#392 – Taschennachführung

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17 Antworten auf „#392 – Taschennachführung“

  1. 50MP sind Schmarrn. Chris hats kurz angesprochen. Wenn mein ein crappy Objektiv davorschraubt dann bringt einem die 50MP nüschd. Allerdings sind halt bei 17µm Pixelgröße schon „normale“ oder „sehr gute“ Objektive ziemlich crappy 😉

    Abgesehen davon: wann werde ich ein Foto mit 70cm lange Kante bei 300dpi drucken? Selbst Poster die am Timessquare hängen werden doch nicht mit 100 oder 50dpi gedruckt, oder? Also, selbst in der Produktfotografie braucht man das doch eigentlich nicht wirklich…ausser man hat einen sehr sehr sehr kleinen Schwanz und muss den kompensieren 😉

    Ich will endlich mal mehr Dynamikumfang in den Chips und ein besseres User-Interface, sodass man wieder fotografieren kann und nicht überlegen muss wo welcher Knopf wann was macht.
    Hach ja, Apple muss halt doch mal ne Kamera bauen 😉

  2. Zur Astrofotografie. Ich überlegte mir eine Pentax k5 Mk.2 zuzulegen, und meine alte Oly zu verkaufen. Pentax und Olympus, also gescheite Kamerahersteller ;-), haben den Stabi ja im Kameragehäuse. Ich habe durch Zufall entdeckt, dass einige Pentaxe die Astrotracer Funktion haben. In Verbindung mit einem separaten GPS Modul kann die eingebaute Anti-Shake Funktion der Kamera dazu genutzt werden den Chip nachzuführen und ERddrehung zu kompensieren. Für Belichtungszeiten bis zu 5 Minuten!
    Jetzt überlege ich nicht mehr, sondern bin mir sicher, dass ich auf Pentax umsteigen werde.
    Canon kann mich mal 😉

  3. Ich weiß nicht, wie das mit der Pentax funktionieren soll. Aber vielleicht habe ich nur einen Knoten im Kopf.
    Der Sensor muß doch genau um die Erdachse gedreht werden – und nicht nur verschoben oder gedreht werden.
    Bei einer parallaktischen Montierung wird eingenordet und die Höhe entsprechend Breitengrad eingestellt. Damit hat man die Montierung exakt der Erdachse ausgerichtet und muß jetzt nur noch in eine Richtung kompensieren – man braucht also nur _einen_ Motor. Größere Teleskope machen das dann auch mit präzisen 3 Motoren – das sind dann auch die, die man automatisch irgendwo hindrehen lassen kann, wenn man Stern XY sehen möchte, die müssen nur wissen, wo sie stehen / bzw genordet sein.
    Jetzt hast du an der Montierung über einen weiteren Kugelkopf dann die Kamera, und kannst die Kamera in Richtung Fotomotiv ausrichten. Im extremen (um es bildlich zu machen) dreht die Kamera sich nun um die Erdachse mit und hält Stern XY im Zentrum.
    Um das ganze jetzt nur mit Sensor-shift hinzubekommen, muß der Sensor doch genau in der Drehachse liegen, um schrittweise nachzuführen. Was ist, wenn die Rotationsachse für das gewünschte Motiv aber eine Rotation des Sensors (bzw die anderen 2 Achsen auch) bedarf? Und vor allem, woher weiß die Kamera, worauf sie gerichtet ist? Ja, sie weiß wo sie steht – wenn ich sie aber gen Nordpolarstern richte (alles kreist sich um den Polarstern, die Sternenstrichspurenbilder ergeben bei Langzeitbelichtung einen Kreis), muß sie den Sensor entsprechend gegendrehen. Wenn ich sie woanders hinrichte, muß sie den Sensor von links unten nach rechts oben schieben – fotografiere ich in die andere Richtung, muß sie entsprechend anders herum schieben.
    Vielleicht mache ich einen groben Denkfehler, aber ich verstehe es nicht.

    Rätselhaft.

  4. Du hast recht, glaub ich…ich stecke selbst nicht mehr zu tief in der Astronomie drin, deshalb muss ich da selbst heute abend nochmal etwas auffrischen, aber aus meiner Erinnerung hat die azimuthale Montierung doch eigentlich genau das gleiche Problem. WEnn das Teleskop sich dreht, dann rotiert alles, weil die Montierung nicht nach der Erdachse ausgerichtet ist wie die parallaktische…
    Anyway, die Tracking-Funktion ist limitiert auf 5 Minuten. Und ich glaube da liegt die Erklärung. Der Chip kann nur so weit im GEhäuse bewegt werden. Oder anders gesagt:; ich glaube das sensor-shift system kommt an den Anschlag, bevor die Parallaxe ein Problem wird. Macht das Sinn?
    wenn man 5 Minuten lang Belichtet ist es egal, ob der Sensor parallel zur Sensorebene und nicht zur Erdrotation bewegt wird.

