entspannter vor der Kamera aussehen lassen und sich auch fühlen lassen?

Meldet euch mal auf happyshooting.de slash high, wenn ihr mal grundsätzlich Interesse daran habt. Ich weiß nur noch nicht, wie wir das machen mit dem Finden eines Termins. Weil wenn ich jetzt frage, wann habt ihr Zeit, dann haben wir hinterher 20 Meldungen mit 20 verschiedenen Terminen.

Chris

Also dieses Jahr eh nicht mehr. Also wenn, dann wäre das eine Vorbereitung aufs nächste Jahr. Ähm, Aber ja, also das wird immer wieder an den Terminen scheitern. Ich kriege das regelmäßig, wenn Workshops angeboten werden, dass dann kommt, ja, wäre ich total gern, aber geht nicht. Ist halt so die Hürde ist halt auch eine relativ große erstmal, du musst daherkommen du brauchst ein Wochenende, musst daherfahren, ich kann nur sagen das Feedback, was ich jetzt übers Wochenende wieder bekommen habe war oh man, das ist ja nochmal was ganz anderes wenn man da mit Leuten im Raum sitzt mit gleichgesinnten Menschen und ein gleiches Ziel hat gemeinsam lernen kann, werden wir nachher auch nochmal kurz drüber reden über, dieses Thema Also.

Boris

Ich würde vielleicht die Anfrage noch erweitern. HappyShooting.de slash high. Schreibt, ob ihr Interesse an einem Lichtmensch-Workshop habt. Uwe schlägt schon den Titel vor. Licht gestalten, finde ich gut. Weil Licht gestalten, Licht gestalten, finde ich sehr schön. Habt ihr Interesse an so etwas? Das wäre mal die erste Information. Und vielleicht werft mal hinterher, ob euch die Region um Hannover, das wäre dann bei Chris in der Villa, mehr interessiert. Interessiert oder ob euch die Region im Raum Nordheim-Göttingen mehr interessiert. Das ist zwar nur eine Stunde weiter südlich, aber immerhin, dann könnte man auch gucken, dass ich hier eine Location besorge, wo wir das machen oder wir treffen uns wieder auf der Burgruine oder solche Späße. Das hängt ein bisschen vom Interesse ab, wie viele Leute da Spaß dran haben und dann schauen wir mal. Also ja, bitte meldet euch mal. Ich hatte ja auch tierisch Bock, irgendwie in Hamburg im Containerhafen was zu machen. Aber das kann ich euch nicht versprechen. Aber schreibt mal hin. Wie gesagt, ist eher Raum Hannover oder eher Großraum Göttingen-Nordheim interessant für euch. Und dann sagt mal Bescheid.

Chris

Ja. Gut, wir müssen über OnOne reden.

Boris

Ja, ich bin gespannt. Ist ja einer der RAW-Entwickler-Alternativen zu Lightroom.

Chris

Richtig. Und über ein neues Tool, was sie entweder angekündigt haben oder schon rausgebracht haben. Und das ist On1Restore.ai.

Ein KI-Wiederhersteller von alten Bildern. Also hast du eine Schuhschachtel voll Bilder, die im Keller irgendwie noch rumliegen oder auf dem Dachboden, so von Oma, Opa und so. Alte, unscharfe, verwaschene, schwarz-weiße Fotos und OnOne hat so eine Pressemitteilung rausgeschickt mit einem, ich glaube mit einer Riesenmenge, über 70 Beispielbildpaare, was das dann toll ist, aus den Bildern macht. Und die Überschrift, die dann Peter Pixel dazu geschrieben hat, ist On One Restore AI turns Old Family Fotos into grotesque Nightmare Fuel.

Und die Beispiele sind schon interessant, weil sie teilweise genau das tun, was man eigentlich ja nicht mag bei der KI. Du kennst das, wenn du in, egal welches LLM, ein Foto reinschiebst und sagst, ändere mal, was weiß ich, mach mal den Hut weg oder setz mal, räum mal da hinten irgendwas auf auf dem Bild. Dann wird ja das komplette Bild neu gerechnet durch die KI. Das heißt, die ganzen Features, die Gesichtszüge werden leicht angepasst, die Haare sind nicht mehr exakt so wie vorher. Das mag dann hinterher schon wie ein Foto aussehen, aber du hast halt das Problem, dass es nicht mehr wirklich das Original ist.

Boris

Ja, das ist hier in dem Beispiel auch der Fall.

Chris

Ja, in diesem Beispiel, das haben die rausvergrößert, da sind die Gesichter, alles andere als Gesichter, sieht eher so aus wie Dali 1 oder Dali 2, was ja teilweise auch relativ kaputte Gesichtszüge gemacht hat. In dem Original, das ist eine Rausvergrößerung, ist aber auch wirklich wenig Detail drin. Aber das Thema ist, also das ist wohl in Photo Raw Max von OnOne integriert und verspricht automatische Reparaturen alter Fotos und die ersten Tests zeigen halt dramatisch überschminkte Gesichter und einige Halluzinationen, so wie man das halt kennt von eigentlich älteren KIs.

Boris

Es ist wahrscheinlich wenig kontrolliert, der Prompt oder das Modell.

Chris

Ist nicht überall so, aber so die Beispiele, die man sieht, also hier ist ein schwarz-weißes Foto von einer Frau, das dürfte also schon viele Jahre, das müsste so mindestens mal 120 Jahre alt sein oder so.

Boris

Porträt einer jungen Dame.

Chris

Genau und das wird jetzt hier zu sowas und das ist nicht mehr die gleiche Dame.

Boris

Plötzlich quasi geschminkt.

Chris

Wenn du die anschaust, ja, koloriert, klar, aber die Gesichtszüge sind ganz andere. Hier sind noch mehr Beispiele. Hier ist ein junger Mann, der dann plötzlich so aussieht.

Boris

Sieht wirklich völlig anders aus. Hat auch einen anderen Blick und so.

Chris

Hier ist eine Familie mit Kind und die sehen dann halt, also das Kind, guckt ihr das Kind an und jetzt guckt ihr das Kind an.

Boris

Ist halt ein anderes Kind.

Chris

Ist ein anderes Kind. Hier eine Familie, so klassisch, was weiß ich, 1895.

Boris

Das ist ein saustarkes Familienporträt. Richtig so ein Oldschool, fast so ein Western-Style-Porträt.

Chris

Und du spürst fast hinten die Stützen an den Hinterköpfen, damit die lang genug ruhig halten können.

Boris

Definitiv, aber saugut komponiert.

Chris

Bam. Guckt er den Jüngling an, der hinten steht? Guckt er die Kinder an?

Boris

Es ist halt schon irgendwie ähnlich.

Chris

Guckt das Mädchen, das zweite von links.

Boris

Ja, ja. Es ist halt schon ähnlich. Beispiel nach dem anderen.

Chris

Hier ist das, wo das oben rausvergrößert war mit den grotesken Gesichtern. Hier ist altes Bild von hier, Abraham Lincoln. Nein.

Boris

Also man hätte es auch nicht unbedingt kolorieren müssen, sag ich mal. Restaurieren heißt jetzt nicht zwingend auch kolorieren.

Chris

Das ist diese On-One-Funktion. Wahrscheinlich kannst du das auch noch abschalten, das Kolorieren. Hier, ich beachte mal den Mann rechts oben ja nochmal, okay würde ich sagen spontan gealtert spontan anderer Mensch ja, Also alle, ne? Ja, gut. Und so weiter und so weiter.

Boris

Also es ist auf der einen Seite schon sehr faszinierend und für jemand, der das Original nicht kennt, ist das wahrscheinlich auch Jacke wie Hose. Sieht halt schön aus hinterher, aber wenn du die, also okay, was ist das denn? Hier sehen wir ein Auto von hinten und einmal sehen wir quasi in die Heckscheiben hinein, was da geladen ist mit Köpfen von hinten und auf dem Restaurierten, da guckt uns jemand aus dem Auto hinten raus an, WTF.

Chris

Ja.

Boris

Also da ist, glaube ich, die Halluzination irgendwie auf 11 gedreht, habe ich den Eindruck.

Chris

Also sie schreiben jetzt, lass mal schauen, da gab es eine Meldung von OnOne after publication, das ist nämlich jetzt drei Tage später, auch wieder bei PeterPixel, nochmal dieses Thema. Und dann schreiben sie, dass nach der Publikation unsere Original-Story hat OnOne ihn gemailt, um sich zu entschuldigen und dass das Team aus Versehen Beispiele im Press Kit mitgeschickt hätte, die daher nicht hätten sein sollen.

Boris

Man rudert etwas zurück.

Chris

They further explained that Restore AI Tool was meant to be part of a broader workflow that the examples did not include. Was auch immer, ob das jetzt beabsichtigt war oder nicht. Es zeigt halt ein fundamentales Problem. Die KI macht halt, Nicht das so, wie man es sich eigentlich vorstellen würde.

Boris

Und wir können mal die grundsätzliche Frage stellen, ob das überhaupt zielführend ist. Mal abgesehen davon, dass da andere Gesichter draus geworden sind. Das kriegst du mit Sicherheit ein bisschen in den Griff, wenn du das Model ein bisschen bremst. Aber ein altes Bild zeichnet sich ja auch dadurch aus, dass es auch alt wirkt. Ich finde es jetzt gut, dass man Fotos restaurieren kann. Wenn du jetzt wirklich Beschädigungen im Bild hast, wie Kratzer oder Emulsion, die sich abgelöst hat, solche Geschichten. Wenn du sowas automatisch restaurieren kannst, gerade bei Scans, wenn du Fusseln drauf hast und so, das ist eine Mordsarbeit, das zu korrigieren. Und sowas quasi mit KI automatisiert zu machen, da gab es all die Jahre, gab es da Dinge hier mit Infrarotscannen und so, um dann irgendwelche Fusseln und Kratzer zu erkennen und so. Und wenn das jetzt eben mit KI eben möglich ist, auch mit abfotografierten Bildern, mit Repros und so weiter, bin ich voll dafür. Alles gut. Aber müssen die Kanten so viel glatter und schärfer werden? Muss alles rauschen aus den Bildern raus? Muss das aussehen wie eine moderne Aufnahme von Leuten, die alte Klamotten anhaben und mit alten Frisuren da sitzen? Ist das wirklich das Ziel? Also für mich ist das dann keine alte Aufnahme mehr. Das ist too much für mich.

Chris

Vor allem ist es halt eine Restauration. Das ist in dem zweiten Artikel bei Peter Pixel auch ein Thema. Eine Restauration ist halt... Aus Sicht der restaurierenden Profis, die haben dann mit Profis sich natürlich auch unterhalten, ist es natürlich eigentlich heutzutage nicht mehr so, dass man restauriert, also sprich, dass man versucht, das wie es früher war, wieder herzustellen, sondern dass man den aktuellen Zustand einfriert und guckt, dass es nicht mehr weitergeht, also dass es nicht weiter zerfällt und eigentlich ist das überholt heute. Ich hatte ja mal diese Glasnegative gescannt von meiner Familie. Da waren ein paar dabei, wo ich gesagt habe, ja, die möchte ich gerne mal ein bisschen restaurieren, aber auch da waren es eigentlich eher die technischen Dinge und mit sehr viel Fingerspitzengefühl. Also zum Beispiel Glaspilz. Da hast du dann, oder was heißt Glaspilz? Pilzbefall auf der Emulsion. So eine Fotoemulsion ist ja aus Gelatine und die ist lecker für manche Pilze. Also hast du dann das Problem, dass die da drin sind. Und dann gehst du natürlich mal her und auf der Glasseite putzt du die dann auch mal.

Dann hast du aber halt auch so Sachen drin wie einen Bruch in einem Glas. Das ist halt gebrochen. Und dann ist natürlich an der Stelle aus meiner Sicht gar nichts Schlimmes dran, wenn man das dann wieder flickt, so ein Riss, der da drin ist. Oder hier hatte das Bild halt wirklich Löcher in der Emulsion, weil dann irgendwie die, die halt mit den Jahren rausgefallen sind, die habe ich dann stellenweise wieder gefixt, damit das Bild einfach... Ja, zumindest so richtig technische Probleme nicht mehr hat, aber ich habe dadurch ja nichts am Bild selber verändert oder an dem Menschen verändert. Also das ist schon nochmal eine andere Geschichte gefühlt und ja, ansonsten, wie gesagt, Restauration heißt heute halt viel mehr das Wiederherstellen, nicht das Wiederherstellen, sondern das Bewahren von dem, was da ist.