    Die Kamera müsste wissen wo sie ist über das GPS Modul. Bevor man die Astrotrack-Funktion aktiviert, muss man die Kamera zusätzlich neigen, drehen und gieren, damit sie weiß in welchem Winkel sie steht wenn man das Foto macht. Ob das der interne Neigungsmesser macht, oder ob das auch das GPS Modul macht, weiß ich nicht.
    Ich denke die Abbildung des Kamera-Displays auf der Website hier, zeigts:

    http://www.digitalcamerareview.com/default.asp?newsID=5480&review=pentax+O-GPS1+astrotracer+pentax+k-3+astrophotographer+made+easier+and+less+expensive

    Die Kamera hat die Position vom GPS, die Höhe und (irgendwie, evtl. auch vom GPS Modul) die „Blickrichtung“ der Kamera. Das müsste reichen, um zu wissen ob sie viel kompensieren muss (weit weg vom Polarstern) oder wenig (nah am Polarstern)

    Ich hab das Teil noch nicht, aber ich werde Test-Ergebnisse zeigen, sobald der sch*** Nebel vom See weht…grrrr 😉

  5. Für Astrofotografie kommt man um eine stabile paralaktische Montierung und genaues Einnorden (der Polarstern ist leider nicht exakt in der Verlängerung der Erdachse) nicht herum. Zusätzlich verwendet man einen Astroguider (kleine CCD Kamera), der auf einen Leistern im Bildfeld ausgerichtet ist und mit der Montierung gekoppelt ist, um kleinste Abweichungen wie periodische Schneckenfehler auszugleichen. Die notwendige Genauigkeit hängt natürlich von der verwendeten Brennweite und der Belichtungszeit ab. Heutzutage werden Astrofotos aus einer Vielzahl von Einzelbildern „gestacked “ um die Belichtungszeiten kurz zu halten.

  6. Nochmal, ich konnte noch nicht selbst testen. Es gibt aber online einige Bilder von Leuten die die k5 mit GPS Modul und einfachem Stativ haben und bei 200mm 60s M42 aufnehmen. Sterne punktförmig.
    Aber mein Gedanke zur parallaktischen Montierung und Teleskope vs. Kameras: ein Teleskop ist vollkommen anders aufgebaut. Beim Teleskop habe ich nunmal den Spiegel und Okular sehr weit voneinander entfernt angeordnet. Das bringt mir Brennweiten im Meterbereich, aber ich muss das ding halt auch irgendwie stabil montieren. Das tue ich in der Mitte des Tubus. Daher muss ich Hauptspiegel und Fangspiegel/Okular präziser nachführen, weil der Spiegel einfach mehr Weg machen muss um die Erdrotation zu kompensieren. Bei der Kamera ist der Chip quasi auf der gleichen Ebene wie das Stativ, daher kann ich auch mit kleinen Änderungen (Sensor shift) die Erdrotation kompensieren.

    Macht das Sinn? weiß nich 😉

    Außerdem: aus meinen Astrozeiten mit Ektachrom Film oder primiven CCD-Chips (Mitte 90er !) waren Belichtungszeiten nie unter einer Minute – meistens im zweistelligen Minutenbereich. Da brauche ich natürlich ne präzise Nachführung – ganz klar. Das ist aber auch gar nicht der Anspruch der Pentax. Abgesehen davon kann man ja 30x für 60s belichten und dann stacken.

    Der Punkt ist halt, dass ich mit dem GPS-Modul auf die 600er Regel (die sowieso Quatsch ist, Pixelgröße etc.) sch***en kann, und eben auch ein Tele draufschnallen kann und trotzdem 30 – 60s belichten kann ohne Striche zu bekommen

  7. Kleiner Denkfehler: einer paralaktischen Nachführung ist es komplett egal, was du auf sie drauf schnallst. Die Erde dreht sich immer in 24 Stunden einmal um ihre Achse und genau das muss gegengleich kompensiert werden. Je größer die Brennweite, desto mehr machen sich halt Abweichungen bemerkbar.
    Das wird bei diesem System mit Sensorschift nicht anders sein.
    Für Weitwinkelaufnahmen des Sternenhimmels kann das sicher einigermaßen funktionieren. Viel Spaß damit.
    Es gibt aber übrigens recht gute Reisenachführungen, die man einfach auf ein Fotostativ montieren kann.