Boris

Ja, aber bei Gemälden zum Beispiel kenne ich das auch, dass eben solche Fehlstellen dann retuschiert werden, also dann quasi hinterher mit Wasserfarbe wieder nachgemalt oder aufgefüllt wird, so wie du auch gestempelt hast quasi. Dann wird also die Fehlstelle korrigiert, Risse werden rausgebügelt oder geflickt. Aber man geht halt nicht daher und sagt, ja, das war schon ganz gut, aber damals wusste man es halt nicht besser oder konnte es nicht besser. Ich male hier mal drüber und korrigiere hier mal die Perspektive und die Pose und außerdem mache ich mal die Frisur so, wie sie sein sollte. Also man malt da nicht ein neues Bild drüber. Das wäre dann einfach zu viel. Naja. Also ich hätte grundsätzlich so eine Retusche eher bei Lumina erwartet. Bei OnOne finde ich das jetzt gerade überraschend. Aber das läuft wahrscheinlich unter der Kategorie, wie bei vielen Unternehmen gerade. Gerade so auf Geschäftsführer-Ebene ist gerade so diese FOMO, diese Angst, etwas zu verpassen. Wir müssen jetzt KI hier machen, sonst laufen uns die Kunden weg. Schönes Beispiel, was du gerade rausgesucht hast.

Chris

Eke Omo, dieses Jesus-Bild, was da doch mal eine Frau irgendwie übermalt hat, das ist ja dann als Meme durch die Welt gegangen. Das wäre das... Problem beim Restaurieren.

Boris

Ja, das könnt ihr euch mal angucken.

Chris

Original hat halt auch seine Löcher.

Boris

Ja, genau. Das Original ist auch ganz schön angegriffen, aber die Restauration sieht halt aus wie von einem Fünfjährigen drüber gemalt.

Chris

Ist halt keine Restauration.

Boris

Das ist...

Chris

Na gut. Wahnsinn.

Boris

Vielleicht hat On One sich daran orientiert. Man weiß es ja nicht.

Chris

Ja, so böse will ich es nicht sein. Aber ich glaube, sie haben einfach zu viel, Technikvertrauen an der Stelle. Zu viel blinden Eifer, finde ich so.

Boris

Ja, der Eifer ist es. Ich glaube, das ist nachher so diese Betriebsblindheit. Du bist da und packst immer noch ein bisschen drauf, noch ein bisschen drauf und jeder Schritt für sich wirkt irgendwie schlüssig und klein. Und dann bist du fertig, bist euphorisch, hast ein super Ergebnis und das willst du der Welt präsentieren und die Welt sieht jetzt den wirklichen Ursprung und das wirkliche Ende und nicht die ganzen Zwischenschritte und sagst, um Gottes Willen. Und die, die daran jetzt irgendwie die zwei, drei Monate dran gearbeitet haben, die sind erst mal erschrocken und sagen, wieso, das ist doch so geil. Ja, aber vielleicht habt ihr mit Bildern gearbeitet, die nicht eure Familie waren. Vielleicht kennt ihr die Leute darauf nicht. Und Leute, die die Person darauf kennen, sagen, das sind nicht mehr die Personen, die da fotografiert waren. Es ist schwierig.

Chris

Und da können wir gleich noch beim Thema bleiben. Also zumindest beim Oberthema KI, weil was jetzt auch interessant ist, dass jetzt gerade Sora, die Sora-App geschlossen wurde. Also Sora-App, Sora von OpenAI, das ist dieser Videogenerator. Wir haben sicher in den letzten Monaten sehr viel KI-generierten Scheiß auf Social Media gesehen.

Boris

Hatte sich Disney Plus da nicht eingekauft?

Chris

Ja, irgendwie schon, aber nur so halb. Jedenfalls ist das Ding hier in Deutschland, war das ja nur so in der ersten Version, glaube ich. Und in USA und ein paar anderen Ländern war das auch als App verfügbar. Und zwar wirklich als App, in der du generierst und dann so richtig so Insta-mäßig, scrollst, scrollst, scrollst, also endless scrolling und dann hast du immer neue ja, neuen KI-Slop quasi und ja, gerade jetzt was ist heute?

Boris

Heute ist 31.3.

Chris

Also vor ein paar Tagen, 26. März, hat OpenAI das ganze Sora-Tool einfach eingestellt, über Nacht. So, bam, weg. Also die API, die scheint wohl, nee, irgendwie, also zuerst dachte ich so, nee, Sora 1 war doch auch schon lange abgekündigt, schon seit ein paar Monaten oder so. Aber stellt sich halt raus, nee, das ist nochmal eine Stufe mehr. Sora fliegt komplett weg. Sie sagen so, es ist ein broader Product Refocus.

Und das ist auch ein relativ neues Tool gewesen, also von 2025. Und Und wann genau, also API und App sollen abgeschaltet werden. Ob die jetzt schon abgeschaltet sind, weiß ich nicht. Wie gesagt, das ist in USA hauptsächlich. Das ist jetzt nicht das einzige Video-Tool oder Video-Generations-Tool, was es gibt. Da gibt es auch noch Runway und so weiter. Also Leute werden weiterhin Videos basteln können. Aber halt nicht mehr von OpenAI in diesem Kontext. Und so richtig viel Informationen drüber habe ich jetzt gar nicht gefunden. Also es heißt so, neuer Fokus, neue Ausrichtung. Es gab, glaube ich, noch irgendwo das Gerücht, dass es einfach auch scheiße teuer war. Also die haben da so viel Geld reingebuttert, weil die Ressourcen, die dafür verwendet werden müssen, für so ein Video einfach unglaublich sind. Ich denke, zumindest öffentlich ist da einfach zu viel, zu viel Geld reinversenkt worden.

Boris

Vielleicht zu viel Kosten für zu wenig Nutzen. Also wenn die Leute das nicht bezahlen, sondern nur im Free-Account irgendwie rumdaddeln, dann ja.

Chris

Und dann war das Feedback natürlich auch nicht besonders gut, weil da natürlich viel sehr gefährlicher Scheiß auch rausgefallen ist. Siehe Beeinflussung, Politik und so weiter. Deepfake-Debatten, Deepfake-Risiken und so weiter, was ja gerade eh ein Thema in den Medien ist, ist da mit Sicherheit ein Dauerthema gewesen. Ja, wir wissen nicht, was das genau bedeutet, aber es ist auf jeden Fall entweder jetzt schon oder bald erstmal weg. Heißt nicht, dass es solche Tools nicht weitergibt, aber dieses zumindest wird es erstmal nicht mehr geben. Zumindest nicht in der App und nicht für öffentlich.

Boris

Und nicht für uns zumindest, ist jetzt die Frage, ob jetzt so. Vorstellen, ob das... Wie Disney und ähnliche, ob die da weiterhin Zugriff drauf haben, so für ihren eigenen Workflow?

Chris

Diese Lizenz von Disney war ja glaube ich so, also wie gesagt, 100% bin ich da nicht drin, weil wir es nicht hatten hier, aber die Disney-Lizenz war glaube ich so, dass das Generieren von Disney Charactern lizenziert war. Dass man also quasi damit Mickey und Goofy und so weiter Clips mit denen generieren konnte, innerhalb von gewissen Guardrails. Damit da kein, was weiß ich, Mickey-Maus-Porno gemacht wird oder so.

Boris

Aber ja, wahrscheinlich eine Kostenfrage. Und wenn Sie sagen Neuausrichtung. Ja, schauen wir mal.

Chris

Das lief übrigens, glaube ich, so viel ich das mitbekommen habe, eh in einem komplett anderen Lab. Also das war nur so ein rangeflanschter Teil von OpenAI. Das war noch nicht mal im gleichen Gebäude. Die haben so ein bisschen vor sich hin gewurschtelt, wie ich das mitbekommen habe. Nur gut.

Boris

Ich glaube nicht, dass sie aufhören zu wursteln, aber vielleicht jetzt erst mal öffentliche APIs abklemmen, um Ressourcen freizuschaufeln. Wir wissen, dass auch gerade die Ressourcen teurer geworden sind. Also wenn du den Rechnerpark jetzt nicht aufrüsten möchtest, aus Kostengründen, musst du die Ressourcen anders, besser nutzen.

Chris

Dazu haben wir nachher auch noch ein Thema.

Boris

Aber apropos Forschung, die ETH Zürich hat einen Fotosensor entwickelt, der die RAW-Dateien direkt vom Sensor kryptografisch signiert. Also es geht um fälschungssichere Bilder, um Authentizität, um Nachweis, dass ein Foto wirklich ein Foto ist. Das ist dieses Thema und hier gibt es einen neuen Ansatz, dass eben der Sensor, also der Chip in der Kamera, der das Bild aufzeichnet, selbst schon in Hardware quasi gegossen eine kryptografische Signatur erzeugt, die dieses Bild als echtes Bild mit diesem Sensor gemacht identifiziert. Und es soll dann ein dezentrales Register geben, was diese Signaturen dann unveränderbar speichern kann. Da wird auch der Begriff Blockchain genannt. Und so soll es eben herstellerunabhängig möglich sein, diese Daten abzugleichen und eben zu prüfen, ob das Bild eben ein echtes Bild ist.

Chris

Also nicht Content Credentials, sondern nochmal ein neuer Standard.

Boris

Genau, ganz genau. Diesmal aus der Schweiz.

Chris

Ist das jetzt das Betamax oder das VHS?

Boris

Erstmal ist es sowieso nur Forschung. Da ist jetzt erstmal noch nichts öffentlich. Es ist ein Vorschlag erstmal nur aus der Forschung.

Chris

Also es ist näher an den Pixeln dran, auf jeden Fall. Bisher die anderen Ansätze, siehe Leica, die das jetzt auch schon eingebaut haben, das ist ein Zusatzchip bei denen, der hinter der Pipeline irgendwo sitzt.

Boris

Oder auch in Software gegossen bei anderen.

Chris

Genau, und das hier sitzt quasi jetzt direkt hardwaremäßig direkt auf der Datenquelle sozusagen. Was ja machbar ist, weil wenn man sich heute so Sensoren anschaut, Global Shutter und so weiter. Da ist ja auf dem Sensor selber auch Elektronik drauf, die andere Dinge tut, als nur Licht zu sammeln und daraus irgendwie ein Bild zu machen. Sondern da wird ja teilweise schon Bild bearbeitet. Es gibt auch KI-Chips, die direkt vom Sensor runter schon irgendwelche Auswertungen mitliefern und so. Ja, eigentlich sinnvoll. Je näher am Pixel das geschieht, desto weniger wird es sich manipulieren lassen.

Boris

Richtig. Also das ist der Ansatz, dass es eben sicher ist, unverfälscht. Aber ich habe das Ding durchgelesen und ich habe natürlich wie bei den anderen Ansätzen auch einfach Fragezeichen dazu. Also ich verstehe schon, dass man eine Fotoaufnahme macht und das dann auf Basis der getätigten Pixel, dass man da einen Ansatz fahren kann, um eine eindeutige Signatur zu erstellen. Also sowas verstehe ich grundsätzlich erstmal, das kann man machen. Dann sagt man, das ist jetzt hiermit gemacht, jetzt erzeuge ich hier einen eindeutigen Schlüssel, also so eine Signatur und dann habe ich die auch erstmal und schön, aber was mache ich jetzt damit?

Diese Signatur muss ja irgendwo hin, also eben in dieses dezentrale Register, das steht ja auch in der schematischen Zeichnung, das muss ja hochgeladen werden. Solange das dort nicht hingeladen wird, hat erstmal niemand was davon. Also müsste man das hochladen. Das macht die Kamera erstmal nicht von sich aus. Also so unsere Kameras, also ein Smartphone könnte das tun, aber unsere großen Kameras machen das so erstmal nicht. Das müsste man dann also vom Rechner aus machen, wenn man die Bilder eben in den RAW-Entwickler überträgt. Es geht ja auch hier darum, dass die RAW-Daten signiert werden. Also werden die am Rechner in einen RAW-Entwickler geladen werden und der müsste sich um so etwas kümmern. Was passiert dann, wenn ich das Bild bearbeite und zuschneide, also das RAW überhaupt erst mal entwickle? Dann ist der Sensor ja nicht mehr involviert. Gibt es jetzt einen neuen Schlüssel oder wird die bestehende Signatur erweitert um die Hinweise auf die Bearbeitung? Und wo wird das gespeichert?

Chris

Du musst für jedes Bild einfach den Sensor mitliefern. Das ist dann wie Film, weißt du, dass du einfach jedes Bild einen neuen Sensor hast.

Boris

Ich kann mir jetzt, also wenn da Blockchain gefallen ist, da kann ich mir schon auch vorstellen, dass eben in der Basis die Signatur von dem Bild ist und dann eben in der Blockchain die Bearbeitungsschritte gespeichert sind. Aber soll jetzt das Bearbeitungsprogramm bei jedem mal, wenn du auf Save drückst, online eine Ergänzung speichern?

Chris

Selbst wenn Blockchain aus technologischer Sicht das Richtige wäre, das ist kein Ding mehr, das will niemand wissen.

Boris

Aber selbst wenn es keine Blockchain ist und du sagst, okay, zu dieser Signatur gehört jetzt hier ein Store und da kannst du jetzt deine Bearbeitungsschritte dran schreiben, denkbar, über API, alles machbar, aber soll dann die Bearbeitungssoftware bei jedem speichern? das tun? Also das sind erstmal so Fragen, die ich habe. Und dann ist natürlich.