  8. Zur Frage mit den zu hellen oder vielleicht gar ausgebrannten Stellen beim Portraitshooting.
    Abgesehen von den Dingen, die man schon beim Shooting machen kann (Abpudern, weicheres Licht…) empfehle ich die „Frequenztrennung“ (gibt ausreichend Youtube-Videos dazu).

    Ganz grob:
    Dabei wird das Motiv in eine Farb- und eine Strukturebene aufgeteilt, was eine recht einfache Hautretusche möglich macht.

    In der Strukturebene kann man sehr einfach und unkompliziert „Hautprobleme“ wegstempeln und dabei die natürliche Struktur erhalten. Damit kann man zur Not auch Struktur in Bereiche bringen, wo keine mehr ist.

    Und dann würde ich empfehlen noch eine eigene Ebene dazwischen anzulegen, bei der man bei ausgebrannten Stellen einfach mit einem weichen Pinsel Farbe reinpinselt. Diese Ebene kann man dann noch in der Transparenz variieren und erhält einen natürlichen Look.

  9. Vielleicht hat die Pentax wirklich einen ausgereiften Kompass + Gyrosensor und kann dann die Lage auch gut herausfinden. In einem Smartphone klappt das ja auch – gibt ja diese Apps sogar für den Sternenhimmel, die sich korrekt ausrichten, in der Richtung in der man selber gerade guckt.

    So – und jetzt kann ich auch schon einen kurzen Erfahrungsbericht posten – denn dieses Wochenende war endlich mal wolkenfrei – und ich habe mich wieder einmal probiert:
    https://www.flickr.com/photos/davidcl0nel/16515525186/
    5min mit 14mm, nachgeführt mit AstroTrac TT320X. Das Ding ist zwar größer als die anderen, aber auch nicht sooo schwer, und ist sehr präzise – ich war erstaunt. Mit dem Polsucher (dort ist eine kurze Lücke im Strich eingezeichnet, in den man den Polarstern packen muß, der Nordpol ist leicht daneben) kann man das Ding relativ leicht ausrichten. Ich hab es 1x ausgerichtet und dann einfach damit gearbeitet. Ich hatte erwartet, irgendwann doch wieder (dank Belichtungszeiten von 3min) Striche zu bekommen, normal geht nur 20sek bei der Pixelgröße – aber nichts… Über 1h konnte ich schön arbeiten, und es war alles in Ordnung.
    Da ich aber nicht wirklich weit weg von der Stadt war, hatte ich natürlich wieder Lichtverschmutzung – ich muß das also nochmal im Sternenpark Westhavelland bei gutem Wetter wiederholen – da ist noch wesentlich mehr drin!

  10. @david: goiles Bild! Was ist denn das für eine Galaxie im 4. Quadranten (unten links)? Oder seh ich nur unscharf 😉

    @helmut: du hast schon recht, was die Montierung und die Technik der Nachführung angeht sind wir der gleichen Meinung. Der Punkt ist m. M. nach nur, dass ein Teleskop was völlig anderes ist als eine Kamera. Wenn ein Teleskop an einer Montierung dranhängt und 5 Minuten lang nachgeführt wird, macht der Spiegel bzw. die Kamera automatisch „mehr Weg“ (ich denke immer an die klassischen Newton-Teleskope, bei Cassegrains mag das anders sein). Schraub ich eine Kamera auf eine Montierung müsste sie sich nur minimal bewegen, weil die Optik und der Chip ja fast auf dem Nodalpunkt sitzt. Um mehr gings mir nicht. Man muss bei einer Kamera einfach weniger genau nachführen, weil die Winkelgeschw. kleiner ist. DEshalb kann man auch mit „einfacher“ Sensorverschiebung davon kommen und strichspurfreie Bilder machen.

    Ich habe Pentax mal angeschrieben – vielleicht melden die sich ja und geben mir genauere Infos zur Technik die dahinter steckt.

  11. Das ist M31, unsere Nachbargalaxie Andromeda. Bei 14mm etwas niedlich. 😉

    Und nein, es hat nichts mit Parallaxe bzw Nodalpunkt zu tun, denn es ist egal, ob du ein Handy (vielleicht 2mm Auflagemaß zwischen Linse und Sensor) nutzt oder ein 3 Meter Refraktor – beide müssen sich um 360° in ~24h drehen, die Erddrehung halt.

  12. @ Dr. ISO, ich denke die Technik bei Pentax ist relativ simpel. Mit GPS kennt man den Standort und mit den Lagesensoren weiß man wohin die Kamera schaut. Daraus läßt sich je nach Brennweite die notwendige Korrektur berechnen. Eigentlich ist man dann nur durch die geringe mögliche Auslenkung der Sensorshift Motoren begrenzt. Bilder zu stacken funktioniert leider mit dieser Methode nicht, aber das ist auch nicht immer notwendig. Auch riesige Brennweiten sind ja nicht immer von Vorteil.
    Hier ein Bild, das ich mit einem Sigma 70mm APO- Objektiv aufgenommen habe.

    https://www.flickr.com/photos/helmutinmalaysia/15482986157/

  13. yep, helmut – denke ich auch. Ich bin gespannt wie es funktioniert. Dein Bild vom Nordamerikanebel ist ja Bombe! Ich erinnere mich mit gewissem Schrecken, Nostalgie und Scham zurück an die Zeit als ich frierend stundenlang vor dem Nachführ-Fernrohr stand und versuchte auf irgendeinen mag9 Stern nachzuführen während ich konfokal für ne halbe Stunde oder sonstwas den Film belichtete – der dann noch gepusht werden musste, um eine ähnlich Qualität und Sternenanzahl hinzubekommen als es heute möglich ist.
    Heute knallt man einfach ISO6400 rein, wartet 3 Minuten und feddich is die Laube… 😉

    Naja vielleicht nicht ganz so einfach, das Seeing muss ja auch passen.

  14. @David…hmm…cool. Wo is denn dann die Cassiopeia? Perseus geht wahrscheinlich grade auf. Ach, zefix sind zuviele Sterne auf dem Foto! Da kann man nix erkennen! Total unprofessionell, soviele Sterne über die Stempel-Funktion da reinzushoppen. Echt jetz, Mann Mann Mann 😀

  15. So, endlich hatten wir mal zwei Tage in Folge klaren Nachthimmel, zwar mit Halbmond, aber egal. Das Equippement ist auch rechtzeitig angekommen. Muss sagen, funktioniert tadellos. Man muss zwar die Kamera nach Kopplung mit dem GPS-Dingsi kalibrieren, also DSLR-Yoga betreiben und die Pentax Taschenflak mit dem 70-300mm fröhlich herumschwenken, aber das funktionierte bisher immer ganz gut.
    Dann habe ich die Kamera auf M42 ausgerichtet, auf 300mm FF hochgeknallt, Blende 6,5, ISO 1600 für den Anfang. Belichtungszeit sagt mir der Astrotracker in der Kamera: max, 1’20“. Ich hatte weniger erwartet. Bei 18mm FF hätte ich 5“ Belichtungszeit. Also, 60“ belichtet –> https://www.flickr.com/photos/123779846@N05/16033931144/

    Gar nicht so schlecht. Sterne alle punktförmig. Bissl fringing und bissl rauschen, aber das kommt vom Chip resp. Objektiv und hat nix mit der Nachführung zu tun.

    Ich las in den Kommentaren zu dem GPS-Tracker (auf amazon, ebay) dass der Tracker oft nicht den Ansprüchen gerecht wurde. Da wurde verwiesen darauf, dass der Tracker nicht funktioniert, und man trotzdem Strichspuren hat etc. pp.

    Nun, das hatte ich bei 2-3 Aufnahmen auch. Das lag dann aber daran, dass ich entweder:
    die Kamera berührt habe
    Spiegelvorauslösung nicht aktiviert habe
    das Stativ wackelte

    Viele Leute machen sich nicht klar, dass auch das Herumlaufen ums Stativ Erschütterungen verursacht. vor Allem wenn man ein Billo-Lidl Alu-Gerippe benutzt…

    So, das war’s schon. Also ich bin hellauf begeistert, bisher. Ich möchte noch einige Panorama-Shots von der Milchstraße machen – aber dafür brauche ich klareres Wetter und weniger Mond, aber ich halte die Technik die Pentax da fährt für durchaus ausgereift und sehr schöne Alternative zu den anderen Trackern, Nachführungen die es so gibt. V.a. wenn man, wie ich, sich nicht ausschließlich auf die Astrofotografie spezialisiert, und da nicht sein ganzes Geld reininvestieren kann/will.

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