Jetzt liegt da eine Signatur irgendwo im Internet bei einem unabhängigen Anbieter. Wer ist dieser unabhängige Anbieter? Wer speichert diese Daten? Wie sieht die API dazu aus? Und sollen jetzt alle Bildbetrachter darauf zugreifen? Und dieses Zugreifen, wie findet das denn statt? Also wenn jetzt irgendein Bild öffentlich gezeigt wird, woher weiß denn jetzt dieser Bildbetrachter, was er nachschauen soll? Steht an diesem Bild noch etwas dran, was dann gegen die öffentliche Signatur geprüft werden kann? Dazu müsste ja irgendetwas in den Metadaten dieses Bildes drin stehen. Und da kommt dann ein Problem dazu, was auch in dem Bericht beschrieben steht, dass beim Hochladen der Bilder viele Plattformen die Metadaten kürzen oder komplett streichen. Oder dass alternative Bilder berechnet werden in verschiedenen Auflösungen, wo dann eben nicht alle Metadaten noch mal dran kopiert werden. So eine Signatur wird auch eine gewisse Größe haben. Vor allen Dingen, wenn dann auch noch Bearbeitungsschritte dran stehen sollen. Also ich habe da wirklich ziemlich viele Fragen dazu, wie das technisch funktionieren soll. Und wer da alles mitspielen müsste. Und dann hast du immer noch nicht das Problem gelöst, dass du mit deiner Kamera natürlich auch ein Repro von AI-Material machen kannst, was dann aussieht wie ein Foto. Aber du hast halt nur ein AI-generiertes Bild mit deinem Sensor abfotografiert.

Chris

Ich weiß gar nicht, was du hast. Stell dich mal nicht so an.

Boris

Ich finde das erstmal schwierig. Ich finde das erstmal gut. Ich finde das gut, weil die Idee, nach Lösungen zu suchen, wie kannst du denn sicherstellen, dass ein Foto, was du siehst in den Medien, auch wirklich ein Foto ist? Oder eben für die Medienschaffenden selbst eine Möglichkeit zu finden, sicherzustellen, dass Material, was sie zugespielt bekommen oder finden, auch wirklich echtes Material ist. Dass man dafür eine Lösung finden möchte, das finde ich absolut legitim. Da gibt es nichts dran zu deuteln. Das ist einfach so. Und schwierig finde ich jetzt hier nur.

Und es gibt bereits Ansätze dafür, etwas zu tun, die sich noch nicht durchgesetzt haben. Jetzt gibt es den nächsten Ansatz. Und nicht, dass jetzt der Sensor irgendein Format schreibt, was zu den anderen Ansätzen schon passt, sodass man darauf aufsetzen kann oder Synergien nutzen kann. Man schafft schon wieder etwas ganz Neues. Also so wird es auch nicht funktionieren, wenn wir jetzt einen Standard nach dem anderen schaffen, noch bevor wir irgendeinen überhaupt mal benutzen. Vielleicht passiert das aber auch nur, weil es noch keinen gibt, der wirklich zufriedenstellend ist. Das kann ja auch sein. Dann ziehe ich meinen Einwand zurück und hoffe, dass es dann irgendwann doch nochmal jemand mit der genialen Idee gibt. Wie es zum Beispiel damals ja auch war mit der Kryptografie. Also bevor es halt diesen Public Key und den Private Key gab, also dieses Konzept Public Key und Private Key auf mathematischer Basis, war das durchaus problematisch, irgendwelche Dinge verschlüsselt zu übertragen und sicherzustellen, dass das auch wirklich legitim ist, was da gesendet wurde und vom richtigen Absender stammt. Bis jemand diese geniale Idee hatte, das zu machen. Und vielleicht brauchen wir etwas Ähnliches eben hier auch in der Fotografie. Also ich glaube allerdings, dass das hier eine Nische bleiben wird. Also das ist nichts für dich oder mich. Außer wir wollen irgendwo mitspielen im Bereich der Pressefotografie. Und die Presse möchte sicherstellen, dass es echte Bilder sind. Dann werden wir sowas unterstützen müssen. Aber ich glaube, ansonsten ist das für uns erstmal uninteressant.

Chris

Erstmal wahrscheinlich schon, also generell überhaupt mal zu dem Thema, warum gibt es da jetzt schon neun Standarde? David hat gerade im Slack den klassischen XKCD 927 dazu gepostet, dieses Thema, wie Standards funktionieren. Situation, es gibt 14, Und dann sagt jemand, oh, das ist doch Quatsch, wir müssen das alles auf ein neues Ding vereinen miteinander und dann Situationen jetzt. Es gibt 15 neue Standards oder 15 Standards. Das ist so, ja. Andererseits, wie du gesagt hast, das Thema Verschlüsselung im öffentlichen Raum wurde auch erst nach vielen, vielen Versuchen gelöst mit Public Key Verschlüsselung. Und genauso ist es hier vielleicht auch nur, dass das halt keine reine Softwarelösung ist, sondern dass da immer auch irgendwie die Hardware angefasst werden muss. Und damit kannst du nicht einfach mal alle Kameras austauschen. Du kannst mal eben Software updaten, naja fast überall. Es gibt auch genügend Embedded-Systeme, wo das nicht geht. Aber es ist einfacher mit Software als mit Hardware einen neuen Standard zu etablieren. Deshalb ist es halt so wie VHS oder Video 2000. Also ein bisschen schwierig finde ich das schon. Du willst damit sagen.

Boris

Wenn die Pornoindustrie eine Lösung dafür gefunden hat, dann haben wir den Standard.

Chris

Wahrscheinlich. Oder die Gaming-Industrie. Oder die Gaming-Industrie. Die Innovationen irgendwie in die Masse bringen.

Boris

Das stimmt schon.

Chris

Ja, es ist, Auf der anderen Seite, um was zu finden, was auch wirklich richtig gut funktioniert und was dann auch sich durchsetzt, muss man halt auch viele Blumen blühen lassen.

Boris

Ja, ist so.

Chris

Also ich glaube, da gibt es keine wirklich richtige Lösung an der Stelle. Aber es ist natürlich ärgerlich, weil das halt immer in Hardware irgendwie sein muss.

Boris

Also ich finde es gut, dass es ausprobiert wird.

Chris

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Vielleicht reicht auch eine Software-Update auf die Kameras, wenn das sauber implementiert ist und man das nicht knacken kann. Müssen wir jetzt auch nicht lösen, aber...

Boris

Wir werden das jetzt hier in fünf Minuten nicht lösen. Also ich finde es gut, dass es angegangen wird. Was ich immer schade finde, in den Berichten, die ich bisher gesehen habe, so in den Newstickern, wird halt nie wirklich mal im Detail erklärt, wie denn der komplette Workflow sich vorgestellt wird. Da wird immer an den entscheidenden Stellen abgekürzt. Oder gibt es ein Register und dagegen kann das geprüft werden? Ja, und wer lädt das jetzt in Register hoch? Und wann? Und wie prüfe ich das? Auf welcher Basis werden die Pixel dahergenommen und auf Basis der Pixel einen Schlüssel erstellt, mit dem ich prüfen kann, wie funktioniert das nach Bearbeitung? Geht es um Metadaten? Was passiert? Also es sind so viele Fragen im Detail offen. Ich glaube, so wird das nichts.

Chris

Also die einzige Angst dabei, die ich habe, also ich glaube, ich habe keine Angst, dass sich da nicht irgendwann mal ein Standard raus etabliert, der dann, oder vielleicht zwei, drei, die dann parallel miteinander funktionieren. Das Einzige, wo ich so ein bisschen Angst vor habe, ist, dass das Thema AI-Slop so viel schneller vorwärts geht als diese Entwicklung, dass du hinterher einfach sagst, naja, es ist zu spät.

Boris

Das ist schon egal. Ja, es hat sich dann erledigt.

Chris

Ah, gut.

Boris

Wer weiß. Vielleicht heißt es künftig dann für die Pressefotografie wieder, nur noch analoge Fotos werden angenommen, gibt die Filmrolle ab.

Chris

Wenn sich dann irgendwann mal was durchsetzen sollte, glaube ich allerdings schon, dass das dann hoffentlich auch Standard in allen Kameras wird. Also so etwas drin zu haben in dieser Form. Ich habe schon Bock drauf, dass die Leute, wenn sie ein Bild sehen, was ich gemacht habe, auch sagen, der Chris kann das aber.

Boris

Ich glaube, da brauchst du keine Kryptografie dafür.

Chris

Doch, Boris, doch. Ich habe jetzt gerade ein Video gesehen hier von Hank Green zum Thema Slop und, warum denn manche KI, die mit Bildern zu tun hat, das Bild aufwertet und warum andere KI, die das mit den Bildern zu tun hat, das Bild abwertet. Im Prinzip ist AI, Slop, und ich benutze den Begriff ganz bewusst, ist eine Abwertung von Bildmaterial, weil es damit beliebig wird, weil es damit, der persönlichen Vision entzogen wird und das ist ein echtes Problem.

Boris

Aber wenn du möchtest, prompt dich dir ein paar Freunde mit der KI, die dir sagen, wie tolle Fotos du machst. Das ist überhaupt gar kein Problem.

Chris

Du weißt genau, dass das Spaß war, aber es ist tatsächlich so ein Thema. Ich habe eine Vision, ich will da was machen und nachher habe ich da ein Bild und dieses Bild ist plötzlich ganz beliebig, weil es zu viele andere beliebige Bilder gibt. Finde ich nicht gut.

Boris

Hallo, mein Name ist Darboven. Ich komme eigentlich mal ganz rein zufällig bei Ihnen vorbei, um Ihnen zu sagen, was für fantastische Fotos Sie machen.

Chris

Du verstehst mich, glaube ich, nicht. Du verstehst das Grundthema, glaube ich, nicht.

Boris

Nein, ich will dich einfach nur ärgern.

Chris

Es geht um Vertrauen.

Boris

Ja, ist es.

Chris

Um Wahrheit und um Vertrauen letztendlich.

Boris

Das ist doch, was ich dir gesagt habe. Ich gucke mir auf Social Media, wenn ich durch den Stream gucke, eigentlich keine Fotos mehr an zu irgendwelchen tagesaktuellen Dingen, weil ich überhaupt kein Vertrauen da drin habe, irgendeine Wahrheit dort zu sehen. Das ist mir einfach zu blöd geworden. Und insofern bin ich ja ganz froh, dass es da Ansätze gibt, aber das, was dazu nötig ist an, Infrastruktur, um dieses Vertrauen wieder herzustellen, sodass ich dann, wenn ich was, was ich durch Mastotons scrolle, irgendwo ein grünes Häkchen sehe und sicher sein kann, das ist echt ein gemachtes Foto, was nicht manipuliert wurde, da ist, glaube ich, noch viel zu tun.

Chris

Lass uns doch über schönere Sachen reden, zum Beispiel über fliegende Kameras. Anti-Gravity A1, die 360-Grad-Drohne von Insta360. Die haben jetzt vor einigen Monaten, die hat diese Drohne rausgebracht. Also das ist diese Drohne, wo du im Prinzip so ein paar Goggles auf hast und dann den Kopf drehen kannst. Und die Drohne macht so ein kugelförmiges 360-Grad-Bild und so ein Handgriff, mit dem du das dann aber in eine andere Richtung fliegen kannst, als du guckst. Und das ist ganz cool. und ist im Prinzip eben das, was Insta360 mit den Kameras am Stöckchen macht, aber in fliegend.

Boris

In der Luft, genau.

Chris

Cool, ist klasse.

Boris

Absolut.

Chris

Jetzt gerade frisch angekündigt ist... Diese Drohne hier, weil DJI Avatar 360 ist im Prinzip das gleiche auf DJI, also auch eine 360-Grad-Drohne.

Boris

Das Video sieht sehr ähnlich aus.

Chris

Es ist genau dieses wilde First-Person-Rumgefliege mit hinterher editierbar, wo man hinguckt und welchen Bildausschnitt man sieht und so weiter. Und ja, also im Prinzip hat ja da Insta360 quasi DJI ganz schön eins reingeboxt. Das war ein ganz schöner Tiefschlag, weil dieser Markt gehörte ja DJI, dieser Drohnenmarkt und dann kommt da plötzlich so ein dahergelaufener Kamerahersteller und Action-Kamerahersteller und nimmt ihnen da wirklich ganz gut die Wurst vom Brot. Und das hat denen nicht so gut gefallen, glaube ich. Und jetzt haben sie ja mittlerweile mit etwas Nachgang diese 360-Grad-Kamera. Und nicht nur das, sondern DJI, also die ist jetzt vorbestellbar, aber das ist eindeutig das Konkurrenzprodukt dazu. Und nicht nur das, sondern DJI hat jetzt auch gleich noch Insta360 verklagt, nämlich in Shenzhen. Und zwar eine Klage gegen sechs Patente. Die Insta360 mit Antigravity verletzt haben soll. Da geht es um Flugsteuerung, da geht es um das Gehäusedesign, da geht es um die Bildverarbeitung.

Boris

Aber Imitation ist doch die höchste Form der Anerkennung.

Chris

Verstehe ich jetzt gar nicht.

Boris

Was regen die sich denn jetzt so auf?

Chris

Keine Ahnung. Aber es ist, also es geht um sechs Patente und da wird also jetzt, sagt DJI, und außerdem habt ihr uns hier beklaut. Da ist wohl ein Mitarbeiter von DJI zu Insta360 gegangen und ja, sowas passiert da ganz oft über Proaching. Da nimmt dann jemand Firmengeheimnisse mit. Man hat das zwar nicht nachgewiesen und der behauptet auch, das wäre so nicht. Da gibt es glaube ich ein Jahr lang Zeit, in der der das nicht hätte tun dürfen. Und das sagt natürlich, das wären alles reine ... Wie sagt man da? Ich habe mir das selber ausgedacht.

Boris

Aber jetzt sag mal, wie viele Möglichkeiten gibt es vier Rotoren so anzuordnen, dass sie, wenn eine Kamera nach oben und nach unten zeigt, nicht im Bild sind oder rausgerechnet werden können?

Chris

Frag mich nicht, um welche Details es da geht. Ich kann es ja nicht sagen, um welche Details. Da geht es wahrscheinlich nicht um die Grundform einer Drohne, sonst müssten ja viele Sachen weggeklagt werden. Da geht es wahrscheinlich um andere Dinge.

Boris

Schon interessant.

Chris

Ja. Ob das jetzt durchgeht, also das ist...

Boris

Betrifft das unseren Markt hier eher nicht, ne?

Chris

Also das Gericht ist ein Shenzhen Intermediate People's Court, was immer das auch bedeutet. Ach genau, es geht nicht um einen, es geht um mehrere ehemalige DJI-Ingenieure, die bei Insta360 tätig sind. Das ist erstmal jetzt ein China-interner Rechtsstreit. Das ist natürlich auch ein Stück weit Wettbewerbstaktik, mit Sicherheit. Aber die Frage ist schon, ob das jetzt international Auswirkungen hat, weil wenn das jetzt irgendwelche Verbote mit sich bringt, Vertriebsverbot oder sonst was, dann ist halt die Frage, ob das auch in EU und anderweitig dann irgendwas zu sagen hat. Wissen wir nicht, können wir nicht wissen. An dieser Stelle nochmal der Hinweis, das ist unglaublich sexy, wenn man dieses Produkt und die Videos sieht, aber auch diese Drohne, vermute ich mal, wird bei den meisten Leuten halt relativ schnell zum Staubfänger werden, weil man dann doch keine Anwendung dafür hat.

Boris

Und hier auch an vielen Stellen einfach gar nicht mehr fliegen darf.

Chris

Und an vielen Stellen, das wird ja immer komplizierter und die entsprechende Ausrunde. Ich weiß auch nicht, ob die jetzt gewichtstechnisch unter 250 Gramm liegt, kann ich gar nicht sagen, habe ich mir noch nicht so genau angeguckt. Ich mache das Video erst mal weg, da wird man ja ganz zappelig davon, du.

Boris

Das ist so.

Chris

Also, Insta360 Drohnenkrieg unter den, Von Drohnenfirmen.

Boris

Wahnsinn. Tja, vom Drohnenkrieg zum Speicherkrieg.

Chris

Willst du ja eh keine Kameras mehr kaufen, weil du kannst ja den Speicher gar nicht mehr leisten.

Boris

Richtig, denn Speicher wird gerade teurer. Hintergrund ist tatsächlich, dass im Bereich der KI sehr hohe Nachfrage nach Prozessoren und nach Speicherchips ist. Man braucht viel, viel Speicher und da wird gerade in den letzten Monaten schon der Markt leer gekauft und es gibt auch weltweit nicht so viele Produktionsstätten, wo Speicherchips hergestellt werden und die können halt nur so viel produzieren. Schneller geht es halt nicht. Und die Kapazitäten sind ganz offensichtlich nicht nur am Ende, sondern über dem Ende. Sony hat nämlich jetzt offiziell verkündet, dass es einen Annahmestopp für Aufträge gibt, was Speicherkarten betrifft.

Chris

Also diese Sony-Rugget-Karten und solche Geschichten.

Boris

Alles. SD-Karten aller Leistungsklassen, CF-Express Typ A und Typ B, es werden keine Aufträge mehr von Sony angenommen für die Produktion. Also ich nehme an, dass jetzt eben nach sehr teuer ein gar keine mehr folgt. Die Preise sind in letzter Zeit ja schon dramatisch gestiegen. Und ich glaube, es wird jetzt halt noch bedient, was schon bestellt war. Das denke ich schon. Es gab ja Auftragsvolumina, die werden wahrscheinlich noch bedient. Und dann ist Ende, also neue Aufträge jetzt nicht mehr. Und das, was beim Händler liegt, liegt da eben und danach eben nicht mehr. Und was so etwas bedeutet, wissen wir.

Chris

Naja, und ich gehe mal schwer davon aus, dass Sony da für Speicher keine eigenen Fabs betreibt. Also Sensoren machen die, aber so Speicherzeug, das ist hoch durchgetaktet. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die ihre Speicherchips kaufen und dann eben einbauen. Das ist jetzt nur eine Vermutung, aber eben einbauen und wenn da jetzt quasi bei den Speicherherstellern plötzlich die ganze KI-Welt sich die Füße, sich gegenseitig auf die Füße tritt und denen Geld zuwirft, dann werden die Preise halt hochgehen, ganz klar. Und irgendwann ist das nicht mehr wirtschaftlich, weil du kannst ja so die Kosten für eine SD-Karte oder sowas kannst du ja nicht beliebig anheben dem Kunden gegenüber. Das geht ja gar nicht. Irgendwann ist doch da, zahlt das doch keiner mehr.

Boris

Ich hätte hier noch eine 64 GB Evo, eine Samsung Micro SSD. Also ich sage mal...

Chris

Könnte man jetzt wahrscheinlich Geld mitverdienen.

Boris

Also ich sage mal, ab 3.500 Euro bin ich verhandlungsbereit.

Chris

Soll ich dir was zeigen?

Boris

Hm. Was hast du denn da noch? Das ist unscharf.

Chris

Das ist eine SSD, eine Evo 870 mit 4 Terabyte.

Boris

Mit 4?

Chris

Mit 4 Terabyte.

Boris

Also eine kleine.

Chris

Was?

Boris

Tera. Ja, hättest du jetzt 8 gesagt, hätte ich gesagt, nehm ich.

Chris

Nehm ich? Ne, kannst du nicht zahlen. Die ist so teuer jetzt.

Boris

Das glaube ich auch.

Chris

Könntest du dir nicht leisten. Das ist Gold. Die tue ich in den Tresor.

Boris

Ist ein Anlageprodukt.

Chris

Gold war gestern. Also Sonenziti Reißleine.

Boris

Ja, und das von Sandisk hört man schon ähnliches, dass die Auftragslage sehr angespannt ist. Also nicht, weil zu wenig da wäre, sondern zu viel. Ich denke, das wird eher über kurz als über lang dazu führen, dass die Produktion weiter runter geht und eben in unserer Fotobranche oder generell der Allgemein-Computer-Branche, diese Zubehörartikel, externe Speicher in Form von diesen kleinen Speicherkärtchen oder eben SSDs, nicht nur sehr, sehr teuer werden, sondern auch sehr, sehr selten werden, wenn man jetzt etwas neu kaufen will. Schön für den Gebrauchtmarkt, schlecht für uns Kundinnen, die etwas neu brauchen. Ich bin nämlich tatsächlich auf der Suche jetzt schon seit einiger Zeit nach 8 Terabyte 2,5 Zoll SSD. Ich wollte noch mal ein, zwei Stück kaufen hier für meinen NAS und hatte eigentlich immer gedacht, naja, ich warte halt, die Preise werden ja fallen. Scheiße, was? Nicht gut. Alles nicht gut.

Chris

Ja und was passiert? Es wird natürlich wieder Überschwingungen geben in alle Richtungen. Wie der Volker schreibt schön vom Schweinezyklus, also eine periodische Schwankung von Angebotsmenge Marktpreis. Also wenn zu viel produziert wird, geht der Preis runter und dann wird, also wie auch immer der funktioniert. Aber auf jeden Fall hast du hinterher Schwingungen in beide Richtungen und hast immer so diesen Wechsel zwischen Mangel und Überschuss über die Zeit. Ich kann mir schon ganz gut vorstellen, dass jetzt Kapazitäten zur Produktion hochgefahren werden, wenn es denn geht. Weil dazu muss ja ASML aus Holland erstmal wieder Maschinen liefern und dann TSM-10 Taiwan wird wahrscheinlich dann irgendwann mal von China gekapert und außerdem kommt irgendwie das meiste Helium, was man dafür braucht durch die Straße von Hormuz. Und wir haben jetzt, glaube ich, aktuell, wenn ich das richtig gesehen habe, noch irgendwie ein paar Wochen Helium für die Chip-Produktion und dann ist das auch hinüber, weil der Idiot von da drüben idiotische Sachen macht.

Insofern das wird total spannend und spaßig und so, vielleicht hört dann der KI-Slop einfach auf vielleicht hat deshalb ja OpenAI Sora gekillt damit ihre Maschinen und damit ihre Rechnerparks frei werden, für irgendwelche neuen Sachen und das war das, was es am meisten verbraucht hat und am wenigsten eingebracht hat, kann ich mir schon vorstellen dass das so ein vorauseilendes Ding ist von wegen, wir müssen jetzt der, wahrscheinlich demnächst mal ganz empfindlich einbrechenden Versorgungslage irgendwas, wir müssen vorher schon mal bereit sein. Also, we need to skate where the puck will be. Das ist ja... So ungefähr kann ich mir das vorstellen. Wir leben in spannenden Zeiten.

Boris

David schreibt hier auch, er hat eine 8 Terabyte Samsung, die hat er mal für 330 Euro gekauft, dann gab es sie gar nicht mehr und jetzt für 1300 Euro. Also mal eben 1000 Euro gestiegen, bei anderen Herstellern 2000. Ja, das deckt sich mit meiner letzten Recherche und das ärgert mich gerade ein bisschen, weil ich würde halt gerne eine dazustecken hier in Mainas, also aus Speicherplatzgründen, aber ich werde mich jetzt beherrschen, also das mache ich nicht.

Chris

Und Volker schreibt, ASML, also diese Firma, die diese Chip-Produktionsmaschine erstellt, die einzige in der Welt übrigens, schreibt, da hat die Kapazität für die nächsten 48 Monate schon längst verkauft.

Boris

Ja.

Chris

Die drucken da gerade Geld. Mal schauen, mal schauen, mal schauen, mal schauen, mal schauen. Aber wie gesagt, ohne Helium geht es eh nicht.

Boris

Ja, David hat schon recht. Also die Speicherkartenchips sind jetzt nicht in dem Strukturbereich. Also die sind nicht so winzig wie diese Chip, also die CPU- und GPU-Produktion. Da gibt es schon noch ein paar andere FAPs, die das machen. Aber viele sind es halt weltweit trotzdem nicht. Und die werden auch alle ausgebucht sein. Und die werden sich halt überlegen, wo die größte Spanne drin ist. Wer zahlt am meisten? Ja, und wir, die möglichst billig Speicherkarten kaufen wollen für unsere Kamera, wir stehen nicht ganz oben auf der Liste.

Chris

So nach dem Ding, Ding, Ding. Guten Tag, ich würde gerne unseren Vertrag nochmal neu verhandeln.

Boris

Ganz genau.

Chris

Oh Mann, oh Mann, oh Mann.

Boris

Das sind bittere Zeiten.

Chris

Was meine Kameras angeht, habe ich jetzt erstmal den Speicher, den ich brauche. und was SSD angeht eigentlich auch. Das nächste Jahr kann ich schon mal überleben hier.

Boris

Ich sag mal so, es ist schön, dass wir hier in den letzten Wochen immer mal wieder von neuen in Anfangszeichen Filmen gesprochen haben. Also Analogfilmen für Kameras. Vielleicht wird das bald der günstigste Weg sein, Fotos zu machen.

Chris

Kann schon sein. Der Film als neues Medium als neues Raw-Bild. Ja, warum meine ich nicht?

Boris

Was koste ich am Ende? Ein Foto so um den Euro rum? Oder nicht mal ein Euro? Ja, lohnt sich. Wenn du das in Speicherkarten machst, dann zahlst du locker 5 Euro pro Bild. Bald. Mal gucken, wo das enden soll. Enden geendet ist auch eine lange Diskussion und langes Geziehe und Gezerre, naja ist wahrscheinlich übertrieben aber DNG ist jetzt offizieller ISO-Standard Weltkulturerbe.

Chris

DNG das war die.

Boris

Analogfotografie noch nicht ganz, dafür braucht es noch ein bisschen aber das Adobe DNG Format das Digital Negative Format ist jetzt offiziell ISO 12234 was ich auch sehr süß finde Strich 4 Doppelpunkt 2026. Das ist jetzt der ISO-Standard für das Speichern oder ein ISO-Standard für das Speichern von RAW-Daten, also RAW-Fotos. Und steht jetzt quasi auf einer Stufe wie eben beispielsweise das TIFF-Format, was auch ein ISO-Standard ist. Und jetzt ist halt die Frage, ob die Hersteller da dann jetzt draufsetzen, jetzt wo es ein Standard ist, ein definierter ISO-Standard. Es gibt ja Kamerahersteller, die ihre Fotos schon als DNG speichern direkt oder zumindest optional. Ich glaube, Leica macht es per Default und andere können es optional einschalten.

Ist aber unklar, ob das jetzt nur, weil es ein ISO-Standard ist, sich jetzt durchsetzen würde. Weil, wie wir ja gerade gesehen haben, schön einen Standard zu haben, aber wir machen doch besser einen eigenen. Und eigene Formate haben ja auch Vorteile. und sicherlich nicht mehr zwingend den Vorteil, den man vielleicht ursprünglich mal angenommen hat. So, wir machen unser eigenes Format, dann können wir unsere eigene Software verkaufen. Ich glaube, das dürfte schon seit Jahrzehnten durch sein, das Thema. Das sollten alle Hersteller verstanden haben, dass die Leute nicht die Hersteller eigene Software benutzen und die Hersteller eigene Software ist ja auch nie, also zumindest vielleicht in den Anfangszeiten noch, aber später nicht mehr wirklich vermarktet worden, sondern die war kostenlos dabei. Und es gab genügend Drittanbieter-Software, die dann eben diese Formate lesen konnten. Aber eigene Formate helfen einem Hersteller natürlich auch möglichst optimal, die eigenen Daten zu speichern. Weil als Hersteller deiner Kamera mit deinen Features und deinem Sensor weißt du halt am besten, was du für Daten sammelst und wie du die am effizientesten und am schnellsten wegspeichern kannst. Wenn du dich nicht an irgendwelche Formate halten musst, sondern irgendwann was eigenes machst.

Also zum Beispiel das C-RAW-Format bei Canon, um eben sehr kompakte RAW-Daten zu speichern. Vielleicht mit Detailverlusten, aber eben nach eigenen Regeln in einem eigenes Format oder eben komprimierte RAW-Daten. RAW-Daten bei Canon und Nikon sind ja schon per se relativ klein, auch bei hohen Pixelanzahl, weil eben komprimiert gespeichert wird. Und das ist halt in der Regel auch eine eigene Entwicklung, wie man das tut. Oder diese Dual-Pixel-Informationen bei Canon, die ja auch irgendwo stehen müssen, damit du hinterher im RAW noch nachträglich minimal den Fokus verschieben kannst oder, oder, oder. Und da gibt es verschiedenste Hersteller, die eben verschiedenste Metadaten in ihre Formate, in diese Rohdaten mit reinbringen. Könnten wir auch vorstellen, dass es da streckenweise zwei RAW-Entwicklungen gibt, wenn eben da mehrere Verstärker zeitgleich gearbeitet haben und verschiedene Werte ausgelesen haben. Und ob eine Software das dann auswertet oder nicht, da wird wahrscheinlich die Herstellersoftware in der Regel ganz vorne dabei sein, das ist klar. Aber sowas speicherst du natürlich am liebsten in einem eigenen Format, ohne dich in irgendwelche Vorgaben zwängen zu müssen. Kann ich so aus Entwicklerperspektive ganz gut verstehen.

Die Frage ist halt, ob diese ganzen herstellerspezifischen Dinge im DNG abbildbar sind und in welcher Form. Also erstmal ja, sie sind natürlich abbildbar, weil das DNG-Format meines Wissens, das ist jetzt schon ein paar Jahre her, dass ich mir das angeguckt habe, so definiert ist, dass es auch erweiterbar ist. Also Hersteller können auch eigene Erweiterungen reinbringen.

Und wenn jetzt in diesem ISO-Standard auch herstellerspezifische Erweiterungen vorgesehen sind, dann ist natürlich schon wieder unklar, dann ist ein DNG natürlich nicht gleich ein DNG. Dann kann es natürlich sein, dass die rohen Daten und die Standards irgendwo schon für alle lesbar gespeichert sind, aber die Feinheiten dann eben wieder doch nicht. Und dann ist eben doch die Frage, ist es ein DNG von Canon oder ist es eins von Sony und von welchem Kameramodell? Und welche Erweiterungen stehen denn da noch so drin und kann das die Software auch? Weiß ich jetzt nicht, wie das in dem ISO abgebildet ist und welche Optionen da vorgesehen sind. Wer da Interesse hat, muss sich da mal selbst diesen ISO angucken. Keine Ahnung. Grundsätzlich ist so ein eigener Standard zum Archivieren sicherlich kein Schaden weil wenn wir ein standardisiertes Format haben, was man dann auch in Jahren hoffentlich noch lesen kann es ist wahrscheinlicher ein JPEG oder ein TIFF noch lesen zu können und jetzt eben wahrscheinlich auch ein DNG als ein herstellerspezifisches RAW Format also die Wahrscheinlichkeit schätze ich erstmal als höher ein, aber ob das jetzt gut ist, dass es ausgerechnet ein Standard ist, der von Adobe kommt Das kann man auch mal hinterfragen. Und die Frage ist jetzt aber auch, auch wenn es von Adobe kommt, wenn es jetzt ein offizieller ISO-Standard ist, dann müsste es eigentlich offen sein.

Chris

Und der DNG ist... Ist ein offener Standard mit proprietären Erweiterungen. So habe ich das bisher immer verstanden.

Boris

So habe ich das auch verstanden.

Chris

Und deshalb hat er sich ja auch durchgesetzt, weil da eben dann keine teuren Lizenzzahlungen notwendig waren. Und weil die Firmen ihre eigenen Erweiterungen mit reinbauen konnten. Das hat den ja so ein bisschen verwässert in mancher Hinsicht, aber das Grund DNG war meines Wissens als offener Standard gestartet.

Boris

Es ist halt trotzdem Adobe DNG. Ich weiß jetzt nicht, wie das mit der Lizenz funktioniert für das DNG-Format, ob Adobe dann in zwei Jahren sagen kann, so ab jetzt wollen wir zwei Euro von jedem, der es benutzt. Keine Ahnung, weiß ich nicht.

Chris

Also ISO-Standard heißt nicht zwingend gratis oder so, das nicht.

Boris

Nicht wahr? Also man kann mal behutsam vorsichtig sein bei dem, was Adobe so in der Vergangenheit gezeigt hat. Ich wäre da weiterhin ein bisschen skeptisch. Hätte mich eher gefreut, wenn das ein Open-Source-Format ist, was sich dafür durchsetzt. Aber meines Wissens gab es da keine Einreichungen oder Vorschläge. Also habe ich zumindest nichts mitgekriegt. Wenn ihr da irgendwas gehört habt, dass es Alternativen, Open-Source-Alternativen zu DNG gab, die eingereicht wurden, schickt uns da gerne mal Links. Dann können wir da ja auch noch mal drauf eingehen.

Chris

Die Maschine sagt mir, DNG ist nicht Open-Source, sondern du hast das DNG-Format, die Spezifikation. Weltweite, also von Adobe gibt es dafür eine weltweite Lizenzgebührenfreie Patentlizenz für konforme Implementierungen. Das heißt, Software und Hardware darfst du bauen, die das DNG korrekt liest und schreibt und muss dafür nichts an Adobe zahlen. Und die Lizenz ist aber an Bedingungen geknüpft. Naja gut, da wird schon drinstehen. Also wenn Adobe sagte, wir können das jederzeit ändern, dann wird das keiner in seine Hardware bauen. Dann wird Leica das nicht in ihre Kameras einbauen. Nee, nee, nee. Das ist mit Sicherheit so, dass das dann auch eine Lizenz ist, die weiterläuft. Aber die Bedingung dafür ist, dass es nur DNG-konforme Implementierungen sind.

Boris

Okay.

Chris

Und da muss ein Hinweis drinstehen, NIS-Product includes DNG-Technology under license by Adobe.

Boris

Also Marketing.

Chris

Und mit einer Patentklausel, nach der Adobe die Rechte widerrufen kann, wenn der Lizenznehmer Adobe wegen DNG-bezogener Patente verklagt. Also... Und dann gibt es, ja, das haben die Anwälte geschrieben, ganz sicher. Und dann heißt es hier noch, dass also auch das SDK, also das Entwicklerkit, mit dem man das macht, läuft unter einer eigenen Adobe SDK Lizenz. Also nicht unter den üblichen MIT, Apache, GPL oder so weiter. Also auch keine klassische Open Source Lizenz. Das heißt praktisch DNG kannst du als Dateiformat verwenden, unterstützen frei nutzbar im Rahmen dieser Patentlizenz und das SDK, also die Software quasi kannst du in ein Projekt einbauen aber eben nur nach Bedingungen auch wieder dieser Lizenz.

Boris

Aber fand ich spannend, weil die Bestrebung gibt es schon seit vielen Jahren, das zum Standard zu machen, zum ISO-Standard zu machen. Jetzt ist es passiert. 1, 2, 2, 3, 4.

Chris

Jetzt ist es passiert. Ja. Du, du hast mir Bilder geschickt.

Boris

Hab ich.

Chris

Vom Wochenende vom Workshop.

Boris

Ja.

Chris

Und das sind ganz coole Sachen gewesen. Also so schwarz-weiß und so. Also gut, wir wissen ja, du hast, du bist gerade mit JPEG unterwegs und ich habe schwarz-weiß Wochen. Machst quasi so eine Farbdiät.

Boris

Ja, sehr gut.

Chris

Und da hast du eben fotografiert und Workshop und da habe ich gesagt, du schick mal ein paar Bilder, die kann man mit Sicherheit nochmal irgendwie gebrauchen, so für nächste Workshops werben und so weiter. Und da sind jetzt teilweise Bilder dazwischen, die so gar nicht Boris aussehen. Also nicht nur, dass die schwarz-weiß sind, sondern die sind ja teilweise auch noch irgendwie, na ich weiß nicht, verbogen, schräg, nicht perfekt.

Boris

Unscharf.

Chris

Unscharf, genau. Erzähl doch mal, was um Himmels Willen ist in dich gefahren.

Boris

Ja, ich war auf dem Workshop unterwegs und ich hatte ja letzte Woche gesagt, dass ich nach meinen Erlebnissen mit dem Canon 50 1.8, mit dem schlechten Fokus in diesen bestimmten Bedingungen, das 50er abgeschnallt habe und meine alte Lieblingslinse das 85mm 1.8 von Canon draufgeschnallt hatte und wollte damit losziehen. Und das war kurz bevor der Workshop startete und als ich hier am Freitag dann meine Kamera eingepackt habe, habe ich geschaut, na ja, Da steht im Regal noch ein Objektiv. Das hat auch 85 mm.

Chris

Stand das oder war das dann eher so am rumfläzen?

Boris

Nee, es stand. Und da dachte ich, nehme ich doch nicht 85 1.8, dann nehme ich doch 85 2.5. Und zwar mit der Squeezer-Linse. Ich zeige das mal gerade in die Kamera. Das ist im Grunde genommen eine Projektionslinse, die an einem beweglichen Gummibalken befestigt ist an die wiederum ein Bayonettadapter angeklebt.

Chris

Ist man sieht vorne eine silbrig glänzende Linse mit so einem roten Ring drumrum und dieser Balgen der hat so drei Falten hat der und der ist aus Gummi und also eigentlich fast wie so ein amerikanischer Klopömpel Wie so ein Pömpel.

Boris

Genau. So schaut das aus und in meinem Fall ist das mit EF-Adapter.

Chris

Und jetzt kannst du die bewegen.

Boris

Die kann ich bewegen. Wer Lensbaby kennt, kennt das Prinzip. Also das ist im Prinzip ein Freelensing, aber ein bisschen...

Chris

Also manche der Lensbabys sind ja auch nicht mehr alle so.

Boris

Aber das ursprüngliche Lensbaby.

Chris

Genau. Spark hatte das auch, ja.

Boris

Genau. Oder wenn du wirklich ein Freelensing machst, also das Objektiv einfach frei vor dem Verschluss hältst, nur dass es jetzt eben einigermaßen abgedichtet ist, und im Gegensatz zum Lensbaby halt richtiges Glas ist. Also es ist halt ein vernünftigeres Objektiv als so eine Plastiklinse beim Lensbaby. Und das ist die sogenannte Squeezer-Lens. Das ist auch ein Anbieter, der da in Heimarbeit auf Anfrage solche Dinge eben zusammenklebt. Das kann man sich auch selber machen. Wenn du halt eine Projektionslinse oder ein altes Objektiv irgendwie findest, klebst du da halt einen Bömpel dran und packst dir da den passenden Adapter mit Superkleber dran. Dann ist auch alles fein. Ich habe zwei Stück davon. Wo ist das andere hier? Ich habe eine Variante fürs Micro Four Thirds. Das ist das, was ich hier gerade zeige. Das ist ein 37 mm 2.8. Das entspricht dann am Micro Four Thirds ungefähr dem 75 5.6. Und das lässt sich halt auch in alle Richtungen bewegen. Das ist etwas flexibler zu bewegen als das am Vollformat. Und das am Vollformat, das ist eben ein 85 mm 2.5. und das ist eben ein 85mm 2.5 bei Vollformat. Das ist ein bisschen steifer hier von diesem Pömpel her, der ist ein bisschen schwerer zu ziehen und zu drücken und ziehen und drücken musst du zum Fokussieren.

Chris

Also du hast dann bei meinem Lensbaby habe ich rechts und links die Hand an der Kamera und halte die mit der Handfläche fest und strecke dann so die Finger nach vorne und damit bewege ich das dann. Du machst das mit einer Hand.

Boris

Ich mache das mit einer Hand, genau. Ich halte in der einen Hand die Kamera am Auslöser, mit der anderen ziehe ich und drücke ich. Und damit kannst du eben durch ziehen und drücken, kannst du den Fokus beeinflussen, weiter nach vorne oder weiter nach hinten. Und durch das Kippen kannst du halt, wie bei einem Tilt-Objektiv, die Fokusebene verkippen. Und da muss man gar nicht so viel kippen, wie man glaubt. Also kleinste Abweichungen bewirken schon große Dinge. Das heißt, man tut gut daran, wenn man nicht versucht, die Fokusebene zu verkippen, sondern nur zu fokussieren, das Verkippen passiert von ganz alleine. Da passieren halt Effekte, Und wie gesagt, mit der Micro Four Thirds Variante bin ich nicht so richtig warm geworden, weil ich vermute, dass aufgrund des relativ kleinen Sensorformats und eben hier dann einer effektiven Freistellungsblende von 5.6 relativ wenig Effekt zu sehen war. Also ich war davon nicht angetan und vielleicht liegt es auch an der, Objektivqualität nicht ganz sicher aber es war irgendwie nicht so meins und hier am Vollformat an der Canon, damit war ich zwei, dreimal unterwegs und bin auch nicht so richtig warm geworden, weil es eben doch relativ fest ist und schwer zu bewegen ist das hat mir nicht so gut gefallen und die Abbildungsqualität war halt, also es gibt im Prinzip kein wirklich scharfes Bild so und.

Jetzt haben sich ja aber die Voraussetzungen bei mir geändert weil jetzt bin ich nicht mehr im RAW Modus unterwegs, das heißt ich bin jetzt auch nicht mehr im Pixel Peeping Modus unterwegs, ich mach schwarz-weiß das heißt alle Farbprobleme die bei den Objektiv vielleicht auftreten bei irgendwelchen Licht, Bedingungen oder Fokus Bedingungen, Abständen und so weiter, alles das fällt weg Ich habe jetzt also nur noch hell-dunkel die Kontraste. Und ich muss jetzt sagen, ich war jetzt dieses Wochenende nur mit diesem Objektiv unterwegs, mit dieser Squeezer, und die Ergebnisse fand ich überraschend, weil früher habe ich quasi 95% der Bilder weggeworfen, diesmal weit weniger.

Chris

Die sind mehr wert.

Boris

Ich habe deutlich mehr Bilder behalten, weil sie doch nicht schlecht geworden sind. Also ich fand sie dann doch ganz gut. Und ich zeige mal ein paar hier, für die, die jetzt das Video nicht gucken, die jetzt gerade, wenn ihr gerade nur das Audio hört, ist jetzt der Moment mal so, sich auf Twitch oder YouTube das Video anzuschauen. Wir sind so rund bei anderthalb Stunden. Dann könnt ihr da mal schauen. Ich zeige mal Bilder. Also hier sehen wir eine Person, einen Teilnehmer, der rechts im Bild steht und nach links im querformatigen Bild zeigt. Im Hintergrund so eine Lavalampenrakete, auf der Spitze eine Maulwurfstofffigur und unter seinem Arm eine alte Schreibmaschine. Und es sieht so ein bisschen aus, als ob er gleich mit seinem Zeigefinger diesen Maulwurf anstipfen will. Und wir sehen eben eine schöne Freistellung der Person, im Hintergrund eben die Unschärfe. Und das hätte jetzt auch mit einem normalen 85 mm entstehen können. Also die Fokusebene ist ziemlich sauber getroffen und mir hat das Bild eigentlich insgesamt gut gefallen, so von der Pose. Dann haben wir hier ein Bild auch Workshop Teilnehmer gerade am Arbeiten und ich schaue hier quasi über den Spiegel im Flur.

In euer Wohnzimmer hinein in unseren Workshop Bereich und hab so ein bisschen eben die ja die Struktur vom Spiegel eben jetzt mit im Bild.

Chris

Ja der hat am Rand so ein Facettenschliff, da hast du wahrscheinlich irgendwie noch diese Ecke mit reingenommen Die Facette ist noch mit drin.

Boris

Damit ich nicht im Bild bin, obwohl ich vorm Spiegel stehe. Durch die Facette bin ich also gerade eben nicht drin. Aber so dieser schärfe Verlauf im Bild und wie das sich im Hintergrund darstellt, das macht eben dieses Offensiv.

Chris

Peter fragt übrigens gerade, welcher Spiegel?

Boris

Ja, ist klar. Das ist eine Geschichte für sich, das wissen die Insider, genau. Auch hier haben wir wieder zwei Leute, die im Garten diskutieren und dieser Schärfeverlauf. Ich meine, guck dir mal das Gartenturm-Hintergrund an, was unscharf ist, aber die Büsche, die quasi auf der gleichen Ebene sind, sind scharf. Also das ist schon interessant und das ist jetzt nicht bewusst irgendwo hingekippt oder hingezogen, sondern das passiert dann halt einfach. Dann habe ich das Spinnrad das Spinnrad bei euch quasi als Silhouette im Gegenlicht, fotografiert, das finde ich erstaunlich schön hier Lichtkanten, um die ging es mir da auch und das fällt alles quasi so aus der Kamera, wenn du im JPEG unterwegs bist und deine Belichtung eingestellt hast du hörst mich schmunzeln ich habe in Lightroom noch ein bisschen die Kontraste hochgezogen, weil die gingen nicht hoch genug in der Kamera, aber das, Ausgangsmaterial ist da, da ist jetzt nicht viel dran bearbeitet. Hier nochmal das Gartentor, auch hier ein sehr interessanter Schärfeverlauf, das erinnert schon fast so an Großformat und Verkippen. Und das ist halt mit einem Kleinbild gemacht und mit so einer Projektionslinse vorne drauf. Eure Tomaten, die oben im Studio B stehen, im Fenster, die Setzlinge, auch sehr interessanter Schärfeeindruck.

Das Nähgarn ist jetzt in schwarz-weiß nicht so bombastisch.

Chris

Vor allem, weil es im Original sehr bunt ist.

Boris

Der Blick von unten nach oben an der Villa. Auch interessante Schärfeebene hier. Also links oben das Dach scharf, rechts unscharf, aber irgendwie doch interessant.

Chris

Kann da eine Kamera, Fokuspeaking?

Boris

Ja, ja, das habe ich an.

Chris

Das funktioniert damit?

Boris

Ja, ja, das habe ich an. Das ist auch der Trick dabei. Das heißt, ich habe ja im Sucher das Schwarz-Weiß-Bild und wenn ich fokussiere, habe ich eine rote Pixelkante um die Ebene, die halt scharf wird. Das hilft dann beim Fokussieren auf jeden Fall. Aber es ist halt trotzdem Zufallstreffer, weil sobald du ein bisschen zitterst oder wackelst oder den Auslöser drückst, da verstellst du dann doch nochmal irgendwas. Ja, also ich finde es tatsächlich interessant. Ich habe es jetzt auch erst mal draufgelassen. Mal gucken, wie lange. Ja, ich habe neu zu diesem Objektiv gefunden, muss ich sagen, nachdem ich es lange in der Ecke habe verstauen lassen.

Chris

Manchmal ist das ja auch so, so ein Ding erschließt sich nicht immer sofort, ich erinnere mich dran, dass ich mal von einer Freundin vor vielen Jahren damals noch als es noch Kassetten gab, irgendwie so ein Mixtape bekommen habe und, da war Zeug drauf, was ich total doof fand und das habe ich irgendwie ein Jahr später oder zwei Jahre später habe ich die Musik entdeckt Oder mein Tilt-Shift-Objektiv, das stand mein erstes, das stand halt im Regal und hat Staub gesammelt und das hat auch ein Jahr lang, hat mir das gar nichts gebracht. Ich hatte das halt, weil ich so irgendwie wusste, naja, vielleicht kommt da mal und dann hat es irgendwann, hat die Zeit gestimmt, irgendwann hat die Situation gestimmt und plötzlich hat es Klick gemacht. Also ich fühle dich auf die Schulter geklopft. Ich finde das schön, so eine Entwicklung zu beobachten, weil das machen wir auch bei Teilnehmern und Teilnehmerinnen auf den Workshops, beobachten wir auch so Entwicklungen, vor allem wenn die wiederkommen und das ist total spannend, das zu sehen. Und wir selber entwickeln uns halt auch weiter. Also es ist halt normal.

Boris

Unsere Ansichten ändern sich und vielleicht ist es auch so ein bisschen einfach mal aus dieser eingefahrenen Routine ausbrechen zu wollen. Also man merkt schon, also ich zumindest merke, dass der Kopf anfängt wieder sich zu bewegen, sage ich mal. Also weg von der Routine, alles was du so automatisch machst, das geht dann eh schon. und jetzt plötzlich muss man da anders rangehen und sich das Motiv anders erarbeiten und da passieren Dinge. Ja, es ist schön.

Chris

Es passieren Dinge und es ist überhaupt in diesem Kreativumfeld, vielleicht können wir da gerade mal ins nächste Thema reingrechnen, weil ich habe nämlich mir auch natürlich viele Gedanken gemacht und habe das jetzt auch, im Zuge der Workshops, der neuen Ausrichtung unserer Workshops, noch mal ein paar Sachen sehr gründlich angeguckt und haben wir kurz drüber geredet am Wochenende in der Seewerkstatt, aber ich dachte, das wäre ganz sinnvoll, das hier auch mal reinzubringen und es passt unglaublich gut zu dem, was du da jetzt gerade erlebst, weil wir sind ja fast alle damit aufgewachsen, dass es ein Richtig und ein Falsch gibt. Also in der Schule, in der Ausbildung, im Beruf, überall gibt es Noten oder Bewertungen. Und das setzt sich ja so als Denken fest, das nehmen wir auch unbemerkt mit in unsere Fotografie. Und das führt dann dazu, dass Bilder halt innerlich beurteilt werden. Ist das jetzt gut? Ist das nicht gut? Ist das misslungen? Das Problem ist nur, was wir da machen, heißt Kunst. Und Kunst ist keine Mathearbeit. Da gibt es keine Musterlösung dafür. Und ja, technisch kann was schief gehen. Es gibt unscharf und falsch belichtet oder einen falschen Moment, wo man ausgelöst hat.

Boris

Wenn es zumindest nicht die Absicht war. Ansonsten kann auch Unschärfe sehr wohl korrekt sein.

Chris

Und selbst das ist nicht automatisch ein künstlerischer Fehler. Manchmal ist es einfach nur anders, als wir es geplant haben. Manchmal liegt genau dann darin das Spannende. Dann ist es eher ein Umweg oder so eine Spur, der man weiter folgen kann.

Boris

Ja, denk an die Serie mal, war es letztes Jahr Klostergeister von Pia mit den verwackelten Bildern und die Kamera bewusst bewegt. beim, da ist kein einziges Bild scharf, aber gerade dadurch waren sie so spannend.

Chris

Genau. Und das große Problem bei diesem richtig-Falsch-Denken ist, dass es uns vorsichtig macht. Wenn du glaubst, dass du es jetzt richtig machen musst, dann reproduzierst du eher das, was du eh schon kennst. Dann gehst du keine neuen Wege, dann vermeidest du Risiko, dann bist du defensiv am Fotografieren. Und dabei entwickeln wir uns nicht weiter. Eigentlich entwickeln wir uns überhaupt nur dort weiter, wo wir was Neues ausprobieren, wo wir ein Risiko eingehen, wo wir Dinge tun, die noch nicht richtig sitzen, wo wir, ich weiß nicht, vielleicht mal zu nah rangehen oder mal zu hell belichten oder mal die Tiefen absaufen lassen oder zu viel weglassen, wo wir was anders sehen als sonst. Das ist dann oft der Anfang für was ganz Neues und für was Eigenes. Und wenn wir uns Kunst angucken, dann gibt es da ja auch eigentlich keinen Endpunkt.

Boris

Nein.

Chris

Du bist nicht fertig irgendwann.

Boris

Früher in der Schule sind wir ja auch viel so die Malerei durchgegangen, die verschiedenen Epochen und gerade jetzt, wie gesagt, schau mir gerne hier zum Entspannen hier Bares für Rares oder sowas an. Und da sind ganz viele Gemälde, die gezeigt werden. Und durch die Expertisen, die da getätigt werden.

Kriege ich noch mal so viel mehr Einblick in dieses ganze Geschehen, in diesem Kunstgeschehen. Das ist, wie du sagst, wenn es immer nur geheißen hätte, richtig ist nur das, was eben da der Realität entspricht. Es gab diesen Zeitpunkt, als verstanden wurde, wie man Faltenwürfe malt und wie man Perspektive malt. Das musste sich erst mal entwickeln. Wie kriegst du das auf eine zweidimensionale Ebene? Das haben die Menschen gelernt. Und es gibt diese Epoche, wo du quasi fotorealistische Gemälde siehst. Öl auf Leinwand und du würdest auch, wenn du relativ nah dran stehst, sagen, das ist doch eine Fotografie. Kann aber nicht sein aus der Zeit. Und wenn man jetzt gesagt hätte, das ist jetzt das richtig, so muss es sein, das ist das, was ich gesehen habe, dann hätte es den Impressionismus zum Beispiel nicht gegeben oder einen Kubismus oder oder oder. Und das sind einfach Leute, die dahergegangen sind und haben nicht mehr zwingend nur das gemalt, was sie sehen, sondern auch das, was sie darin sehen oder was sie dabei fühlen oder wie sie es sehen oder wie sie es bewegt und haben neue Stile angewandt, haben gepunktet, haben Striche gezeichnet, haben die Flächen immer weiter abstrahiert und betont bis hin zur abstrakten Kunst.

Und die muss man nicht immer verstehen, wenn man da drauf guckt. Es gibt viele Bilder, wo ich sage, das ist jetzt nicht mehr so das, was ich unter Kunst verstehe. Aber das sind alles Schritte, die wichtig sind in dieser Entwicklung der Kunst. Das ist halt eine eigene Sicht der Dinge und eine eigene Interpretation der Dinge. Und ich finde das fantastisch. Und ich entdecke durch Expertisen in einer Fernsehsendung auch die Fotografie völlig neu, muss ich sagen. um Dinge halt neu zu interpretieren oder auch neu zu verstehen. Wo ich alte Fotos gesehen habe, bei euch auch in Büchern, wo ich gesagt habe, gar nichts mit anfangen. Jetzt, nach ein paar Jahren, gucke ich mir diese Bücher nochmal an und sehe diese Fotos mit anderen Augen und sage, verstehe. Ja. Das wollte er damit machen, vermutlich.

Chris

Also es gibt kein richtig, es gibt kein falsch, es gibt kein Endpunkt. Es gibt nicht irgendwas, wo wir sagen können, wir sind fertig mit dem Bild. Es gibt so Zwischenstationen, es gibt Phasen, in denen wir uns befinden. Und wir sind alle auf unserem eigenen Weg. Und zwar da, wo wir gerade sind auf diesem Weg. Jeder geht seinen eigenen Weg. Und ist auf einem eigenen Platz. Und das ist tatsächlich wichtig, auch in so einem Kontext von einem Workshop. Weil du da plötzlich mit anderen Menschen bist und plötzlich wird deine Fotografie neben deren Fotografie auf die Wand geworfen. Und.

Was dann wirklich hilft, ist, das genau als solches zu erkennen. Nein, jeder Mensch, jede Fotografin, jeder Fotograf ist auf ihrem eigenen Weg, an ihrem eigenen Punkt und deshalb ist zum Beispiel der Vergleich mit anderen überhaupt nicht zulässig. Man muss das loslassen, das Vergleichen, nicht messen, wo sind denn andere, sondern lieber fragen, was ist eigentlich mein Interesse, was zieht denn mich an, was will ich denn sehen, was will ich denn zeigen. Und ich bringe da immer wieder diesen Spruch, ich glaube der wird Churchill zugeschrieben, ich weiß aber nicht, ob das stimmt, dieses Comparison is the thief of joy also Vergleich ist der Dieb der Freude und das ist nicht nur so ein blöder Kalenderspruch, das ist das beschreibt schon, so ein bisschen wie fremde Maßstäbe so unsere eigene Wahrnehmung, mitbestimmen können ich sehe da nur so ich sehe da nur so und zwar nicht unbedingt fremde Maßstäbe, die real sind, sondern die auch künstlich sein können. Also erinnerst du dich an die Vanlife Phase auf Instagram? Du siehst diese Bilder von Menschen, die in der Welt rumreisen mit ihrem Camper und an den tollsten Orten sind und es ist alles immer schön und die machen morgens ihre Türe auf und sind irgendwo am Strand oder in den Bergen oder so und die Realität sieht halt meistens völlig anders aus. Also man misst sich an völlig verzerrten Maßstäben anderer.

Boris

Ich hätte den Begriff dazu nicht gekannt, aber ja, diese Reisefotografie.

Chris

Hashtag Vanlife, doch, doch. Das fand ich jetzt am Wochenende wieder so schön, weil da ist das eben nicht passiert. Zumindest habe ich den Eindruck nicht gehabt. Weil andere auf so einem Workshop sind halt nicht Maßstab oder auch nicht Konkurrenz. Das sind eher so Anregungen.

Boris

Mitstreiter.

Chris

Und Spiegel, nicht mal Mitstreiter, Streit hat schon wieder diesen Konkurrenzgedanken drin. Nein, nein, das sind eher, die spiegeln uns, die sind eher da, um unseren Horizont zu erweitern, weil da geht es ja um Austausch, da geht es nicht um Bewertungen, sondern um gemeinsam was zu lernen und deshalb habe ich das auch überschrieben oder hatte das auch überschrieben mit dem Satz, es gibt kein Scheitern in der Kunst. Du kannst nicht in der Kunst scheitern, es ist nicht möglich. Das heißt jetzt nicht, dass alles gleich gut ist.

Boris

Das heißt auch nicht, dass alles sofort erfolgreich ist.

Chris

Es heißt nur, dass unser Weg zu besseren Bildern, zu stärkeren Bildern, zu persönlicheren Bildern, eben nicht über einen Vergleich geht, sondern über die Aufmerksamkeit, über Weitergehen, über neue Schritte gehen, über neugierig bleiben, und nicht über Angst, sondern eher so über das Lernen und über neue Erfahrungen. Und Und deshalb geht es auch weder in der Sehwerkstatt oder in anderen Workshops geht es auch nie darum, Fehler zu vermeiden, sondern es geht im Zweifel sogar darum, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Sondern es geht halt im Wesentlichen darum, um.

Genauer zu sehen genauer zu beobachten zu bemerken, es geht nicht darum, besser zu sein als andere sondern es geht um den eigenen Weg um den eigenen Weg klarer zu machen, es gibt kein Scheitern in der Kunst, es gibt nur Bilder und es gibt nur Erfahrungen Es gibt Entscheidungen, es gibt den nächsten Schritt, aber es gibt kein Scheitern. Gibt es nicht. Und das ist ein zentrales Thema für mich geworden. Dieses, ja, mach Fehler. Ja, lern draus. Ja, geh den nächsten Schritt und schau dir nicht andere an und fang an, dich zu vergleichen. Das ist nicht zielführend. Und, falls jetzt jemand Lust hat, das mal in einer Gruppe auszuprobieren, das gemeinsame Lernen, ohne Bewerten, ohne Rangliste, dann guckt doch mal auf unsere Workshops. Da gibt es aktuelle Termine, dieses Jahr noch einiges. Ich glaube, es war Beuys.

Boris

Der gesagt hat, alles ist Kunst.

Chris

Ja, so weit würde ich es nicht gehen wollen.

Boris

Aber Ja, aber es ist im Prinzip am Ende landest du da.

Chris

Das wäre der Vorteil. Und es gibt so viele Instanzen, die behaupten, es gäbe ein falsch und richtig. Ich will jetzt da nicht die Namen von bestimmten Online-Plattformen und Foren nennen, aber die kennen wir glaube ich alle. Das ist nicht zielführend. Das bringt uns nicht weiter. Ganz im Gegenteil, das blockiert uns und macht uns ängstlich und, risikovermeidend. Und immer in den sicheren Bahnen bleiben, die man eh schon kennt, ist ehrlich gesagt nicht das Ziel.

Boris

Ist dann langweilig. Es hängt natürlich am Ende ein bisschen davon ab, was dein Ziel ist. Wenn du halt ein, weiß ich nicht, ein breites Publikum finden willst, einen gewissen Massengeschmack finden willst, wenn das dein Ziel ist, dann ist es natürlich sinnvoll, sich an dem zu orientieren, was gerade eben Phase ist. Was ist gerade der Geschmack? Kurze Hose, lange Hose, alles kommt wieder, Schlag in der Hose oder nicht. So ist es in der Fotografie auch. Wenn man so etwas machen will, wenn es also kommerziellen Erfolg haben soll oder für einen selbst viel Anerkennung bringen soll, dann ist das natürlich sicherlich das Ziel. Aber wenn es darum geht, selbst etwas auszudrücken, selbst etwas zu vermitteln oder selbst die Welt an andere zu vermitteln, wie man sie sieht, dann würde ich dir da voll zustimmen. Dann sucht den Weg, der euch geeignet scheint, der eure Stimme trägt in den Bildern.

Chris

Und wer Bock hat, mal diese wirklich reduzierte Variante auszuprobieren, also das ist quasi das Äquivalent zu Boris und seinem JPEG, nur noch eine Nummer härter. Wir machen jetzt immer Brillia Film und Pixel und da waren gestern noch zwei Plätze frei, heute ist nur noch einer.

Boris

Das kann sich tatsächlich lohnen.

Chris

Macht mal, außerdem Jürgen schrieb, dass das Filmmaterial so teuer geworden ist. Bei uns ist das inklusive. Ihr kriegt hier Film und Chemie und so weiter und vielleicht ist das ja ein interessantes Thema für euch. Gut, lassen wir das mal hier so einfach stehen. Ich finde es total wichtig. und, Es tut der Fotografie gut. Was übrigens auch gut tut, ist immer wieder mal eine Übung mitzumachen, eine kleine Aufgabe mitzumachen und sich einfach also wirklich mal den Arsch hoch zu kriegen und zu fotografieren und dazu sind unsere Aufgaben da und da gab es jetzt auch wieder eine, die heute besprochen wird und das war die, was war es?

Boris

Datumaufgabe.

Chris

Die Datumaufgabe. Und was haben wir? Wir haben Kalender bekommen.

Boris

Und Stempel.

Chris

Und Stempel und so weiter. Neun Stück sind eingereicht worden. Kalender, Stempel, ein, was ist das hier? Mindesthaltbarkeitsdatum. Ja, sehr schön. Und da es neun Stück sind, würde ich jetzt einfach mal... Ich bin dran, oder?

Boris

Du bist dran.

Chris

Dann würfle ich jetzt einfach mal mitten rein und dann schauen wir mal, was rauskommt. Ich habe eine 2 gewürfelt. Da ist sie.

Boris

Perfekt.

Chris

Nehmen wir die 2.

Boris

Das ist ein schönes Messer. Bin ich mal gespannt, was das mit Datum zu tun hat. Aber Gewinner ist erstmal ein Stempel.

Chris

Ein Stempel von Dirk R.H.M. Datumsstempel. Ja, ein relativ simples Schwarz-Weiß-Bild von einem Datumsstempel. Also das sind diese Stempel, die so Gummirollen, unten so auf Gummi, wo man so Tag, Monat, Jahre umstellen kann. Genau, so Bürotypisches Ding.

Boris

Hatte meine Mutter früher aus dem Büro. Da habe ich als Kind wahnsinnig gerne mitgespielt.

Chris

Ja, bei meinem Vater im Büro, da wurde auch mal wieder Posteingang damit gestempelt oder so.

Boris

Da gab es auch noch einen, da konntest du dann halt Kopie oder Weiterleiten oder Rückruf. Da gab es noch so verschiedene Texte, die man so auswählen konnte.

Chris

Genau und fotografisch ist das ein Schwarz-Weiß-Bild mit der Schärfe da, wo sie hingehört, nämlich vorne auf den Stempel. Also da, wo die Zahlen schwarz sind. Manche der Zahlen sind noch nicht, manche der Jahre waren noch nicht, deshalb sind die auch noch nicht gestempelt und ja und drunter eine Reflexion, das liegt nämlich auf einer reflektierenden Oberfläche, diese Reflexion, ja die hätte ich fast noch ein bisschen härter rausgearbeitet.

Boris

Ach, naja. So geht es halt eindeutig da um den Stempel und um das Datum, was vorne ist. Also März 2026 kann ich lesen. Kannst du das andere lesen? Ist das also 2 und dahinter ist das 21 oder was ist das?

Chris

25. März. Ist also noch im Zeitraum der Aufgabe gewesen, wenn das das Datum des Tages ist.

Boris

Und wir sehen, der Stempel wurde 2026 auch benutzt, aber nicht 2025.

Chris

Da war der, wahrscheinlich ist der erst 2026 gekauft worden.

Boris

Und sehe ich da als nächstes Datum?

Chris

Aber Dezember ist ja schon gestempelt. Dezember ist schon schwarz hier.

Boris

Ist dann 2036? Was ist denn das für ein Stempel? Interessant.

Chris

Nee, warte mal, das ist doch auf dem Kopf. 20 2. Nee, ist es nicht. Dieser Stempel hat verwirrende Tendenzen. Egal. Also Dirk, du hast auf jeden Fall hier schön mitgemacht. Danke dafür.

Boris

Achso, es geht einmal rum bis 36. Jetzt verstehe ich. Von 25 bis 36. Und 25 ist dann nicht benutzt worden und 36 noch nicht.

Chris

Weißt du, Datum auf dem Kopf und umgekehrt und ohne Tinte lesen ist nicht so lang.

Boris

Ja, dafür haben wir ja unseren Jochen. Der hat uns jetzt gerade aufgeklärt. Slack.

Chris

Ja, dankeschön. Was haben wir denn noch? Oh, heute ist Pi Day. Das ist der gute alte HP Taschenrechner. Ich hatte so ein Ding. Ich kenne die Tasten ganz genau. Mit umgekehrt polnischer Notation. Meine Scheiße, da kommen Erinnerungen hoch. Ne, was sehen wir? Also das habe ich mir jetzt rausgesucht, um es mal kurz hier aus Nostalgiegründen zu zeigen von Open. Ja, das ist eine Makroaufnahme von einem typischen braun-beigen HP-Rechner, der über den doppelbelegten Tasten auch noch eine Drittbelegung hat. In diesem Fall nämlich eine Pi. Das Pi und Pi ist Pi-Day. das ist der 14.3. 3.14 und ja, das ist die Zahl Pi. Und die ist nämlich da drauf. So, einfach ist das. Hast du noch irgendwas, was du zeigen möchtest, was du noch anschauen möchtest?

Boris

Ich schaue gerade mal, mir gefällt natürlich das Sandoku-Messer, aber ich verstehe den Inhalt nicht.

Chris

HS-Datum. Kave Idus Marzias, naja, sie hütet dich vor den Iden des März. 15. März, ein gefährliches Datum. Das ist das Cäsars Todesdatum. Auch du, Brutus, da wurde der ermordet mit einem Messer.

Boris

Also der Kalender ist wahrscheinlich ein japanischer Kalender im Hintergrund. Da sehen wir in chinesischen Schriftzeichen das Datum.

Chris

Auf einem japanischen Kalender sehen wir keine chinesischen Schriftzeichen, sondern wir sehen japanische Schriftzeichen.

Boris

Die Japaner benutzen die chinesischen Schriftzeichen. Das sehen wir da beim Wort Monat und beim Wort Jahr auf jeden Fall. Diese komplizierten Zeichen sind in der Regel die chinesischen und die einfachen Striche die japanischen.

Chris

Beschreibt uns Kommentare, wie das ist mit den drei verschiedenen Schriftsystemen in Japan.

Boris

Ganz genau.

Chris

Überhaupt.

Boris

Für die europäischen Begriffe gibt es ja nochmal ein eigenes System.

Chris

Genau, also ein geschmiedetes japanisches Messer.

Boris

Ja, finde ich total toll, so ein Messer. Hätte ich auch gern. Richtig, richtig schick.

Chris

Aber die Kombination aus Eden des März und japanisches Messer, das ist ja schon auch eine sehr spannende...

Boris

Naja, Sandoku sind zumindest die drei mit drin, nicht wahr?

Chris

Nein, darum geht es mir nicht.

Boris

Oder meinst du wegen der Ermordung können das Messer dann genau.

Chris

Weil das ja mit Japan jetzt erstmal nicht so viel zu tun hat.

Boris

Alles durcheinander gebracht.

Chris

Alles durcheinander gebracht. Und David wirft noch rein Kanji, Katakana und Hiragana. Genau.

Boris

Haben wir das auch geklärt.

Chris

Ist jetzt auch egal. Wir wollten es eigentlich nur fotografisch besprechen.

Boris

Es ist fotografisch nicht besonders herausragend.

Chris

Es ist halt ein Foto von einem Messer und einem Kalender und einer Decke drunter.

Boris

Es ist halt einmal hübsch arrangiert, so horizontal das Messer gelegt, ein bisschen rechts von der Mitte eben das Kalenderblatt. Es ist von der Belichtung her eher tiefer belichtet. Also es könnte ein bisschen mehr Punch vertragen für meinen Geschmack, wenn es so als Produktfoto durchgehen soll.

Chris

Eine halbe Blende heller.

Boris

Ja, hätte man machen können. Also es ist jetzt nicht herausragend fotografisch gesehen. Aber mir hat es jetzt erst mal ganz schön gefallen, weil es ja ein Rätselraten ist. Was steht da eigentlich?

Chris

Diese wilde Jagd, die wir gerade gemacht haben.

Boris

Ja, genau. Die ist doch spannend. Ich hatte mich halt gefragt, was hat jetzt ein Messer mit dem März zu tun, aber jetzt durch deine Aufklärung, dass es eben der Julius Cäsar ausgesprochen ist.

Chris

Ich kümle mich auch voll aus. Das war immer ein gesundes Halbwissen, was ich ja gerade eingebracht habe.

Boris

So ist das eine interessante Reise, die man da mitmacht in dem Bild. Also das finde ich dann wieder ganz gut.

Chris

Okay, ja, überhaupt gut, dass ihr mitgemacht habt. Das ist toll und da freuen wir uns drüber. Und jetzt dürft ihr bei der nächsten Aufgabe auch noch mitmachen. Und die lautet?

Boris

Name. Name ist die aktuelle Aufgabe. Die läuft noch bis zum 9. April. Also bis zum 9. April 2026. Könnt ihr noch ein neues Foto machen zum Stichwort Name. Das Ganze bei Flickr hochladen, in die Happy Shooting Gruppe stellen und den Tag hsbname vergeben. Name ohne H, ich sage es einfach nur noch mal dazu.

Chris

Wie?

Boris

N-A-M-E, Name. Also ein H schon vorne bei H-S-B, aber hier kriegt das schon hin.

Chris

Verstehe ich nicht, musst du erklären.

Boris

Ich erkläre hier gar nichts mehr.

Chris

Gut, wir wollen...

Boris

Wo fahre ich denn am Wochenende hin?

Chris

Ja, das weiß ich nicht, wo du hinfährst. Aber falls du noch was suchen solltest, dann könnte ich dir ein paar Dinge vorschlagen und zwar bei unseren Terminen. Und zwar haben wir wieder reichlich Termine bekommen. Unter anderem, lass mal schauen, natürlich von Jürgen, aber auch von Klaus, Michael, Andreas, Heiko, Markus und Wolf. Insgesamt in der letzten Woche 50 neue Termine. 50 neue Termine. Holy shit. Das macht jetzt aktuell insgesamt 303 Termine im Kalender. Also wenn ihr da nichts findet, dann habt ihr leider ein echtes Problem. Von den 50 lese ich mal wieder sieben Stück vor. Und zwar fangen wir an in Aarau in der Schweiz. Kupfer, Gold und Widerstand.

Fotoreportage von Michael Württemberg. Die Ausstellung zeigt die Fotoreportage über den Rohstoffabbau in Serbien, die Umweltschäden, den Widerstand der Bevölkerung und die anhaltenden Proteste gegen Korruption. Dann in Dresden. Ines Denil, We Exist. Die Ausstellung zeigt authentische und selbstbestimmte Porträts der queeren, autonomen Szene der späten 1980er und 1990er Jahre, die die Künstlerin so abbildete, wie sich die Menschen zeigen wollten. In Selow, in Selow, 15306, Selow, Valery Faminski, Kriegsfotografien 1945, die Sonderausstellung zeigt eindringliche Kriegsfotografien aus den letzten Kriegsmonaten 1945, die ein sowjetischer Soldat bei seiner Dokumentation des Sanitätswesens auf dem Weg nach Berlin aufnahm. In Salzburg, in Österreich. Everybody, was Körper erzählen, Fotografie und Medienkunst von 1945 bis heute. Die Fotoausstellung untersucht anhand von Werken von 1945 bis heute, wie Körper als Spiegel gesellschaftlicher Auseinandersetzungen zwischen Selbstbestimmungen und sozialen Normen fungieren.

Und dann noch Regina Schmecken, blutiger Boden, die Tatorte des NSU. Die Fotoausstellung in Hamburg zeigt großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Tatorte der NSU-Morde, die die verstörende Normalität der Schauplätze von Hass und Gewalt in deutschen Städten festhalten und an die Opfer erinnern.

In Potsdam. Was bleibt? Arm im Alter. Eine Ausstellung mit Fotografien von Astis Krause, Stefanie Neumann und Julia Otto. Die Fotoausstellung dokumentiert auf Augenhöhe die Lebensrealitäten von Menschen im Alter mit geringen finanziellen Mitteln und beleuchtet deren Bewältigungsstrategien und Wünsche. Und last but not least im Deutschen Filminstitut und Filmmuseum in Frankfurt am Main, WIM. Im Laufe der Zeit eine WIM-Wenders-Ausstellung, die umfassende Fotoausstellung im DFF Frankfurt beleuchtet Leben und Werk des international bedeutenden deutschen Filmemachers, Fotografen und Künstlers über mehr als sechs Jahrzehnte hinweg. Und das war es von mir und jetzt noch von Jürgen.

Einspieler

Hallo Community! Die Fotoausstellung der Woche befasst sich mit einem Datum, das bereits 40 Jahre her ist. Wo wart ihr am 26.04.1986? Ich weiß es noch genau. Es war der Tag, an dem die Atomkatastrophe in Tschernobyl stattfand. Mit gravierenden Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt in ganz Europa.

In der Fotoausstellung Tschernobyl in Ulm, direkt am Ulmer Münster im Stadthaus, sind großformatige Ausdrücke von Fotografien von verschiedenen Fotografen zu diesem Thema zu sehen. Ich war am Wochenende selbst vor Ort und kann nur sagen, beeindruckend, wenn aber auch kein leichtes Thema. Riesige, ausgedrückte Fotografien ohne Rahmen, einfach an die Wand gepinnt. Ein Ausstellungsformat, was ich in dieser Form auch noch nicht gesehen hatte und von daher sehr interessant. Ich kann es nur empfehlen. Eine zweite Ausstellung kann ich leider gerade aktuell nicht empfehlen. Das ist die Ausstellung Münsterblick im gleichen Haus.

Angeblich soll dort im Keller ein Ausschnitt des 180-Grad-Bildes vom Holmer Münster zu sehen sein, wodurch Besucher einen sonst nur von oben erlebbaren Ausblick ohne technische Barrieren genießen können. Leider ist das Bild, was wir zu sehen bekommen haben, von Mitte Januar. Also da gibt es gerade technische Defekte und sie arbeiten an einer Lösung. Nun gut, vielleicht bis zum 31. Mai. Bis dahin ist diese Ausstellung noch zu sehen, aber das Live-Bild vom Mitte Januar fand ich etwas enttäuschend. Gut, in diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß beim Kalender. 3, 2, 1, happy shooting!

Chris

Danke, Jürgen. Und solltet ihr auch auf irgendeiner der 303 Ausstellungen gewesen sein, dann schickt uns doch mal Audio oder eine kleine Message an happyshooting.de. Wir freuen uns über Feedback und nehmen es auch gerne mit in die Sendung.

Boris

So, jawohl.

Chris

Damit sind wir durch. Haben wir es? Fehlt noch was?

Boris

Wir haben es. Hatten wir irgendwelche Heiß?

Chris

Ja, genau. Die Einreichungen, was ihr uns geschrieben habt, haben wir jetzt dieses Mal, weil die Sendung so lang ist, auf die nächste Sendung verschoben. Da ist aber nichts aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Ja, wir bedanken uns bei allen, die das hier möglich machen, bei allen, die hier ein bisschen unterstützen wie gesagt, auf der Website findet ihr den Link dazu, da steckt eine Menge Arbeit und eure Unterstützung macht das einfacher natürlich allen, die helfen hier, die tatkräftig mithelfen und denkt dran jetzt im April Film und Pixel hier in der Villa noch einen Platz frei, und das war's, wir wünschen euch was bis nächste Woche 3.

Boris

2, 1 Happy Shooting!

Shownotes

Aus der Preshow

  • Neue ID, Start-Stop, Kann sein - muss aber nicht

HS Workshops

Statt Werbung

Themen

#HS-Aufgabe (Alle anschauen)

Termine (alle anschauen | neuen Termin eintragen).
Aktuell 34 Termine

Hausmeisterei II


» Neue Folgen per E-Mail erhalten